Diese 10 Sammlerautos sollten Sie jetzt kaufen, bevor es zu spät ist

Es gibt sie noch, die erschwinglichen Sammlermodelle mit Wachstumspotenzial. Während das Interesse an älteren Klassikern nachlässt, steigt die Nachfrage nach jüngeren Jahrgängen. Wir haben für Sie zehn künftige Klassiker herausgesucht, die man noch für unter 50.000 Euro erstehen kann...

Lancia Montecarlo

Der erstmals 1975 erschienene Lancia Beta Montecarlo verkörpert alle Eigenschaften, die Lancia einmal zu einer großen Marke gemacht haben. Er war mit unter 1.000 Kilogramm leicht, dazu selten (weniger als 8.000 wurden gebaut), hatte dank Mittelmotor-Layout ein super Handling, dazu innovative mechanische Lösungen wie die hintere Einzelradaufhängung und sah auch noch gut aus. Leider wurde er – wie so viele Italiener damals – von Qualitätsmängeln gebeutelt, speziell Rost. Was Lancia dazu zwang, die erste Generation 1978 auslaufen zu lassen und erst 1980 mit einer zweiten, nun verbesserten Version noch einmal zurückzukommen. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist ein mühsamer Prozess, denn es gibt kaum noch wirklich gut erhaltene Exemplare. Doch die Suche lohnt sich. Und sei es nur, um die blitzsaubere Pininfarina Silhouette zu bewundern, wie sie sich in einem Fenster widerspiegelt. 

BMW M3 E36

Der 1992 von der BMW Motorsport GmbH vorgestellte zweite M3 auf Basis der E36-Baureihe kann auf eine breite und treue Fangemeinde setzen. In jüngster Zeit verzeichnet er deutliche Wertsteigerungen. Seine Beliebtheit bringt aber auch mit sich, dass viele abgehalfterte und amateurhaft modifizierte Modelle sowie solche mit extrem hoher Laufleistung angeboten werden. Da fällt es schwer, noch ein gutes und dazu originalgetreues Modell zu finden. Zum Glück sind die bekannten Schwachstellen alle registriert, und Ersatzteile weidlich vorhanden. Wir strecken unsere Fühler nach einem sauberen 3,2 Liter-Evolutions-Modell mit 321 PS aus (gebaut zwischen Oktober 1995 und April 1999); 20.000 Euro sind wenig Geld für ein ultimatives Fahrerlebnis. Und egal ob Sie nun damit in London, Lissabon oder Los Angeles herumfahren – ein „Thumbs up“ von Hipstern wie Hedgefonds-Managern ist ihnen gewiss.

Renault Alpine GTA/A610

Zugegeben, seine Kunststoffkarosserie umwehte die Aura eines Kit-Cars und der hinter der Hinterachse montierte V6 (wie beim Porsche 911) war auch kein Ausbund an Zuverlässigkeit. Doch die Renault Alpine GTA (1984-1991) und A610 (1991-1995) waren vollwertige und in kleinen Stückzahlen gebaute 2+2-Sitzer - und sind zweifelhaft bis heute unterbewertet. Die ab 1985 angebotene Alpine V6 Turbo (Alpine GTA) mit dem 200 PS starken 2,5-Liter mit Benzineinspritzung und Aufladung ist das Maß der Dinge – immerhin beschleunigte der aus dem biederen R25 entlehnte Motor die Plastikflunder auf 250 km/h. Nach kommerziellen Flops verschwand bekanntlich der legendäre Name der Marke aus Dieppe für lange Zeit. Doch könnte die Neuauflage des A110 vielleicht auch das Interesse an diesen charmanten Klassikern neu entfachen. 

Alfa Romeo GTV

Der scharf geschnittene Alfa Romeo GTV – ja, ein weiteres Italo-Coupé auf der Liste, aber zum Teufel noch mal warum nicht, wenn es so betörend aussieht? Während die Version mit dem 3,0-Liter-V6 für Kraft und schönen Soundtrack steht, gilt der Vierzylinder als das Modell mit flüssigerem Handling. Und trotz der unvermeidlichen italienischen Zicken und Macken gilt die zwischen 1994 und 2005 gebaute Baureihe als relativ zuverlässig. Einen älteren Alfa zu kaufen ist so, als würde man in eine Familie einheiraten. Eine Community aus komme-was-wolle-Enthusiasten und Sammlern. Übrigens ist es absolut empfehlenswert, das Wissen dieser Alfisti anzuzapfen, um nicht an ein Exemplar zu geraten, das einem hinterher nur Frust beschert. Doch wer möchte schon einen Anzug von der Stange, wenn er zum gleichen Preis einen maßgeschneiderten italienischen Zwirn haben kann? 

Maserati 4200, 3200, GranSport

Auch wenn der Preisverfall vor etwa fünf Jahren zum Stehen kam, kann man einen Maserati 3200 GT, 4200 GT oder GranSports – alles reinrassige italienische GT mit legendärem Dreizack am Grill und die Seele wärmendem V8-Sountrack – noch immer für kleines Geld erstehen. Die Preise variieren allerdings stark, und entsprechend groß ist die Versuchung, beim erstbesten Angebot zuzuschlagen. Modelle mit Handschaltung sind prima für Landstraßen zweiter Ordnung, für längere Fahrten ist jedoch die Vierstufen-Automatik vorzuziehen. Ein kurzer Blick ins Internet – und man liest von zahlreichen Horrorstorys. Doch wer sich Zeit lässt und nach einem Modell mit lückenloser Wartungshistorie sucht, sollte mit einem solchen Exemplar nicht nur am Wochenende Freude haben. Außerdem: Heckleuchten in Bumerang-Form werden immer cool bleiben...

Alpina B10

Wenn ein BMW M-Modell für Sie doch etwas zu protzig ist, dann sind die auf Understatement bedachten, doch gleichwohl nicht weniger kompetenten Q-Fahrzeuge von Alpina eine ernsthafte Alternative. Der B10 auf Basis der E34-5er-Generation ist ein großartiges Beispiel. Die von 1989 bis 1994 gebaute Variante mit 360 PS starkem Bi-Turbo-Motor war die schnellste Limousine, die man damals für Geld kaufen konnte. Da nur so wenige gebaut wurden und sich die meisten im Besitz wahrer Kenner befinden, lohnt es sich, diese kundigen Kreise vor Erwerb eines solchen B10 zu konsultieren. Finden Sie ein gut gepflegtes Auto und sonnen sich im Gefühl, einen langsameren und gewöhnlicheren M5 im Rückspiegel immer kleiner werden zu lasen...

Fiat Coupé

Unkonventionelles Design, kräftiger Turbomotor und scharfes Handling – so die Attribute des erstmals 1993 vorgestellten Fiat Coupés aus der Feder von Chris Bangle, dem späteren BMW-Chefdesigner und enfant terrible der damaligen Designerszene. Viele Jahre sind seitdem vergangen, und wir finden, dass das Modell nun altert wie ein guter Wein. Ganz ehrlich: Die wie mit dem Tranchiermesser zurechtgeschnittenen Radkästen und das Heck mit seinen an Ferrari erinnernden Rückleuchten kaschieren sein Lebensalter trefflich. Die erste Generation hatte noch Motoren aus dem Lancia Delta Integrale, doch rosteten die Karosserien mangels Feuerverzinkung. Die späteren Modelle mit 20-Ventil-Motoren sind besser dagegen gefeit. Gehen Sie bei Ihrer Auswahl daher nicht nur nach Laufleistung, sondern auch nach Zustand. Und nennen Sie uns dann einen anderen italienischen Sportwagen für das Geld einer gebrauchten Schräghecklimousine...

Audi RS6

Der von 2002 bis 2004 in Neckarsulm auf Basis der C5-Generation des A6 als Limousine und Avant gebaute Audi RS6 hat etwas von einem B-2 Stealth Bomber – beide verfügen über erderschütternde Power und schlüpfen unter dem Radschirm hindurch. Mit dem RS6 veränderte Audi die Vorstellung von einer praktischen Motorisierung. Wenn es darum ging, die Familie zum Wochenendausflug zu kutschieren oder ein altes Sofa zum Recyclinghof zu bringen, warum nicht mit einem 450 PS starken Kombi? Als ICE unter den Lasteseln stach der bei der Quattro GmbH entwickelte RS6 seine Rivalen von BMW und Mercedes aus. Und er tat es mit Stil – fragen Sie nur Daniel Craig, der einen im Gangsterfilm Layer Cake (2004) fuhr. Nur 870 RS6 Avant wurden gebaut, was das Aufspüren eines guten Exemplars im Gebrauchtwagenmarkt schwierig macht. Doch selbst ein gepflegter Wagen aus erster Hand und mit unter 75.000 Kilometer ist noch für rund 25.000 Euro zu bekommen. Man braucht tiefe Taschen, um das gute Stück danach in Bestform zu halten – doch hat man dafür verdammt viel Auto fürs Geld.

Lotus Esprit V8

Julian Thomsons aufgewertete Version des Lotus Esprit bewahrte auch 17 Jahre nach seiner Vorstellung die visuelle Dramatik des S1-Originalentwurfs von Giugiaro. Und verfügte mit dem 354 PS starken 3,5-Liter-V8-Biturbo endlich über genügend Leistung, um das Maximum aus dem famosen Fahrwerk/Chassis herausholen zu können. Ab 1996 wurden weniger als 1.500 Lotus Esprit V8 hergestellt, sodass es sich um ein wirklich rares Modell handelt. Können Sie einen gewissenhaften Halter zum Verkauf überreden, erwerben sie zum Preis eines modernen Hatchbacks einen der größten britischen Supersportwagen. In Versuchung geraten? 

Bentley Continental

Geht es um Stil und Preis-Leistungs-Verhältnis, gibt es kaum etwas Besseres als einen Bentley Continental aus den 90er- und frühen 2000er-Jahren. 1991 eingeführt, war dieses Modell seit Jahrzehnten das erste auf einer nicht von Rolls-Royce übernommenen Plattform. Das muskulöse Coupé verbarg einen blubbernden V8 unter der Haube, der ihm unter den zeitgenössischen Bentley Boys den Spitznamen „Crewe’s Missile“ einbrachte. Das Gros der rund 2.000 Modelle in R, S, T und SC-Spezifikation wurden nicht nur per Hand hergestellt, sondern von ihren Käufern auch ohne Rücksicht auf Kosten extrem personalisiert. Da wirkt es fast absurd, dass man makellose Continentals für unter 50.000 Euros erstehen kann, aber die etwas über 11.000 Autos, die Bentley 2017 verkaufte, mindestens das Dreifache kosteten und dennoch immer noch als exklusiv galten...

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