Heia Safari - Auf Klassikerjagd bei der Chantilly Arts & Elegance

Mit über 280 Morgen Land bot die Domaine de Chantilly Raum genug, um sich an die Big Five der Autowelt heranzupirschen - vom Bugatti-Elefanten über den Hengst von Ferrari, der Schlange von Alfa Romeo, dem Löwen Peugeots bis zum Stier von Lamborghini.

Fest für Ferrari

Mit der großen Ferrari-Geburtstagsparty in vollem Gange am selben Wochenende hätte man angenommen, dass man für diese vergleichsweise ruhige französische Idylle kaum springende Pferde hätte einfangen können. Aber die ausgestellten Exemplare waren eindeutig der Beweis für die Qualität und den Ruf, den nicht nur Chantilly, sondern auch Peter Auto und Richard Mille genießen. Ob ein Ferrari 250 GTO von 1962, der die 500 Kilometer von Spa im Jahr 1963 gewonnen hatte und einen Monat später Gesamtzweiter bei den 24 Stunden von Le Mans wurde, bis hin zum Ferrari 512 BBLM von 1980, der in demselben Jahr auch in Le Mans dabei war und heute weltweit bei über 40 historischen Rennen antrat, war das Aufgebot jedem anderen Event an diesem Wochenende ebenbürtig.

Savoir vivre

Wie man weiß, prahlen die Franzosen ungern über die Schätze in ihren Garagen, deswegen war es an diesem Wochenende umso erfreulicher die vielen ruhmreichen Marken und ihre reichlich vertretenen Enthusiastenclubs zu erleben. Vereinigungen, wie die Amicale Facel Vega, Club de L’Auto oder Rallye Intercercles, präsentierten so wunderbar erhaltene Exemplare, dass man oft nicht erraten konnte, ob es sich um einen Enthusiasten oder einen Concours-Teilnehmer handelte.

Die Besten

Obwohl es nicht der Tradition entsprach, wurden in diesem Jahr zwei Best of Show-Preise vergeben. Gewinner in der Vorkriegs-Kategorie wurde der Bugatti 57 S Atlantic von 1936 aus der Garage von Peter Mullin. Der Tag war für Peter letztlich ein großer Erfolg, hatte aber besorgniserregend begonnen, weil das Auto wegen einer Sicherung nicht anspringen wollte. Das konnte repariert werden, aber als man wieder zünden wollte, sprang der Motor schon wieder nicht an - diesmal, weil er kein Benzin hatte. Aber beispielhaft für die kameradschaftliche Herzlichkeit eines solchen Events, half ein Mitbewerber, der Besitzer eines de-Dietrich-Bugatti Type 5 von 1903 aus, in dem er genügend Treibstoff aus seinem Tank für jenen des 57 S sog damit dieser seinen Preis doch noch empfangen konnte. Ein Ferrari TR 58 von 1958 hatte als Gewinner der Nachkriegskategorie an diesem Tag keine Probleme. Er wurde sicher und virtuos von seinem Besitzer, dem Honourable Sir Michael Kadoorie, pilotiert - wie an jenem Tag 1958, als der Ferrari Le Mans gewann.

Fotos: Mathieu Bonnevie für Classic Driver ©

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