British Day 2009 in Hamburg: Let's brit!

Best of British! Das bot der diesjährige 19. British Day auf dem Gelände des Hamburger Polo Clubs in Klein Flottbek am ersten Septemberwochenende 2009. Schottische Highland-Games, Oldtimer-Parade, Cricket und Polo-Turniere zählten zu den Highlights westlich der Hamburger-City. Und natürlich das „British Day Open Air Proms Concert“, welches bis spät in die Nacht über Tausend Besucher begeisterte.

„Ein Wochenende England, ohne auf die Insel zu reisen!“ Dies erleben alljährlich Besucher des British Day in Klein Flottbek westlich von Hamburg. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zum 19. Mal statt und machte mit rund 12.000 Besuchern dem Hamburger Stadtpark-Revival einige Konkurrenz: Rugby, Krocket, Cricket, Polo, Scottish Pipes and Drums, Whisky-Tasting, Dinner for One Darbietungen, Parson Jack Russel Terrier Rennen, British Falconry, Cream Tea und natürlich englische Automobilklassiker nebst Open-Air Promenadenkonzert verwandelten das Wochenende zu einem echten „Union-Jack-Event“.

British Day 2009 in Hamburg: Let's brit! British Day 2009 in Hamburg: Let's brit!

Die Hansestadt ist ihrer anglophilen Einstellung ohnehin nicht ganz unverdächtig. Die Präsenz von Barbour, Burberry & Co. und die britischer Fahrzeuge rund um Alster und in den Walddörfern legt hierüber beredtes Zeugnis ab. Und welche andere Stadt besitzt schon einen traditionsreichen „Anglo-German Club“, der mit einer Etikette aufwartet, die an die Gentlemen-Clubs von St. James erinnert? Kein Zweifel, die Elb-Hanseaten können „british“ und der British Day ist das Wochenende aller Anglophiler, Patrioten, Monarchisten und „Exil-Insulaner“.

Ein Klassiker des jährlichen British Day ist das Oldtimer-Display, welches regelmäßig von den Hamburger MG-Freunden organisiert wird. Auch in 2009 kam wieder eine bunte Mischung von Fahrzeugen zusammen: seien es nun kernige Roadster von Austin, MG über Morgan bis hin zu Triumph. Bullige Rover P5 Limousinen waren genauso dabei wie praktische Morris Minor Woodies. Auch ein Riley-Special Vorkriegswagen wurde gesichtet. Classic Driver nahm mit einem durablen Land Rover Serie IIa aus dem Jahr 1964 mit reichlich Patina und passendem Indian Canoe auf dem Tropendach in Klein Flottbek teil. Erstaunlich dabei, wie viel Zuspruch der 45 Jahre alte Haudegen erntete, übrigens nicht nur in der in Hamburg sehr großen Defender-Gemeinde. Und wer nicht selbst mit dem britischen Fahrzeug kam, durfte immerhin noch auf das Losglück hoffen: gezogen wurden unter anderem ein Wochenende im legendären Morgan, mit einem Jaguar oder einem Mini der neuesten Generation.

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Doch nicht nur Automobiles bestimmte beim diesjährigen British Day das Geschehen. Die „Wachsjacken-Fraktion“ fand bei Highland-Connection ihre Quelle. James Burke Fine English Tailoring aus Celle bot Maßgeschneidertes: „Tailored“ heißt dieser smarte Look, der auf den gewöhnlichen Konfektionsträger so wirkt, als seien Ärmel und Hosenbeine einen Tick zu kurz geraten. Skurril? Bei Dubarry of Ireland konnte man sich mit einem Pimm‘s in der Hand in einen vollen Regeneimer stellen und sich so der Dichtheit des Schuhwerks überzeugen, während Ausstatter Frech aus Hamburg Rahmengenähtes präsentierte, welches ausdrücklich nicht für die Regentonne bestimmt war. Dafür bot sich hier die gepflegte Konversation über die Vor- und Nachteile von Full- oder Half Brogue Schuhen an – „very british indeed!“ Bei British Cottages, Cunard Lines, Norfolk Line oder auch Britain Travel und weiteren Anbietern buchten Anglophile gleich ihre nächste Reise nebst Cottage am Meer oder in den Highlands.

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Als Höhepunkt des Abends stellte sich erneut das Open Air Proms Concert heraus. Die Hamburger haben darin langjährige Übung. Das Konzert steht dem großen Vorbild, dem Londoner Royal Albert Hall Last Night of the Proms Konzert, kaum nach. Mit opulenten Picknick-Gelagen, einigen Schauern von oben und Tamtam auf dem heiligen Polorasen zelebrierte Dirigent Nicolae Moldoveanu mit einem Ensemble des NDR-Sinfonieorchesters und weit über 1.000 Gästen ein musikalisches Feuerwerk. Bei „Jerusalem“ und „Rule Britannia“ sangen nicht nur die Londoner Solisten, sondern wie selbstverständlich auch die Hamburger Konzertbesucher mit. Genauso, wie bei der britischen und deutschen Nationalhymne, die den Samstagabend rechtzeitig vor Mitternacht ausklingen ließen.

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Der Hamburger British Day – das ist ein Wochenende im Zeichen der Deutsch-Britischen Freundschaft, erfunden von Peter S. Rogers in 1991. Alljährlich organisiert wird das Event vom BCCG British Day Verein. Dahinter steht einer der wichtigsten Partner der Veranstaltung, die British Chamber of Commerce in Germany, die britischen Handelskammer in Deutschland. Der BBCG British Day e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die in den vergangenen 18 Jahren aus British Day Erlösen über 300.000 Euro an ausgewählte Hamburger Institutionen stiftete, die sich um das Wohl von Kindern kümmern. Mehr im Netz unter www.britishday.com

Text & Fotos: Mathias Paulokat



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