Die Rockabilly Hot Rods aus Wales wirbeln mächtig Sand auf

Man könnte annehmen, diese nostalgisch-schönen Bilder des deutschen Fotografen Johannes Huwe seien im Amerika der 1940er Jahre entstanden. Weit gefehlt: Die Aufnahmen wurden tatsächlich vor einem Monat in den Pendine Sands von Südwales gemacht! Wir zeigen die Bilder exklusiv.

PS-Stärke Marke Eigenbau

Selbst die Sonne gab sich in walisischen Pendine Sands ausnahmsweise ein Stelldichein. Der Ort ist in der Erinnerung der Briten wohl für immer mit dem Landgeschwindigkeitsweltrekord verbunden, den Sir Malcolm Campbell Anfang der 1920er Jahre mit knapp 235 Stundenkilometern in seinem legendären „Bluebird” aufstellte. Heute ist dieser sieben Meilen lange Küstenabschnitt Schauplatz wunderbar nostalgischer Amateur-Renntage, die von der Vintage Hot Rod Association organisiert werden und es Speed-Freaks aus der ganzen Welt ermöglichen, in den angesehenen „100mph Club” aufgenommen zu werden. Zuschauer erleben eine verrückte und variantenreiche Auswahl an mächtigen Maschinen, die in heimischen Garagen mit großen Mengen an PS ausgestattet wurden. Der deutsche Fotograf Johannes Huwe war dabei, als wieder ein neues Kapitel in der heißen Chronik der Hot Rods geschrieben wurde. Dass seine Bilder selbst einen überzeugenden Vintage-Charakter aufweisen, liegt daran, dass er zu Ehre dieser Mavericks seine analoge Leica herausholte und klassischen Schwarzweiß-Rollfilm einlegte.

Wilde Rennen, wilde Typen

Man sieht es den Bildern an: Salzige Seeluft und Benzin ergeben ein betörendes Gemisch! Hinzu kommt die Begeisterung aller Teilnehmer, die noch einmal die einzigartige Atmosphäre dieser ur-amerikanischen Hot Rod-Rennen verspüren lassen. Die Wurzeln mögen jenseits des Atlantiks liegen, trotzdem folgten Hunderte von Rockabillies in ihrer speziellen Kostümierung dem Ruf dieser Renntage. Während die Teilnehmer in ihren Gefährten versuchten, im tückischen Sand genügend Grip zu bekommen, genossen die Zuschauer das nostalgische Spektakel in zeitgenössischem Aufzug. Nachdem der freundliche Austausch unter den Kontrahenten vorbei war und auch die einsetzende Ebbe mehr Sicherheit und Raum versprach, schritt das Flaggen-Girl zur Startlinie, um den Wettkampf zu eröffnen. Trotz des tapferen Einsatzes aller Fahrer, war es Matt Farrant, der sich nach zwei Tagen mit rund 189 Stundenkilometern am Steuer seines Ford Model A-Roadster-Pick-Up von 1929 vor allen anderen Fahrern durchsetzte. Vielleicht sollte man doch einmal einen Sommerurlaub in Wales verbringen?

Fotos: Johannes Huwe

Wer mehr Bilder von Johannes Huwe sehen oder sein Buch „The Race of Gentleman” mit eindrucksvollen Fotos dieses und anderer Hot Rod-Rennen kaufen möchte, sollte seinen Book Shop besuchen.