Hier sind sie – die besten Fotos vom Goodwood Revival 2019!

Und wieder ist dem Herzog von Richmond und seinem großartigen Team das Kunststück gelungen, am letzten Wochenende die Uhren zurückzudrehen und Zigtausende Besucher in die goldene Ära des britischen Motorsports zu versetzen. Hier sind die unvergesslichen Momente vom Goodwood Revival 2019.

Am vergangenen Wochenende flirrte die Hitze eines ungewöhnlich warmen Spätsommers über dem Goodwood Motor Circuit. Das gefiel auch den Zehntausenden Besuchern, die nach West Sussex geströmt waren. Die goldenen Sonnenstrahlen badeten das Spektakel in ein besonderes Licht und machten es unvergesslich.

Vom mitreißenden historischen Motorsport auf dem Rennkurs des Anwesens bis zu den wahrhaft magischen Momenten, die sich abseits beobachten ließen: Hier sind unsere Fotos vom diesjährigen Revival, die unser Fotograf Rob Cooper eingefangen hat. Lehnen Sie sich zurück und vertreiben Sie den Montags-Blues mit Classic Driver!

Von den - natürlich auch hier - spontanen Flashmobs geradezu hysterisch begeisterter Beatles-Fangirls, Chauffeuren von Glamcabs, Nonnen bis hin zu Handlangern, die imaginäre Fenster putzen und dabei Songs von sich gaben, schenkt das Revival Augenblicke, in denen man einfach innehalten muss, um herzhaft zu lachen.

Nicht einer, sondern gleich zwei von Fords extrem raren und straßentauglichen GT40 MkIII in schimmerndem Rot dienten in Goodwood als Streckenfahrzeuge.

Gary Pearson macht es sich kurz vor dem Qualifying für die Kinrara Trophy am Freitagabend ausnahmsweise nicht in einem der Jaguar, die seinen Ruf begründet haben, sondern in einem atemberaubenden silbernen Ferrari 250 GTO. Wegen eines technischen Verstoßes des Ferrari 250 GT „Short Wheelbase”, der sich die Pole Position gesichert hatte, avancierten Pearson und sein Teamkollege Andrew Smith auf den ersten Startplatz für dieses Rennen.

Zu den vielen Erinnerungen an diesem Wochenende zählte auch eine Parade von Autos, die von der Cooper Car Company Ltd gebaut worden waren. Der britische Hersteller war der erste, der den Motor hinter dem Fahrer platzierte und 1959 seinen ersten Formel 1-Sieg einfuhr.

Wohn man auch blickte, die kleinen klassischen Mini waren beim diesjährigen Revival einfach überall anzutreffen. Aus gutem Grund, denn vor 60 Jahren startete Alec Issigonis radikal konzipiertes Kleinstauto mit Frontantrieb. Unser Liebling war vermutlich der extravagant lackierte Austin Cooper S von Beatle George Harrison.

Die Kinrara Trophy in der Dämmerung am Freitag war nichts weniger als eine epische Angelegenheit, denn tatsächlich neun Ferrari „Short Wheelbase” hetzten sich vor der untergehenden Sonne um den Kurs. Pearson und Smith triumphierten mit einem Start-Finish-Rennen wie aus dem Lehrbuch. Aber die wahren Helden waren die am Woodcote Corner wartenden Fotografen, von denen einige erstmals unter diesen Lichtverhältnissen arbeiten mussten. Das Ergebnis: sensationelle Bilder!

Der 75. Jahrtag von D-Day wurde mit einer Parade von Fahrzeugen gewürdigt, die alle an der historischen Landung an der Küste der Normandie teilgenommen hatten. Aber es war diese Douglas C-47 Skytrain mit Kosenamen „Drag em Oot” von der Freddie March Spirit of Aviation, die für Nervenkitzel und große Bewunderung sorgte. Das Flugzeug war am D-Day im Einsatz und transportierte 18 Fallschirmspringer der US-amerikanischen 82nd Airborne Division zum Absprung, danach war sie auch bei Operation Market Garden in den Niederlanden dabei.

Was für ein grandioser Monoposto! Klaus Lehr fährt in Richtung Testlauf für die Richmond & Gordon Trophies am Steuer seines schönen Maserati 250F.

„The Italian Job” wurde auf bemerkenswerte Art und Weise in den Earls Court Studios zum Leben erweckt, wo unzählige Requisiten und Details aus diesem Raubüberfallfilm mit Kultcharakter versammelt waren wie der Bagger aus der Anfangssequenz und die drei Mini, die das Gold abtransportierten. Schlüsselszenen wurden auf herzerfrischend chaotische Weise nachgestellt - damit war dieses Wochenende um eine witzige und gut durchdachte Attraktion reicher. 

Heben Sie die Hand, wenn sie möchten, dass dieses Wochenende nie zu Ende geht!

Zum 90. Geburtstag von Sir Stirling Moss überbrachte der Herzog die besten Wünsche in Form der berühmtesten Rennwagen des großen britischen Fahrers, die auf dem Grid seines liebsten Rennkurses aufgereiht wurden. Der Herzog und Stirlings aufopfernde Frau Susi absolvierten eine Ehrenrunde in einem Aston Martin DBR1 - dasselbe Auto, mit dem Moss damals 1959 bei der RAC TT in Goodwood gewonnen hatte.

An Stelle des traditionellen Ferrari 275 GTB in Giallo Fly als Safety Car übernahm in diesem Jahr ein Mini die Aufgabe. In Goodwood ist einfach alles möglich!

Taktische Vorgespräche vor dem unerbittlich ausgefochtenen Settrington Cup, bei dem 75 Austin J40-Tretaus um ein glorreiches Siegerpodest in Goodwood kämpften und das Glücksgefühl, die Spielkameraden zu beeindrucken.

Gentlemen, start your engines! Natürlich wird hier noch der klassische Le Mans-Start gepflegt.

Im Jahr 1959 sicherte sich Aston Martin die Sportwagen-Weltmeisterschaft nachdem Stirling Moss die RAC Tourist Trophy in Goodwood errungen hatte.

Dieses dramatische Rennen bleibt auch deswegen unvergessen, weil der DBR1 von Moss in der Boxengasse in flammen aufging - verschütteter Treibstoff hatte sich an den heißen seitlichen Endrohren entzündet. In unnachahmlicher Goodwood-Manier waren die Rennwagen aus genau jenem Rennen auf dem Grid aufgereiht. Während ihrer Ehrenrunden wurde ein riesiges Feuer am Ausgang der Boxengasse simuliert als Spiegelbild des Ereignisses von 1959. Dicke schwarze Rauchwolken stiegen in den Himmel und verbreiteten Sorge bei vielen Revival-Besuchern, die nicht wussten, was hier nachgestellt wurde.

Unser Lieblingsauto des Wochenendes war dieser Bizzarrini P548, der bei der Whitsun Trophy an den Start ging. Gegen die unglaublich schnellen Lola T70 und Ford GT40 hatte dieser kauernde Spider nicht den Hauch einer Chance. Aber auf den langgezogenen Kurven der berühmten Rennstrecke machte er dennoch eine beeindruckende Figur.

Aber auch Steve Tillacks traumhafter Lancia D50 mit Ferrari-Emblem gefiel uns ausnehmend gut - besonders die markant extern aufgebrachten Treibstofftanks. Und er hörte sich so gut an wie er aussah. 

Die RAC TT Celebration, das Herzstück des Revivals, bot in diesem Jahr die hitzigsten Duelle seit langem, die geradezu homerischen Schlachten ähnelten.

Philip Kadoorie gibt am Madgwick Corner in der Cobra, die er sich mit Mario Franchitti teilte, keinen Zentimeter nach.

Aber die Siegerlorbeeren durften sich schließlich Chris Wilson und André Lotterer umhängen. Lotterer, der dreimal Le Mans gewann, fuhr ein grandioses Rennen in Wilsons Cobra: Immer blieb er fair und lauerte geduldig auf den Moment, um Romain Dumas, seinen alten Sportwagengefährten zu überholen und die Führung zu sichern.

Fotos: Robert Cooper für Classic Driver © 2019