Wir feiern den Herbst auf die englische Art - mit diesem Range Rover

Der erste Range Rover hatte selbst schon etwas Majestätisches an sich, doch wirklich geadelt wurde er als loyaler Diener der königliche Familie. Wir haben nun mit einem besonders royalem Exemplar im Farbton Balmoral Green den Londoner Herbst begrüsst.

Im Laufe der Jahre haben die Royals einige der besten und elegantesten Automobile Großbritanniens bewegt – doch keines wird so sehr mit der Queen und ihrer königlichen Familie in Verbindung gebracht, wie der Range Rover der ersten Generation. Als Hommage an diesen treuen Anhänger der britischen Monarchie haben wir nun unsere ganz eingene “Trooping the Colours”-Zeremonie im herbstlich gefärbten Londoner Hyde Park zelebriert. Einen offiziellen “Royal Rangie”  hatte uns das Königshaus hierfür leider nicht zur Verfügung gestellt, doch unser exzellent erhaltenes Exemplar des Range Rover Classic trägt seinen Originallack zumindest im seltenen Farbton “Balmoral Green” – jenem Grün also, in dem auch Prince Charles einen seiner Range Rover lackieren ließ.

Königliche Aufgaben

Wer die Archive des Buckingham Palace durchforstet, stößt auf den historischen Aufnahmen immer wieder auf den Range Rover – sei es als Reisebegleiter der Royals zum Pferderennen Grand National oder als Safari-Mobil in Südafrika. Mit seiner absoluten Geländetauglichkeit, seinem schlichten aber doch ikonischen Design sowie seinem erlauchten Auftritt, der ihn schon früh zum Statussymbol machte, war der Range Rover die perfekte Staatskarosse. Ein nicht unwesentlicher Teil dieses Erfolges war einem Mann namens Roger Crathorne zu verdanken. Mehr als 50 Jahre lang war er als  Entwicklungsingenieur und Testfahrer für Land Rover im Dienst; zahlreiche der Innovationen des Range Rover gehen auf sein Konto. Auch den Royals demonstrierte er mit Begeisterung, wozu der Geländewagen im Offroad-Einsatz fähig war. Im vergangenen Jahr ist “Mister Range Rover”, wie er im Werk in Solihull genannt wird, in den Ruhestand getreten. Wir hatten dennoch Gelegenheit, mit ihm über seine Arbeit zu sprechen.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

“Glücklicherweise wurde gerade dann, als ich meine Qualifikation als Ingenieur erworben hatte, das Team für die Entwicklung des Range Rover zusammengestellt”, erinnert sich Roger Crathorne. “Ich war der jüngste Mitarbeiter in diesem Projekt und konnte mein Glück zunächt gar nicht fassen.” In Solihull wurde fortan unter größter Geheimhaltung an der Entwicklung des “Alternative Station Wagon” geabeitet – die Arbeitstitel “100-Inch Station Wagon” oder “Velar” erhielt das Auto erst später. “Von diesem Zeitpunkt an bis zum Jahr 1972 gehörte ich zum Entwicklungsteam des Range Rover, ab dann arbeitete ich am Land Rover Defender, der – wie Sie ja wissen – auch eine ganze Zeit lang produziert wurde.”

50 shades of green

So elegant und exklusiv unser Fotomodell im Farbton “Balmoral Green” vor der herbstlich-bunten Kulisse des Hyde Park auch aussehen mag – die Royals hatte noch weitere Lieblingsfarben für ihren bevorzugten Geländewagen. Crathorne erinnert sich: “Der Königlichen Familie war damals eigentlich jede Farbe recht – hauptsache, sie war grün. Neben Balmoral Green gab es auch Grüntöne, die nach den Schlössern von Windsor und Eastnor sowie der Rennstrecke von Ascot benannt wurden. Die Namen änderten sich allerdings immer wieder. Als wir im Jahr 1970 unsere erste Preview-Veranstaltung organisierten, entschied das Team, dass für die Lieferung der Automobile an den Königshof zuständig war, dass die Queen gleich zu Beginn ihr Exemplar des Range Rover empfangen sollte. Als dann der Flügeladjutant der Königin unser Werk besuchte, hatten wir nur ein Exemplar in “Massai Red”. Uns wurde sehr schnell und mit Nachdruck klar gemacht, dass die Queen niemals ein leuchtend rotes Auto fahren würde. Also lackierten wir den Range Rover kurzerhand in “Lincoln Green” um, den damals üblichen Grünton.” 

Wünsche einer Königin

Doch die Farbe war nicht das einzige Problem, das der Repräsentant Ihrer Majestät erkannte. “Als sich der Aide-de-Camp den Wagen genauer ansah, entdeckte er die freiliegenden Werkzeuge im Gepäckraum des Wagens und war aufgebracht: Nicht auszudenken, wenn ein Schraubenschlüssel sich lösen und einen der Corgies der Queen verletzen würde! Also fertigten wir schnell eine Abdeckung an. Diese wurde dann auch im Serienmodell übernommen.” So kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Königin Elizabeth das Design des spartanischen ersten Range Rover (zumindest indirekt) mit entworfen hat.

Ein treuer Diener

Es mag nur eine kleine Anekdote sein, doch sie steht exemplarisch für die königliche Historie des Range Rover, die sicherlich zu seinem großen Erfolg beigetragen hat. Mittlerweile sind vor allem die frühen Exemplare begehrte Sammlerobjekte – vor allem, wenn sie noch ihre erste Lackierung in einem Farbton tragen, der auch einer Queen oder eines Prince of Wales würdig wäre. 

Fotos: Amy Shore exclusively for Classic Driver © 2015

Sie suchen einen getreuen Diener? Der hier gezeigte, wunderbar erhaltene Range Rover Classic im königlichen Farbton "Balmoral Green" stammt aus dem Jahr 1985 und steht derzeit im Classic Driver Markt zum Verkauf.