Uhren und Bikes zum Frühstück mit John Helliwell von Supertramp

Während er mit Supertramp Rockgeschichte schrieb, entdeckte Helliwell seine Liebe zu Uhren und anderen mechanischen Antrieben. Ein Gespräch über einen angsteinflößenden Land Rover, Bike-Trips mit Jay Leno und Schwarzenegger und eine im Meer versenkte Rolex....

Nachdem er sich gegen ein Leben als Computerprogrammierer in Schweden und für ein Musikerdasein in London entschieden hatte, reiste John Helliwell (heute 72) in seiner Rolle als Saxophonist mit der englischen Rockband Supertramp um die ganze Welt. Die ganzen 70er-Jahre und auch noch die frühen 80er prägte die britische Combo mit Megahits wie Breakfast in America, School, The Logical Song, Dreamer oder Take the Long Way Home den Musikgeschmack einer ganzen Generation. Mit dem Wissen um Johns Liebe zu Uhren, Motorrädern und Autos trafen wir uns mit ihm zu einem Breakfast in East London. Genauer gesagt in den Räumlichkeiten des Bike Shed Motorcycle Club, wo neben einer veritablen Auswahl an attraktiven Custom Bikes ein Shop mit allerlei Motorrad Utensilien und ein Restaurant mit deftigen Speisen warteten. In diesem anregenden Ambiente wollten wir im Interview erfahren, wie dieser Musiker tickt.... 

Ab wann begannen Sie, sich für Uhren zu interessieren?

Am Ende unserer Welttournee von 1983 durch Südamerika, Südafrika und Europa gaben wir noch in der Schweiz Konzerte. Da beschloss ich, dass dies der passende Ort sei, um eine schöne Uhr zu kaufen. Zu dieser Zeit trug ich eine Timex, und daher kaufte ich zwei Rolex Datejusts, eine für mich und eine für meine Frau. Leider habe ich meine dann später beim Schwimmen vor Santa Barbara im Meer verloren! Danach entdeckte ich eine IWC, und die schien mir passender für mich zu sein. Tja, und seitdem bin ich der Marke immer treu geblieben.

Wie entwickelte sich Ihre Beziehung zu IWC?

Es begann um 2002. Ich besuchte einen Freund in Zürich und schlug vor, einmal das IWC-Werk zu besichtigen. Ich erwartete, Teil einer größeren Touristengruppe zu sein, doch zu meiner Überraschung empfing uns am Eingang CEO Georges Kern. Es stellte sich heraus, dass er ein großer Supertramp-Fan war. Ein oder zwei Wochen später rief er mich an und fragte, ob ich aus Anlass der Vorstellung der neuen Jacques Cousteau Aquatimers in Genf spielen könnte. Er bohrte dann noch ein paar Mal nach, und am Ende gaben wir dann auf einer Soirée ein Jazz-Programm zum Besten und streuten extra für Georges noch ein paar Supertramp-Stücke ein. Danach lud er mich immer wieder mal ein, und seitdem sind wir immer in Kontakt geblieben. Ich liebe die großen Fliegeruhren und besonders die Portugieser Chronographen, wirkliche Design Klassiker.  

Wenn Sie an die Supertramp Zeit zurückdenken: War das Touren mit der Band wirklich so glamourös und exzessiv wie oft beschrieben?

Das war wirklich harte Arbeit. Und da es uns mit unserer Musik sehr ernst war, mussten wir auch immer nüchtern sein. Und konnten nicht wie andere Bands zwischendurch mal eine „Auszeit“ nehmen. Kamen wir wieder mal in eine andere Stadt, habe ich immer gleich die Uhrengeschäfte abgeprüft um zu gucken, was die so im Sortiment hatten. Das war mein Ding...

Als es mit Supertramp losging, gehörte es da zum Bild eines Rock ‚n’ Rollers, ein Motorrad zu haben?

Nein. Ich fing erst damit an, nachdem ich in die Staaten gezogen war. Und von den anderen Bandmitgliedern war niemand besonders an Bikes interessiert. Unser Schlagzeuger jedoch hatte eine Corvette mit dem Nummernschild GETAJOB und wurde deswegen regelmäßig von den Cops angehalten.... 

Wann nahmen Motorräder eine größere Rolle in Ihrem Leben ein?

Als wir 1976 in Kalifornien lebten, erwarb ich eine Honda CB360T. Die fuhr ich eine Weile, und 1977, während einer Europa-Tournee, gingen mir Motorräder fast nicht mehr aus dem Kopf. Einer unserer Techniker kannte sich sehr gut aus mit Bikes, wir redeten die ganze Zeit darüber, kauften Magazine usw. Am Ende organisierten wir eine Besichtigung des BMW-Werks, was sehr interessant war. Trotzdem bin ich dann sehr auf Moto Guzzis abgefahren, und kaum war die Tour zu Ende, bestellte ich eine Guzzi. Jeden Sonntagmorgen fuhren dann alle Biker zum Rock Store in den Malibu Hügeln, darunter Arnold Schwarzenegger und Jay Leno. Das war eine nette kleine Szene. Alle diese Canyons zu durchfahren, machte irren Spaß, und seitdem hat mich das Motorrad-Virus erfasst.

Gibt es Trips, an die Sie sich besonders gerne erinnern?

Durch einen gemeinsamen Freund lernte ich den französischen Grand Prix-Fahrer Patrick Pons kennen. Er lud uns zu einem seiner Rennen 1980 in Silverstone ein. Zuvor hatte ich über ihn ein Motorrad organisiert, mit dem ich zusammen mit einem Freund eine Tour durch Frankreich unternehmen wollte. Leider kam Patrick bei diesem WM-Lauf dann ums Leben, sodass ich die Reise stattdessen auf einer Honda CBX antrat, mit meinem Freund auf einer Goldwing. Wir hatten bei dieser Grand Tour Trip sogar nicht ganz legale CB Radios dabei. Mein Tarnname war Yorkshire Pudding, mein Freund hieß Roast Beef und unsere Frauen Apple Pie und Custard. Wir fuhren durch die Bretagne und über Bordeaux und Nizza bis in die Alpen. Am Ende verkaufte ich die Honda und erwarb eine Ducati, eine Mike Hailwood-Nachbildung. Ich übernahm sie in der Schweiz, fuhr sie bis nach Paris und verschiffte sie dann nach Kalifornien. Was ein großer Fehler war, denn es dauerte vier Jahre, bis ich endlich durch den Zoll kam. 

Welche Autos haben Sie während Ihrer Zeit in Amerika besessen?

Unter anderem einen Land Rover Pick-up mit langem Radstand aus Armee-Beständen. Bei zurückgeklapptem Stoffverdeck konnte man durch Zurücklehnen des Kopfes den Eindruck erwecken, als säße während der Fahrt keiner am Steuer – was manche Leute zu Tode erschreckte. Ich verbrachte auch sehr viel Zeit damit, um ahnungslose Amerikaner zu korrigieren, die das Auto für einen Jeep hielten. Dann fingen wir an, Autos für die Band zu kaufen – neben dem Army-Land Rover einen Alfa GTV 2000 und einen Ferrari Mondial. Mein Sohn Charles war auf einer Schule in den Canyons und wir fingen an, die Zeiten für die Fahrten dorthin zu stoppen. Der kleine Alfa war immer schneller als der Ferrari! Charles wurde an der Schule im Wechsel mit dem Alfa, dem Ferrari oder dem Landy abgesetzt, manchmal auch mit der Guzzi....

Morgen werden Sie eine neue Ducati Scrambler übernehmen — was hat Sie an ihr gereizt?

Ich habe nur gute Berichte über sie gelesen. Und ich werde ja auch nicht jünger... da will man lieber aufrechter sitzen als sich flach über den Lenker zu krümmen. Außerdem fahre ich sicher etwas langsamer als früher. Ich bin auch kurz davor, mir einen weiteren Land Rover zu kaufen, einen siebensitzigen 110er in Keswick Green. Damit können wir dann einen Anhänger anspannen, die Bikes einladen und haben trotzdem noch viel Platz im Innenraum für Mitfahrer. 

Fotos: Robert Cooper für Classic Driver © 2017

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