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Dieser weitgereiste Ferrari 250 GT SWB Berlinetta ist die pure Perfektion

Er betrat die Weltbühne 1959 und erntet seither tiefste Verehrung: Wer einen Ferrari 250 GT SWB Berlinetta besitzt, dürfte zu den glücklichsten Bewahrern eines klassischen Autos gehören. Jedes Exemplar ist hohe Autokunst, aber jenes von Schaltkulisse übertrifft alle.

Ja, der F40 ist der posterwürdige Traumwagen von vielen. Ja, natürlich, der Enzo belegt den Willen eines Mannes, alle Rivalen in die Schranken zu weisen. Und wer wollte nicht in einem Testarossa vor dem coolsten Club vorfahren? Aber für uns gibt es nur einen Ferrari, der alle Kriterien erfüllt und das mit unvergleichlichem Stil: Der Ferrari 250 GT SWB Berlinetta.

 

 

 

Es war das Jahr 1959 und bei Ferrari arbeitete man rund um die Uhr, um mit den eigenen Formel 1-Rennwagen den gewitzten Briten mit ihrem Cooper-Climax Paroli zu bieten. Auf den Rennstrecken wollte sich der Erfolg nicht so recht einstellen, aber fernab der Scheitelpunkte und Zuschauertribünen vollzog sich etwas Magisches.

Pininfarina übernahm das Design, während eine Reihe von Optimierungen beim Fahrwerk und der Aufhängung vorgenommen wurden, um sicherzustellen, dass der 250 GT vom Start weg herausragend sein würde. Unter dem Namen „Passo Corto Berlinetta“ – später nur mehr „SWB“ – firmierte die Länge von 2,4 Meter, die dafür sorgte, dass selbst schärfste Kurven wie mit dem Rasiermesser gezogen schienen. Zu den vielen technischen Premieren in diesem Ferrari gehörten auch die serienmäßigen Scheibenbremsen an allen vier Rädern.

Dieses besondere Exemplar auf den Fotos hat eine vielfältige Karriere erlebt, denn mit jedem neuen Eigner bereiste es die Welt. Im Juli 1961 als Berlinetta Stradale vom Band gerollt und konfiguriert in Grigio, ist dieser Ferrari der 86. von insgesamt 165 gebauten Ferrari 250 GT SWB Berlinetta. Er wurde neu an den ersten italienischen Besitzer ausgeliefert und blieb geraume Zeit bei ihm, ehe er in den siebziger Jahren auf die weite Reise nach Los Angeles geschickt wurde. Noch immer in Kalifornien, erhielt der Ferrari Mitte der neunziger Jahre eine umfassende Restaurierung, wo der 250 GT auch das volle Rosso-Treatment erhielt, komplett mit Interieur in Naturleder, 40 DCL-Vergaser von Weber, geteilte Auspuffkrümmer im Testa Rossa-Stil und sogar einen einschichtigen Aluminiumboden – so wurde aus einem wendigen Maestro der Kurven ein veritabler Café Racer mit Nummernschildern.

Nun erstrahlt dieser SWB in exquisitem Zustand - sowohl innen wie außen - und trägt sein Rosso mit müheloser Eleganz. Die ursprüngliche Innenfarbe ist vom Werk nicht bestätigt, was bedeutet, dass der nächste Besitzer über den Luxus verfügt, den Innenraum in der persönlichen Lieblingsfarbe spezifizieren zu können. Für uns ist die Kombination rot über beigem Leder allerdings die perfekte Zusammenstellung, zumal bei einem Ferrari der goldenen Ära! Jeden Ferrari aus den fünfziger Jahren fahren zu können, ist ein wahrhaft unvergessliches Ereignis, aber der 250 GT SWB bietet die wohl purste Form des Fahrerlebens – im am besten proportionierten und markantesten Berlinetta in der mehr als 70-jährigen Geschichte Ferraris.

Weil so viele Exemplare in den letzten Jahren mehrfach die Hände wechselten, bietet dieser 250 GT die wirklich seltene Chance, ein außerordentlich originales Exemplar zu erwerben, dass in den letzten zwei Jahrzehnten von ein und demselben Eigner gehegt und gepflegt worden ist. Wenn Sie nicht zugreifen, dann müssen wir hier bei Classic Driver eben eine Spendenbüchse herumgehen lassen. Wer weiß, vielleicht können wir dann in rund 30 Jahren schon mal das Lenkrad kaufen?

Fotos von Stephan Bauer

This article was produced as part of a paid partnership with Schaltkulisse GmbH. Classic Driver is not responsible for the information given above.