Erleben Sie die Tour Auto 2016 in 111 atemberaubenden Bildern

Eine Woche lang sind die rasantesten Sportwagen aller Zeiten auf kurvigen Landstraßen einmal quer durch Frankreich gerast. Unser Fotograf Rémi Dargegen war dabei – und hat das Spektakel in fantastischen 111 Bildern festgehalten.

Die Tage sind hart, die Nächte kurz, die Teilnehmer erschöpft und die Autos am Rande ihrer technischen Belastbarkeit – doch wer sich für die Tour Auto bewirbt, der weiss: Die französische Langstreckenrallye ist kein Spaziergang, sondern eine Grenzerfahrung der besonderen Art. Und das Organisationsteam von Peter Auto hat die Kunst, historische Autos besonders fordernd durch wunderbare Landschaften zu jagen, mittlerweile wirklich perfektioniert.

Schon der Start der Tour Auto ist ein Ereignis für sich: Im ehrwürdigen Pariser Grand Palais, der einst für die Weltausstellung konstruiert und später für den Pariser Autosalon genutzt wurde, stehen die Sport- und Rennwagen aufgereit für die technische Abnahme parat. Noch funkelt das Licht, dass durch die gläserne Decke fällt, auf frisch polierten Karrosserien, während sich die Teams sichtlich nervös auf den Start vorbereiten. Um sechs Uhr morgens beginnt schließlich das ersehnte Konzert: Mit donnernden Motoren rollen die Autos hinaus auf die erwachenden Straßen von Paris und dröhnen die ersten Kilometer entlang der Seine. Und wer liebt ihn nicht – den Geruch von Castrol R am Morgen?

Neben der Treibjagd über französische Landstraßen steht jeden Tag eine andere Prüfung auf dem Programm. Mal ist es eine geschlossene Straße, auf der sich die Fahrer und Maschinen messen müssen, mal eine echte Rennstrecke. Gefahren wird in zwei Kategorien – Rennsport und Gleichmässigkeit. Und während die erste Disziplin natürlich die größere Aufmerksamkeit erhält, ist es doch umso interessanter zu beobachten, wie sich die Schnellsten der Schnellen schlagen, wenn es um die Kontrolle über ihr Auto geht. Unsere Favoriten in dieser Kategorie waren ein Ferrari 275 GTB, der Porsche 356 Carrera und der wunderbare Siata 208 S.

Zugegeben: Das prominente Starterfeld der Vorjahrestour war nicht mehr als eine ferne Erinnerung. Die obligatorischen Ferrari 250 GTO, Porsche-Prototypen und Matra-Monster ließen sich in diesem Jahr nicht blicken. Schade, denn auf der Meldeliste hatte sich zumindest noch ein Matra MS650 verirrt. Wahrscheinlich sind es die immer steileren Preisentwicklungen, die viele Besitzer davor zurückschrecken lässt, ihre Multi-Millionen-Automobile bei einer beinharten Rallye wie der Tour Auto aufs Spiel zu setzen. Wir hoffen, dass der ein oder andere Sammler dies im kommenden Jahr nochmals überdenken wird.

Doch natürlich war das Feld dennoch exzellent besetzt – unter anderem startete eine Handvoll Cobras, dazu Jaguar E-Types, Porsche 911 Carrera RS und ein Ford GT40. Und die Fahrer schenkten sich nichts; nach fast jeder Etappe musste das Ranking neu geordnet werden. Den Sieg in der VHC-Klasse sicherte sich Jean-Pierre Lajournade in seinem Jaguar E-Type, wie schon im vergangenen Jahr dicht gefolgt von Ludovic Caron in seiner berühmten Shelby Cobra. Die Gleichmässigkeitsklasse wurde vom wunderbaren Ferrari 250 GT SWB der argentinischen Brüder Martin und Francisco Sucari dominiert.

Auch zwei britische Tour-Auto-Debütanten waren mit vollem Einsatz dabei: Andrew Smith und James Cottingham vom Classic-Driver-Händler DK Engineering bestritten die Rallye in einem Ford GT40 der Scuderia Bear – und blicken nun auf eine abenteuerliche Woche zurück: Gleich dreimal ging ihr Motor in Flammen auf. Dennoch haben sie es bis ins Ziel in Cannes geschafft – und auf dem Weg sogar einige Etappen gewinnen können. „Es war unglaublich“, ließen uns die Beiden Anfang dieser Woche noch sichtlich euphorisiert wissen. „Wir kommen im nächsten Jahr ganz bestimmt wieder!“

Fotos von Rémi Dargegen für Classic Driver © 2016