Eine wahre Rekordflut für RM Sotheby's - aber spiegelt sich dieser Erfolg auch in der Versteigerung?

Mit dem Aufwind, den die hohen Erlöse für viele der Katalog-Highlights bescherten, erzielte die wichtige Monterey-Auktion von RM Sotheby's insgesamt beeindruckende 123.1 Millionen Dollar. Zugleich gab es neue Weltrekorde für die Versteigerung englischer, amerikanischer und Vorkriegsautos.

Rule Britannia

Im Verkaufsraum des Portola Hotel & Spa in Monterey verfolgte viel Publikum das Geschehen, als das kanadische Auktionshaus Chassis XKD 501 mit 19,8 Millionen Dollar - knapp unter dem Schätzwert - verkaufen konnte. Vorher hatten sich vier verschiedene Sammler einen packenden 15-minütigen Bieter-Wettkampf geboten. Addiert man die Auktionsgebühren, ergibt sich daraus die Gesamtsumme von 21.780.000 Dollar, die deutlich über dem bisherigen Rekordhalter liegt - einem Aston Martin DB4 GT Zagato, dessen Erlös 14.300.000 Millionen Dollar betrug.

Das bedeutendste US-Auto überhaupt?

Nicht weniger beeindruckend war die Versteigerung der allerersten Shelby Cobra mit der Chassis-Bezeichnung CSX 2000. Von RM als bedeutendster Sportwagen der USA angekündigt, erlöste das Fahrzeug insgesamt 13.750.000 Millionen Dollar, auch das eine neue Rekordmarke für amerikanische Automobile. Puristen würden vielleicht darauf hinweisen, dass der GT40, der erstmals Le Mans gewonnen hatte und rund fünf Meilen entfernt vom Hotel auf dem Concours-Rasen parkte, ebenfalls zu den bedeutendsten US-Autos gezählt werden müsste. Und noch eine Schallmauer wurde in Monterey durchbrochen: Mit einem Zuschlag von 5.225.000 Millionen Dollar stellte Phil Hills ehemaliger Ferrari 750 Monza einen neuen Weltrekord für dieses Modell auf. Am nächsten Abend übertraf der Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Touring Spider mit einem Gesamtwert von 19.8 Millionen Dollar den bisherigen Auktionsrekord für ein Vorkriegsfahrzeug. Aber nicht allen Highlights war die Bieterlaune so hold: 13.5 Millionen Dollar waren geboten für den ehemaligen Werks-Ferrari 268 SP, dessen Schätzwert laut Katalog nur auf Anfrage mitgeteilt wurde, der aber die wohl ambitionierte Reserve nicht einlösen konnte, gleichzeitig konnte auch ein 9.4 Millionen-Gebot auch beim California Spider nicht für einen Besitzerwechsel sorgen. Vielleicht wäre einiges anders gelaufen, wenn der Spider nicht Opfer eines Pokers mit hohen Einsätzen gegenüber dem N.A.R.T.-Leichtbauexemplar bei Konkurrent Gooding gewesen wäre.

Nach ersten Angaben von Klassikerspezialist Hagerty deutet sich bei der Monterey Sale eine Abverkaufsrate von 85 Prozent an - dasselbe Ergebnis wie 2015, nur mit zweidrittel mehr Fahrzeugen im Katalog. Eine erste Analyse zeigt, dass seltene Modelle und „best of the best”-Exemplare weiterhin großes Interesse wecken. Aber in einigen Fällen gibt es doch eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Schätzungen der Käufer und Verkäufer. Beste Beispiele dafür sind der Ferrari TdF, dessen Schätzwert 7 - 9 Millionen Dollar betrug und der letztlich 5.72 Millionen erlöste; der beeindruckende türkisblaue BMW 507 wurde mit 2.4 - 2.7 Millionen veranschlagt und kam dann für etwas bescheidenere 2.15 Millionen Dollar unter den Hammer.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von RM Sotheby's

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