Es gibt Veranstaltungen, die viel versprechen und ordentlich liefern. Und dann gibt es Wochenenden wie dieses. Das Members' Meeting hat sich längst als unverzichtbarer Frühjahrstermin auf dem legendären Goodwood Motor Circuit etabliert, irgendwo zwischen dem nostalgischen Glanz des Revival und einem ersten Aufwärmen für das Festival of Speed im Juli. Das große Thema in diesem Jahr war 1976, jenes außergewöhnliche Zwölfmonatsfenster, in dem James Hunt und Barry Sheene gleichzeitig Weltmeister wurden, der eine auf vier, der andere auf zwei Rädern. Fünfzig Jahre danach fiel Goodwoods Hommage so herzlich wie aufwendig aus, und wie es der Zufall wollte, waren mit Freddie Hunt und Freddie Sheene auch die Söhne der beiden Legenden vor Ort. Das ganze Wochenende über war der McLaren M23 zu bestaunen, genau das Auto, mit dem sich Hunt beim Großen Preis von Japan 1976 seinen Titel sicherte. In der Parade wurde es von jenen Ferraris, Brabhams und Tyrrells begleitet, die einst mit ihm über die Rundkurse der Welt rasten. Und auch abseits der Strecke ließ man Hunts Erbe hochleben: Im Brooklands Lawn Shed wurde der legendäre Marbella-Nachtclub originalgetreu nachgebaut und hielt das Fahrerlager bis tief in die Aprilnacht auf den Beinen.


Button und der Brawn
Während die Ehrungen für Hunt und Sheene der Geschichte gehörten, wirkte Jenson Buttons Wiedersehen mit seinem BGP001 wie ein Moment, über den sich auch künftige Generationen begeistern werden. Button sprang aus dem Jaguar E-Type, den er für den Phil Hill Cup trainiert hatte, ließ sich in das Cockpit seines Brawn-GP-Weltmeisterautos von 2009 fallen und erinnerte alle Anwesenden daran, wie ein Saugmotor-V8 aus der Formel 1 klingt, wenn er es ernst meint. Sieben Jahre lang hatte er das Steuer nicht in der Hand gehabt, und es war sein erstes Mal, dass er den Wagen überhaupt in Goodwood fuhr.



Renndrama ohne Pause
Der Win Percy Trophy eröffnete das sportliche Programm mit zwanzig Minuten Gruppe-1-Tourenwagen-Racing, das alles zu bieten hatte. Romain Dumas in einem Ford Escort RS2000 und Tom Kristensens Volkswagen Golf GTI tauschten Lackierungen und Positionen in einem fesselnden Duell. Kristensen schien alles in der Hand zu haben, doch sein Golf streikte in den letzten Sekunden. Eine Kollision an der Schikane warf Dumas und Keen aus dem Rennen, und Guy Smith erbte einen denkwürdigen Sieg. Rob Huff folgte auf Platz zwei, Alex Buncomes Mini komplettierte das Podium.
Hatte der Samstag Tempo, so hatte der Super Sunday Schärfe. Der Nachmittag wurde von vier Rennen mit wachsender Intensität geprägt, angefangen mit dem Bruce McLaren Trophy, dem schnellsten Rennen des Wochenendes. Fahrzeuge der Kategorien Can-Am und Gruppe 7 vor 1967 erinnerten die Zuschauer daran, dass Goodwood keine künstlich herbeigeführte Dramatik braucht. Der Phil Hill Cup entwickelte sich sofort zum Klassiker: Er vereinte ein Starterfeld aus Sport- und GT-Wagen vor 1967, das allein optisch fast zu schön zum Fahren war. Jenson Button gewann in seinem eigenen Jaguar E-Type mit dem Kennzeichen CUT 8 souverän, und eine Safety-Car-Phase sorgte für zusätzliche Spannung im eng zusammengerückten Feld.

Der Super Touring Shootout
Was den reinen Nostalgiewert bei Wettkampftempo angeht, war der Super Touring Shoot-Out der emotionale Höhepunkt des Wochenendes. Goodwood versammelte nach eigenen Angaben die größte je zusammengestellte Kollektion von Super Tourern: Knapp fünfzig Fahrzeuge aus dem goldenen Zeitalter der BTCC füllten das Fahrerlager mit Vauxhall Vectras, BMW 320i, Honda Accords, Ford Mondeos und dem ikonischen Volvo 850 Estate. Sieben dieser Autos nahmen an einem direkten Shoot-Out teil, pilotiert von Tourenwagen-Legenden wie John Cleland, Matt Neal und Steve Soper. Das Format war denkbar einfach: ein Versuch, der Sieger nimmt alles.



Das 83. Members' Meeting hat einen Maßstab gesetzt, den das 84. nur schwer übertreffen wird. Es hat einmal mehr bewiesen, dass Goodwood die Vergangenheit nicht als fixen Punkt begreift, sondern als etwas Lebendiges. Und bei diesem Members' Meeting atmete sie kräftiger als je zuvor.
Fotos von Joe Windsor-Williams










































