Macht Porsche endgültig Schluss mit dem Carrera?

Porsche hat mit dem neuen überarbeiteten 911 für 2016 das Ende der Saugmotor-Ära eingeleitet: Sowohl der 911 Carrera als auch der Carrera S werden mit Turbomotoren ausgerüstet. Der Grund für diese radikale Neuerung: die immer strengeren europäischen Abgasvorschriften.

„Beim Saugmotor trittst du einmal auf Gas“, schwärmte Walter Röhrl, Rallye-Weltmeister von 1980 und 1982, dereinst, „und die Power ist sofort da. Das ist wunderbar.“ Seit 1963 trieb der Saugmotor als Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 sein Unwesen. Doch jetzt läuten in Zuffenhausen die Totenglocke für den natürlich beatmeten Antrieb. Der Grund: Der Turbomotor glänzt mit geringerem Schadstoffausstoß und Krafstoffverbrauch. Der Elfer wird also „grüner“, aber wird er deswegen auch lahmer? Keineswegs, denn die neuen 3,0 Liter großen Turbomotoren im Porsche 911 des Modelljahres 2016 sind Kraftpakete par excellence. 370 PS und 420 Newtonmeter schickt der Boxer des neuen Carrera an die Hinterräder, der Carrera S wartet sogar mit 420 Ps und 500 NM auf. „Der natürlich beatmete Sechszylinder ist ein berühmter Motor im 911, aber wir mussten uns Herausforderungen stellen - sowohl in Bezug auf Kraftstoffverbrauch und Abgasverhalten, als auch auf unsere Wettbewerber“, begründet Dr. Erhard Mössle, Gesamtprojektleiter Porsche 911 Turbo, die Entscheidung seines Arbeitgebers.

Trotz des nicht unbeträchtlichen Leistungszuwachses sind die neuen Turbomotoren nicht allzu durstig. Der Turbo-Carrera begnügt sich mit 4,6 Litern auf 100 Kilometer und den Carrera S dürstet es sogar nur nach 4,3 Liter auf 100 km. Selbst Walter Röhrl dürfte sich angesichts solcher Werte vom Turbo überzeugen lassen.

Text: Frank Diebel

Fotos: Porsche