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Mit Polizei-Eskorte und bei strömendem Regen gingen 14 Lamborghini Miura auf großen US-Ostküsten-Trip

Aus Anlass „60 Jahre Lamborghini Miura“ machten sich 14 Kampfstiere auf eine 1100-Kilometer-Tour durch Neuengland und die Catskill Mountains. Tourleiter Simon Kidston vergleicht das SV- mit dem S-Modell und erklärt, warum der Miura selbst unter US-Speedlimits ein begeisterndes Fahrerlebnis bietet.

Seit 2006 bringen Simon Kidston und sein Team – in Zusammenarbeit mit der bekannten italienischen Organisation 2Fast4You – Lamborghini-Miura-Besitzer zu einer besonderen Ausfahrt zusammen. Immer im Abstand von fünf Jahren – und jedes Mal, wenn unsere Instagram-Feeds damit bereichert werden, wirken diese Touren noch beeindruckender und besonderer. Es ist eine schillernde Ansammlung von Fahrzeugen in Giallo, Rosso, Nero und gelegentlich sogar Viola – allesamt Exemplare des Kronjuwels von Lamborghini: des Miura, des weltweit ersten Supersportwagens. Das Konzept ist von ähnlich konzipierten Ausfahrten für den Ferrari 250 GTO inspiriert, die bereits seit Anfang der 1980er-Jahre stattfinden.

In diesem Jahr stand das Event ganz im Zeichen des 60. Jubiläums des Lamborghini Miura: 14 Fahrzeuge versammelten sich bei Tagesanbruch vor dem Hotel Peninsula an der New Yorker Fifth Avenue – und selbst ein über New York aufziehendes Unwetter konnte die Stimmung nicht trüben. Das NYPD sperrte die Straße und stellte eine polizeiliche Eskorte für die Ausfahrt aus der Stadt bereit – ein wahrhaft surrealer Moment, sowohl für die Teilnehmer als auch für so manch freudig überraschten Passanten, der zufällig gerade vorbeiging. 

Autos, die man sonst eher bei einem Concours d’Elegance oder auf einer Auktion sieht, im Nieselregen warmlaufen zu lassen und auf ein Abenteuer vorzubereiten – das bot eine fantastische Fotogelegenheit, und die Tour hatte gerade erst den ersten Häuserblock hinter sich gelassen. Erwähnenswert ist zudem, dass der ehemalige Cheftester des Werkes, Valentino Balboni, als Erster in Manhattan eintraf; er hat wohl mehr Lamborghini gefahren als kaum jemals ein anderer Mensch. Ebenfalls mit von der Partie war der „Bruno Metallizzato“-SV – ein Fahrzeug, das 2020 aus einem verfallenden italienischen Palazzo gerettet wurde und sich noch immer im unrestaurierten Originalzustand befindet. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit Jahren.

In den folgenden fünf Tagen legte die Gruppe mehr als 1.100 Kilometer durch die Bundesstaaten New York, Rhode Island und Connecticut zurück, ehe sie den Hudson River überquerte und in die Catskill Mountains gelangte, die sich in einer spektakulären Indian-Summer- Farbenpracht präsentierten. Zu den Zwischenstopps zählten das Audrain Automobile Museum in Newport, Rhode Island, und das Kunstmuseum Magazzino Italian Art in Cold Springs (N.Y.). Während die Teilnehmer diese Etappenziele genossen, sorgte im Hintergrund ein 17-köpfiges Team – bestehend aus Mitarbeitern, Technik-Spezialisten, einem Abschleppwagen und zwei Fotografen – für einen reibungslosen Ablauf. Simon Kidston betonte, dass es bei diesen Touren vor allem darum gehe, das Gefühl eines Roadtrips unter Freunden zu vermitteln – und nicht den Charakter einer geschäftlichen Veranstaltung.

Und wie haben sich die Autos geschlagen? Auf gerader Strecke liegen der SV und der S dicht beieinander, doch die breiteren Hinterräder und das optimierte Fahrwerk des SV verschaffen ihm auf kurvenreichen Straßen und bei hohen Geschwindigkeiten einen Vorteil. Simon gibt selbst zu, dass der Miura nicht perfekt sei. Die Bremsen haben noch kein ABS und erfordern ebenso wie die anderen Pedale kräftiges Zutreten; auch das Getriebe erfordert einen vergleichsweisen hohen Kraftaufwand. Dafür dreht der V12-Motor sauber von 1.000 U/min bis fast 8.000 U/min hoch – und selbst auf holprigen, kurvenreichen Straßen und beim wechselhaften Wetter gab es keinerlei Probleme.

Laut Kidston ist dies auch der Grund für den Wertanstieg des Miura. Er unterstreicht damit seinen Status als das „Automobil-Supermodel“ seiner Ära – und im Gegensatz zu jüngeren Supersportwagen, die primär als „Investitionsobjekte“ dienen, bereitet er selbst bei den niedrigen (legalen) Geschwindigkeiten auf amerikanischen Straßen echtes Fahrvergnügen. Wie beschrieb Simon es doch so treffend: „Wäre es einfach, wäre es langweilig – und genau da fängt der eigentliche Spaß erst an.“

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