Neue Ausstellung in München erzählt die Mini-Story

Inzwischen ist der geniale Wurf von Sir Alec Issigonis 55 Jahre alt und trotzdem kein bisschen erwachsen. Die Ausstellung „The Mini Story” im Münchener BMW Museum feiert jetzt die Welt des frechen Kultmobils.

Wie schafft man als Designer ein Auto, das von Anfang an Kultstatus genießt? Die Antwort: gar nicht. Zumindest hatte Alec Issigonis etwas ganz anderes im Sinn, während er Mitte der fünfziger Jahre ein kleines, praktisches Fahrzeug entwarf. Der Mann, der weder große Häuser noch große Autos sonderlich mochte, hatte junge Familien im Blick. Als der Mini - damals noch Morris Mini-Minor - 1959 das Licht der Welt erblickte, war die Zielgruppe skeptisch. Dafür waren andere sofort begeistert. Unter anderem die Queen, die sich nach schleppenden Verkäufen von ihrem Schwager Lord Snowdon überreden ließ, eine Runde im Park von Schloss Windsor zu drehen. 

Der ewige Hipster

Auch ohne königlichen Zuspruch traf der Mini den Nerv einer neuen Zeit. Sein Siegeszug begann im London der Swinging Sixties. Wie die Musik und die Mode bürstete er die Konventionen gegen den Strich. Minirock-Erfinderin Mary Quant musste natürlich einen haben, genauso wie Supermodel Twiggy, die Beatles und die Rolling Stones. Ganz ohne ausgeklügelte Marketingstrategien war damals quasi wie von selbst ein Lifestyle-Auto entstanden und eines, das dank seiner unerhört kompakten Maße auch als erster Cityflitzer durch London wuselte. Durch die Kooperation mit John Cooper wurde früh auch die Grundlage für die späteren Rennerfolge des Mini geschaffen. Dreimal gewann der freche David bekanntlich gegen die Goliaths der Szene die berüchtigte Rallye Monte Carlo. Was sollten sie auch gegen einen Gokart, der wie ein richtiges Auto aussah ausrichten? 

Spielen und experimentieren

Für die großangelegte Ausstellung „The Mini Story” wurden 30 Originalfahrzeuge, darunter exzentrische Umbauten wie das Mini-Wohnmobil Wildgoose, viele Exponate aus den Ateliers der Designer und liebevolle Details aus 55 Jahren so lebhaft und bunt wie eben ein Mini in Szene gesetzt. Man sieht wie das ursprüngliche Konzept - viel Innenraum, quer eingebauter Motor, kurze Überhänge, nach außen gerückte Räder, mittiger Tacho - trotz der wechselvollen britischen Geschichte und der Übernahme durch BMW ab 2001 respektvoll gehütet wurde. Der Mini lud über ein halbes Jahrhundert seine Schöpfer immer wieder zum Spielen und Experimentieren ein, egal ob 1959 mit gerade einmal 34 PS oder heute mit über 200. 

Die Ausstellung "The Mini Story" ist noch bis zum 31. Januar 2016 im BMW Museum in München zu sehen.