Market Finds – Von Rampensäuen und Mauerblümchen

In dieser Woche präsentieren sich unsere „Market Finds“ so bunt wie selten. Mit dabei sind unter anderem ein geltungssüchtiger Bayer, ein scheuer französischer Klassiker und ein britisches Motorradgespann, dass geradezu zum Pub-Taxi berufen ist.

1957 BMW 507 Roadster Series 1

Wir sind so sehr daran gewöhnt, deutsche Automobilikonen wie den Mercedes 300 SL oder den BMW 507 in gedeckten Farben zu sehen, dass wir schon dreimal hinschauen müssen, wenn uns doch einmal ein Exemplar in knalligem Buntlack über den Weg läuft. Das erfrischende Seegrün auf diesem äußerst seltenen BMW 507 der ersten Serie mag nicht original sein, es bringt das zeitlose Design aus der Feder von Graf Albrecht von Goertz aber noch einmal so richtig zu Geltung. Besonders gut gefallen uns die im passenden Grün lackierten Räder! 

1966 Lamborghini 350 GT

Das erste Auto, dass Ferruccio Lamborghini im Rahmen seiner Privatfehde mit Enzo Ferrari auf die Räder stellte, trug den Modellnamen 350GT. Mit Hilfe von genialen Entwicklern und Designern wie Giotto Bizzarrini, Franco Scaglione, Bob Wallace und der Carrozzeria Touring wurde das Erstlingswerk tatsächlich ein Erfolg, der den Weg für zahlreiche weitere Sportwagenikonen im Zeichen des Stiers ebnete. Auch „Il Commendatore“ dürfte nicht amüsiert gewesen sein. Dieses frisch restaurierte Exemplar ist mit dem seltenen Vier-Liter-Zwölfzylinder ausgestattet, der sich als besonders nützlich erweisen dürfte, wenn neben einem an der Ampel ein Ferrari 275 GTB zum Stehen kommt.

1961 Alpine A108

Im Vergleich zum französischen Kultklassiker, der Alpine A110, verhält sich die weicher gezeichnete A108 wie eine schönere ältere Schwester, die sich jedoch weniger ins Rampenlicht drängt. Nur etwa 100 Autos wurden gebaut, als Basis diente der bescheidene Unterbau des Renault 4. Dieses Exemplar war für fünf Dekaden in der Hand eines einzigen Besitzers – noch ein Beweis für den Charme dieses fast vergessenen gallischen Gefährts.

1955 Lancia Aurelia B24S Spider America

Gibt es einen begehrenswerteren Lancia als den Aurelia B24S Spider America? Schließlich dringt dem puristischen Sportwagen das „Dolce Vita“ aus jeder Karosseriespalte. Hinter dem Steuer machen Sie aber nicht nur in Portofino eine „Bella Figura“ – auch die Rasen der großen Automobilconcours dürften Ihnen mit dieser besonderen Aurelia von 1955 kaum verwehrt bleiben. Neben „Matching Numbers“ entzückt sie nämlich mit einem ultraseltenen Flachdach-Hardtop, dass einen ganz wunderbar vor den typischen Platzregen bei der Villa d’Este oder den Morgennebel in Pebble Beach beschützt.

1948 Ariel-Watsonian Square Four 

Diese Ariel Suqre Four mit ihrem nachträglich angebauten Watsonian-Seitenwagen sind typisch für das Großbritannien der Nachkriegsjahre, als die Bevölkerung auf der Suche nach günstigen und einfach zu beschaffenden Transportmitteln war. Mitte der 1950er Jahre waren auf britischen Straén fast 140.000 solcher „Sidecars“ unterwegs – die Hälfte stammte von Watsonian. Und was gäbe es heute noch für ein lässigeres Gefährt, um am Wochenende mit einigen Freunden den örtlichen Pub anzusteuern?

Jede Woche kommen zahlreiche klassische und moderne Autos im Classic Driver Markt hinzu. Sie finden eine Auflistung aller Modelle hier.