Gooding eröffnet die Auktionssaison mit großen Stars in Scottsdale

Am 18. und 19. Januar beginnt für Gooding & Company traditionell in Scottsdale die Auktionssaison 2019. Von der Fülle hochkarätiger Lots zu schließen, könnte das kalifornische Haus aus dem Arizona-Duell „der großen Drei“ als Sieger hervorgeben. Das sind unsere Favoriten...

Man muss sich nur die für Gooding & Companys Scottsdale Auktion aufgebotenen Blue Chip-Ferrari aus den 50er- und 60er-Jahren anschauen, um zu verstehen, dass das Auktionshaus aus Santa Monica 2019 in die Vollen gehen will. Vom Ferrari 250 MM Spider Series II Baujahr 1954 mit seiner betörend offenen Karosse von Vignale, zeitgenössischer amerikanischer Rennhistorie und Matching Numbers (Schätzwert 5,5-6,5 Millionen Dollar) bis zum späten (1963) Ferrari 250 GT „Short Wheelbase“ mit „Lusso“-Spezifikation und Classiche-Zertifikat (6–8 Millionen Dollar) gibt es für gut situierte Sammler genügend Gelegenheiten, ihre noch leeren Boxen mit reinrassigen Rössern aufzufüllen. Wären wir in einer solch beneidenswerten Lage, würden wir wohl auf den Ferrari 275 GTB Prototypen von 1961 bieten. Der allererste 275 Berlinetta wurde vom Werk als rollendes Testlabor eingesetzt und bestritt 1966 sogar die Rallye Monte Carlo. Der Schätzwert für dieses Modell wurde auf 6-8 Millionen Dollar festgesetzt. 

Vielleicht unvermeidlich, tragen auch viele der eher jüngeren Semester im Auktionskatalog das Springende Pferd auf der Haube. Betrachtet man den sehr gepflegten und kaum gefahrenen Ferrari 288 GTO von 1985 (Schätzwert: 2,5–3 Millionen Dollar), den 2005er Ferrari 275 Superamerica (600.000-700.000 Dollar) und den Ferrari 458 Speciale aus 2015 (300.000-350.000 Dollar), wird deutlich, dass es sich hier um Modelle aus dem Besitz echter Enthusiasten handelt – keineswegs von Investoren, die mit ihnen nur einen schnellen Deal machen wollen. Der 458 hat sogar nur 900 Meilen (knapp 1.500 Kilometer) auf der Uhr. Wir mussten ein wenig schmunzeln ob des 400.000-500.000 Dollar-Schätzwerts für das Ferrari GTC4 Lusso „70th Anniversary Edition“-Modell von 2018. Zugegeben, es ist einzigartig, doch unter den 70 von Ferrari im letzten Jahr vorgestellten Exemplaren im Retrolook eines der eher weniger kreativen. Definitiv nicht mithalten kann es mit dem Modell, von dem es Inspirationen bezieht: den 275 GTS74 NART Spider.

Beim weiteren Blick auf die Youngtimer gibt der Alfa Romeo 8C Competizione (Baujahr 2008, nur ein Vorbesitzer, Schätzpreis 275.000-350.000 Dollar) Zeugnis davon ab, wie trefflich dieses Modell altert. Parallel werden wir unser Auge aber auch auf den sehr originalgetreuen Bugatti EB110 GT von 1993 werfen, wenn er passend zum 110-jährigen Markenjubiläum auf die Bühne rollt. Wir halten zugleich den Schätzwert von 300.000-350.000 Dollar für einen Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster Baujahr 2008 angesichts einer Laufleistung von 350 Meilen (560 km) und nur 106 gebauten Exemplaren für angebracht. Übrigens findet sich keiner der 2018 noch zuhauf bei Auktionen angebotenen Supersportwagen mit Hybridantrieb auf der Liste der Lots. Nur ein Zufall?

Zum Schluss noch mal kurz zurück in die 1960er-Jahre. Wo eine außergewöhnlich schön restaurierte Shelby 289 Cobra von 1965 zum ersten Mal nach 40 Jahren angeboten wird (900.000-1,1 Millionen Dollar) und auch ein 63er Mercedes-Benz 300 SL Roadster mit drei Vorbesitzern, ultimativer Spezifikation mit Alu-Block und Scheibenbremsen sowie originalem Hardtop (Estimate 1,75 – 2,25 Millionen Dollar) sowie ein frecher und einst von Arturo Merzario pilotierter Fiat-Abarth 1000 TC anno 1965 (80.000-100.000 Dollar) besonders ins Auge springen. Und wenn das „hass-oder-lieb-ich“-Bertone-Design des Aston Martin DB2/4 von 1954 (600.000-800.000 Dollar) vor ihrem Lieblingseissalon nicht für einen Volksauflauf sorgt, dann wissen wir auch nicht mehr weiter...

Fotos: Gooding & Company 

Noch immer nicht das Passende gefunden? Dann browsen Sie doch einfach durch den im Classic Driver Markt komplett hinterlegten Katalog für die Gooding & Company Scottsdale Auktion am 19./20. Januar 2019 in Arizona.