Lassen Sie das Goodwood Festival of Speed noch einmal an sich vorbeifliegen

Das Festival of Speed fordert alle Sinne: Im Augenwinkel flitzen Autos vorbei, die Ohren sind erfüllt von hochdrehenden Motoren, Kies spritzt auf und tanzt um die Knöchel und die Nase saugt den betörenden Duft von Benzin und Auspuff auf. Auch dieses Jahr schenkte eine herrliche Reizüberflutung...

Das alljährliche Sommerfestival in Goodwood raste herbei und war auch schon wieder vorbei, ehe man sich auf einen Lieblingsmoment in diesen vier verrückten Tagen besinnen konnte. Die Auswahl ist einfach zu groß. Hier sind aber trotzdem einige unvergessliche Augenblicke - noch ganz frisch im Kopf eingespeichert. 

Ferrari Forever

Wie bei allen Motorsportevents in diesem besonderen Jahr, wollte auch Goodwood das siebzigjährige Jubiläum von Ferrari mit einem Tribut würdigen. Neben einer eigenen Ferrari-Klasse, die während des Wochenendes den Hügel von Goodwood hinauf spurtete, wurde eine Auswahl der Sportwagen vor Goodwood House versammelt - unter der großen Stahlkonstruktion zu Ehren von Bernie Ecclestone. Fähnchen wurden geschwenkt, Reden wurden gehalten und dann gab es auch noch Fotos der berühmten Autos mit ihren Fahrern zusammen mit Lord March. Die Parade der außergewöhnlichen Automobile spannte den Bogen von 1947 mit einem 125 S bis zum LaFerrari Aperta von 2017. Einige der Händler aus Classic Driver-Familie konnten sogar noch Lücken ausfüllen: DK Engineering hatte einen 356 GTB/4 „Daytona” dabei und Tom Hartley Jnr begeisterte mit dem sehr exklusiven 250 TR, einem der teuersten je verkauften Exemplare. 

Stil und Luxus

Die schönsten springenden Pferde aus Modena konnte man aber auch auf dem Rasen des Cartier Style et Luxe Concours d`Elegance entdecken wie beispielsweise den Ferrari 250 GT Coupe Speciale Pininfarina-Prototyp, einem One-off von 1961, bis hin zum Ferrari 250 GTO von 1963. Aber auch andere exklusive Schönheiten sonnten sich in der Bewunderung der Gäste wie vier Bugatti Veyron, ein McLaren F1, ein Maserati Ghibli 4.9 SS, ein Rolls-Royce Silver Ghost und der Aston Martin DB2 Bertone Spyder von JD Classics.

Rauf und runter und rund herum

Es wäre nicht das Festival of Speed, wenn nicht rund um die Uhr Action auf dem Hügel wäre. Das Spektakel umfasste Vorkriegswagen, Bikes, Supercars und Sportwagen - für jeden Geschmack war etwas dabei. Es gab sogar eine ganz neue Klasse für jene, die Kurven nur mit angezogener Handbremse meistern wollen. In dieser Competitive Drift Class maßen sich Profis wie Vaughn Gittin Jnr, Chris Forsberg und der Goodwood-Liebling Mad Mike Whiddett auf höchstem Niveau dieser Kunst. Und während sich die Powerslider die Bühne mit ihren legendären Rallyekollegen teilten, genoss Max Girardo von Girardo & Co. den Logenblick auf das allgemeine Durchdrehen, Schleudern und Rutschen vom Rückspiegel seines Lancia 037. Wir dürften alle auf sein nächstes Video gespannt sein!

Goodwood-Adel

Whiddett war aber nicht die einzige Berühmtes des Motorsports, die sich an diesem Wochenende ein Stelldichein gab. Nico Rosberg und Valtteri Bottas jagten abwechselnd den Mercedes-AMG Petronas Motorsport W05 Hybrid von 2014 den berühmten Hügel von Goodwood hinauf und servierten zwischendurch auch ein paar Donuts. Auch Formel 1-Größen der Vergangenheit wie Emerson Fittipaldi, Damon Hill und Karun Chandhok vergnügten sich beim Festival of Speed. Kerry Earnhardt, Sohn der Nascar-Legende Dale Earnhardt, hüpfte über den großen Teich nach England und gab im Richard Childress Racing Chevrolet Monte Carlo seines verstorbenen Vaters beeindruckend und rauchend Gummi. Das alles wurde noch gewürzt durch Stammgäste Goodwoods wie Rowan Atkinson, Nick Mason, Sir Jackie Stewart und Jochen Mass. 

Neue Benchmark

Jedes Jahr wächst das Festival und legt noch einmal zu. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es Lord March schafft, Jahr ums Jahr neue Sensationen und Überraschungen zu präsentieren. Doch dieser Enthusiast enttäuscht nie. Wir sind schon jetzt gespannt, welche Dämonen 2018 entfesselt werden.

Fotos: Alex Lawrence (The Whitewall) für Classic Driver © 2017

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