Clemens Weisshaar und Reed Kram haben sich von Audis Rennsport-Forschung inspirieren lassen: Auf dem Salone del Mobile in Mailand präsentierten die Designer einen Leichtbau-Stuhl mit interaktivem Testprogramm für Freiwillige.
Während im Automobilbau meist die Machbarkeit eines Projekts im Fokus steht, präsentieren sich die großen Marken auf dem Mailänder Möbelsalon gerne mit interdisplinären, möglichst kreativ und avantgardistisch wirkenden Design-Projekten. Auch Audi ist seit 2010 beim „Salone“ dabei. In diesem Jahr haben die Ingolstädter die beiden Produktdesigner Clemens Weisshaar und Reed Kram an Bord geholt. Das bayerisch-schwedische Duo hat sich intensiv mit der Entwicklungsarbeit von Audi für den Langstrecken-Rennsport auseinandergesetzt – vor allem der siegreiche Le-Mans-Rennwagen R18 TDI stand Pate für das Kreativprojekt. Den ultra-hollistischen Anspruch, mit dem Audi eine höchst komplexe, computergestützte Technologieforschung betreibt, nahmen Weisshaar und Kram zum Vorbild für die Entwicklung eines ergonomisch optimierten Sitzgelegenheit mit Aluminium-Beinen, Carbon-Sitzschale und Gummi-Carbon-Verbund-Lehne.
Im Mailänder Palazzo Clerici war jedoch nicht der fertige Stuhl zu sehen, sondern eine sogenannte Public-Beta-Version: Angeschlossen an diverse Messgeräte lud der Stuhl die Besucher dazu ein, sich einige Momente niederzulassen – und den Designern damit wichtige Daten über die Beanspruchung von Konstruktion und Materialien zu übermitteln. Ob der Stuhl einmal in Serie gehen soll, wurde allerdings nicht thematisiert.
Weitere Informationen unter r18ultrachair.com.
Text: Jan Baedeker
Fotos: Audi








