Market Finds – Perfektion bis hin zu den Prova-Nummern

Die Klasse der im Classic Driver Markt offerierten Autos erstaunt uns immer wieder. Seit dieser Woche bereichern ein makelloser Ferrari mit Pinin Farina-Design, ein seltener RUF-Porsche und ein Flügeltürer mit ungewöhnlicher Geschichte das Sortiment.

Das hübscheste Ferrari-Cabrio aller Zeiten?

Pinin Farina wusste um die hohe Kunst, ein Auto richtig zu stylen. In den frühen 1950er Jahre nahmen sich die Turiner nur zwei Ferrari 212 Inter Cabriolets vor, darunter dieses sensationelle blaue Exemplar. Es mutet heute bizarr an, dass der erste Besitzer, Tony Parravano, ein solch weich und sinnlich geformtes Modell im Jahr 1953 für das 1000-km-Rennen am Nürburgring meldete. Und seine Fahrer das Auto dann sogar auf den neunten Platz im Gesamtklassement steuerten. Nach einer Werksrestaurierung im Jahr 2012 ist dieses Auto ein Star bei allen großen Concours – was uns nun wirklich nicht überrascht. Dieser Ferrari ist einfach perfekt, bis hin zum kleinsten Detail – vom „Prova“-Nummernschild bis zu den violetten Sonnenblenden. 

RUF der Wildnis

Es gibt wohl kaum eine so geheimnisvolle Tuningschmiede wie die von RUF. Die bis zur Perfektion individualisierten Porsche sind so selten, dass wir uns nicht daran erinnern können, jemals ein solches Modell in freier Wildbahn gesehen zu haben. Macht aber nichts, denn die kleine, aber treue Kundschaft hält bis heute das Geschäft am Laufen. Der CTR 2 war im Grunde der Nachfolger des mächtigen „Yellowbird“, der sich nach einem Auftritt im grobkörnigen Promotion-Video „Faszination“ Kultstatus erwarb. Nur 29 Exemplare entstanden in den späten 1990er Jahren, darunter dieses silberne Exemplar mit geringer Laufleistung. Ehre dem, der dieses grüne Interieur schuf – einfach göttlich...

Ein halb-legaler Flügeltürer

Dieser wunderschöne Mercedes 300 SL hat eine halbseidene Geschichte. Ursprünglich im Besitz des amerikanischen Bootsmotoren-Bauers und NASCAR-Unternehmers Carl Kiekhaefer, wurde er bei einem illegalen Test mit zwei weiteren 300 SL auf einem eigens dafür abgesperrten Highway eingesetzt. Es ging darum herauszufinden, wer wohl am ehesten das nächste Rennen gewinnen würde. Der von der US-Rennfahrerlegende Tim Flock gefahrene SL erwies sich als schnellster des Trios – und gewann dann auch das NASCAR Rennen. Heute präsentiert sich das "Matching Numbers"-Exemplar in einem gut restaurierbaren Zustand, komplett mit seinem passenden Koffer-Set.  

Perfektion in Cotswolds Blue

Dieser sehr spezielle Jaguar E-type Series 1 ist eines von nur 139 in „Cotswolds Blue“ lackierten Modelle. Ein Ton, der darüber hinaus auch nur 3,8-Liter-Fahrzeugen vorbehalten war. Bis vor einem Jahr wurde der Wagen liebevoll von seinem noch immer allerersten Besitzer gehegt und gepflegt. Bis auf eine einzige Neulackierung beließ er alles im Originalzustand. Auch die im Werk eingestanzten Nummern für den Motor und den Zylinderkopf sind noch vorhanden, ebenso wie eine an der Chassisplatte angebrachte Kennzeichnung des Händlers. Eine Cotswolds-Kutsche könnte nicht besser daherkommen als dieser „Jag“!

Der Logenplatz im Rennen

Die frühen 1960er Jahre, als sich Minis mit Jaguars und monströsen US-Limousinen im selben Rennen Türklinke an Türklinke beharkten, waren eine goldene Ära des Tourenwagen-Sports. Noch heute ziehen bei historischen Rennen wie dem Goodwood Revival gerade diese Rennen besonders viele Zuschauer an. Dieser wunderschön vorbereitete Ford Falcon Sprint ist ohne Frage eine wunderbare Gelegenheit, in diese Welt einzusteigen. Es gibt wohl kaum einen besseren Logenplatz, von dem Sie ein Rennen verfolgen können – besonders, wenn Sie es ohnehin gewinnen wollen.

Zahlreiche klassische und moderne Autos kommen jede Woche neu auf den Classic Driver Markt. Sie finden sie alle gelistet hier.