1970 Mercedes-Benz S-Class

280 SE 3.5 V8 Endurance Historic Race Car

Zusammenfassung

  • Baujahr 
    2/1970
  • Kilometerstand 
    133 000 km / 82 643 mi
  • Automobiltyp 
    Limousine
  • Klimaanlage
    Ja
  • Lenkung 
    Links
  • Zustand 
    Originalzustand
  • Markenfarbe innen 
    blue
  • Anzahl der Türen 
    4
  • Zahl der Sitze 
    2
  • Standort
  • Außenfarbe 
    Weiss
  • Getriebe 
    Schaltgetriebe
  • Leistung 
    254 PS / 187 kW / 251 BHP
  • Antrieb 
    Zweirad
  • Kraftstoff 
    Benzin

Beschreibung

Ihn in allen Details zu beschreiben, würde uns in tagelange Arbeit stürzen. Es fängt bei der LED-Motorraumbeleuchtung an, die die Nacht zum Tag macht, und hört bei den Verzurrösen für die Sandsäcke im Kofferraum auf, um auch bei tief verschneiter Passfahrt genügend Grip zu finden.

Daher beschränken wir uns auf die wesentlichen Eckdaten und sind uns gleichzeitig bewußt, den Leser schon damit informativ zu überfluten.

Dieses Automobil will vor allem verstanden werden.

Auswahl, Herkunft, Zielsetzung, Umsetzung und Resultat darf in diesem Fall nicht getrennt betrachtet werden, sonst verliert sich die Perlenschnur logischer Abfolgen, die das Gesamtergebnis selbsterklärend beleuchten.

Die Idee dahinter:

Teilnahme an historisch anspruchsvollen Rallyes, die über mehrere Tage, oftmals mehrere tausend km, oftmals auch unter winterlichen Bedingungen, und darüber hinaus auch durch mehrere europäische Länder stattfinden. Auf diese Idee hatten keine blutigen Anfänger, sondern zwei durchaus erfahrene, ambitionierte Teilnehmer solcher Veranstaltungen. Der große Unterschied zur bisherigen Wahl geeigneter Fahrzeuge – die Erkenntnisse vergangener Jahre und zahlreicher Teilnahmen sollten gebündelt in ein Fahrzeug fließen, das möglichst universell für alle Eventualitäten gerüstet ist und dabei maximale Zuverlässigkeit verspricht. Strikte Konsequenz und Objektivität in der „Materialwahl“ erlaubt dabei keine persönlichen Vorlieben für schnittige Coupés oder Cabriolets, sondern folgt allein dem Ziel. Beste bisherige Erfahrungen mit dem Grundmodell W108 von Mercedes-Benz, der unter Kennern als „ne Bank“ gilt, legen die Entscheidung für diesen Typ nahe.

Erste Wahl: 280 SE 3.5 mit Schaltgetriebe. Nicht den erstbesten, nicht irgendeinen. Vor allem aber – nicht so eben mal an jeder Ecke zu finden.

Ab hier fängt der eigentliche Versuch einer Fahrzeug-Beschreibung an….

Basisfahrzeug: Aus Portugal stammender 280 SE 3.5 V8. An dem Fahrzeug wurde bisher noch kein Karosserieteil nachlackiert oder ausgetauscht. Er befand – und befindet – sich in vollkommen originalem Bestzustand/Erstlack, rostfrei, ungeschweißt.

Der ursprünglich samtige, „kleine“ Alu-V8-Motor wurde erheblich leistungsgesteigert durch klassische Maßnahmen wie Nockenwellen mit geänderten Steuerzeiten, Edelstahl-Fächerkrümmer 2-flutig in gemeinsamen Endtopf mündend (allein dieses Gebilde ist ein handgefertigtes Kunstwerk für Augen UND Ohren), frei programmierbare, modifizierte Einspritzanlage und einige weitere Arbeiten der AMG-Performance Center- Leute in Augsburg. Das Fahrwerk wurde durch straffe Stabis, BILSTEIN-Dämpfer und dezente Höherlegung dem Anspruch eines funktionellen, historischen Rallye-Fahrzeuges mit ernsthaften Ambitionen auf vordere Plätze angepasst. Das GETRAG – 5-Gang-Getriebe mit perfekter Übersetzung wurde an die neue Umgebung i.V. m. gekürzter, gewuchteter Kardanwelle gegen das originale, noch vorhandene 4-Gang-Schaltgetriebe ausgetauscht.

Hinsichtlich des Piloten-Komforts wurde auf eine perfekte Sitzposition durch 2 RECARO – SLS-Sitze mit zeitgenössischem Leder/Stoff Karo-Bezug (wie die ehemaligen Prototypen der 50er u. 60er – Jahre) Wert gelegt, in denen man auch Langstrecken-Etappen mühelos übersteht. Ebenso wurde der große Tank des 6.3 liter SEL mit enormen 105 Liter Inhalt installiert, um sorgenfreie 600-800 km ohne Unterbrechung weit zu fahren. Die ab werk installierte, komplett revidierte und neu befüllte Original-Klimaanlage sorgt sowohl für den kühlen Kopf der Piloten als auch für den gekühlten Getränke-Vorrat, der kurvenfest in dafür vorgesehenen Flaschenhaltern der Box steht. Diese Multi-Box ist natürlich in Griffweite anstatt der üblichen Rücksitz-Bank. Darin findet man auch das umfangreiche Bordwerkzeug, Ersatz-Keilriemen, Wischer-Blätter bis hin zur koffeinhaltigen Schok-A-Kola Zartbitter-Box für die Fitness bei langen Nachtetappen. 6-Punkt-Gurte runden den Wohlfühl-Effekt perfekt ab. Die Reifengröße wuchs auf die einerseits erschwingliche, andererseits aber im Vergleich zur Serienbereifung deutlich effektivere Breite von 205/65 R15 V, die knapp für die erzielbare Vmax reichen sollte. Laut Tacho liegt diese bei rund 250 km/h, wofür weder Gefälle, noch Rückenwind nötig sind. Der installierte GPS-Wegstreckenzähler – einer von 3, wovon 2 mechanisch arbeiten – zeigt dabei echte 238 km/h an. (Zumindest für uns eine Grenzerfahrung in einem fast 50 Jahre alten Mercedes, zumal man dabei einhändig fahren und einen Kaffee trinken kann)

Die Servo-Lenkung wurde erneuert in Verbindung mit allen relevanten Achslagern, Streben, Stabis und Lenker der Vorder- und Hinterachse.

Die Beleuchtungs-Einrichtung an der Front und Heck ist für den Ernstfall gerüstet: In Summe liefern 600 Watt Licht in jede noch so dunkle Nacht-Etappe, die durch entsprechende Bestückung und Einstellung sowohl bündelnde, als auch breit fächernde Streuung auf die Straße liefert.

Die Meß-Einrichtungen der Wegstrecken-Zählwerke sind sowohl auf Getriebe, als auch auf Reifen-Umdrehung eingerichtet, um sich auch gegenseitig zu überwachen (Stichwort: Luftdruck/Schlupf/Drehzahldifferenz zw. Vorder-und Hinterachse/Innen-Außenspur). Das eingangs erwähnte GPS- Zählwerk wurde wiederum zur Überwachung der beiden mechanischen Laufwerke installiert, aber darüber hinaus auch um weitere Funktionen wie die echte Geschwindigkeit und Durchschnitts-Geschwindigkeit anzuzeigen.

Unzählige weitere Vorrichtungen von Ösen für die Sandsäcke, Kanister, Ersatz-Räder usw. bis hin zum fest installierten hydraulischen Wagenheber zeigen eine klare Handschrift – nichts wurde beim Aufbau dem Zufall überlassen. Jedes Detail ist bis ins Kleinste durchdacht und so funktionell integriert, daß man unweigerlich die Größe des Fahrzeugs selbst plötzlich selbsterklärend begreift: diese Dimensionen sind nötig, um eben alle genannten Einrichtungen so zu integrieren, daß sie trotz ständiger Benutzung immer wieder automatisch ihren vorgesehenen Platz einnehmen, ohne dabei Unordnung und damit vorprogrammiertes Chaos im Innenraum zu schaffen.

Trotz all dieser Modifikationen – Am Ende jedoch ist und bleibt es immer noch ein „Benz“.

Dieses wohltuende Gefühl vermittelt keine uns bekannte, weitere Limousine aus dieser Zeit. Reinsetzen, losfahren, 1000 km später mit der Frage „war´s das?“ aussteigen. Das geht im Benz. Und unserer Meinung nach nur in einem „Benz“.

Wollen Sie ernsthaft und ambitioniert historische Rallyes fahren? Mit diesem „Fahr-Instrument“ können Sie sich getrost auf Ihr eigenes Talent und das harmonische Zusammenspiel mit dem Co-Piloten konzentrieren. Besser noch, Sie trainieren und verbessern diese wesentlichen Erfolgs-Parameter, denn auf eines können Sie sich verlassen: Ihren „Benz“. Die vielzitierte eierlegende Wollmichsau trägt in diesem Fall die Farbe weiß, stammt aus Untertürkheim, und meistert mit Ihnen jede Eventualität: Sommer? 35° im Schatten bei der Sommer-Monte? Herbst oder Winter? Nebel und Kälte des schottischen Hochmoors? Tagelanges Regenwetter in den Alpen? Im „Benz“ herrscht Ordnung, bestes Klima, warme Füße und immer kühler Kopf. Selbst auf den Rundstrecken von Salzburg, Hockenheim oder Stuttgarter Solitude fühlt er sich wohl und kann – beherzt gefahren – selbst Rennsportwagen vergangener Epochen das Leben zur Hölle machen…weil er konstant und unter allen denkbaren Bedingungen reibungslos funktioniert.

Das ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis aller Meister dieser historischen Motorsport-Art – unbedingte Funktion unter allen Umständen.

An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank an den Vorbesitzer und Erbauer dieses Kraftwagens!

Das ist ein Meisterstück.

To describe it in all details would plunge us into days of work. It starts with the LED engine compartment lighting, which turns night into day, and stops at the lashing points for the sandbags in the trunk, to find enough grip even in snow-covered passages.

Therefore, we limit ourselves to the essential key data and at the same time we are aware of already informatively flooding the reader with it.

This car wants to be understood first and foremost.

Selection, origin, purpose, implementation and result must not be considered separately in this case, otherwise the pearl of logical sequences that illuminate the overall result in a self-explanatory manner will be lost.

The idea behind it:
Participation in historically demanding rallies that take place over several days, often several thousand km, often under winter conditions, and moreover through several European countries. There were no bloody beginners to this idea, but two thoroughly experienced, ambitious participants of such events. The big difference to the previous choice of suitable vehicles - the findings of past years and numerous participations should flow bundled into a vehicle that is equipped as universally as possible for all eventualities and thereby promises maximum reliability. Strict consistency and objectivity in the "choice of material" does not allow personal preference for sleek coupes or convertibles, but only follows the target. Best previous experience with the basic model W108 of Mercedes-Benz, which is considered by connoisseurs as a " Bank", suggests the decision for this type.

First choice: 280 SE 3.5 with manual transmission. Not the first, not some. But above all - not so easy to find on every corner.

From here the actual attempt of a vehicle description begins ....

Base vehicle: Portugal 280 SE 3.5 V8. On the vehicle, no body part has been repainted or replaced. He found - and is - in completely original condition / original paint, rust-free, unwelded.

The originally velvety, "small" aluminum V8 engine has been significantly enhanced by classic measures such as camshafts with changed timing, 2-flow stainless steel manifold in common end pot opening (alone this structure is a handmade artwork for eyes and ears), freely programmable , modified injection system and a few more works by the AMG Performance Center people in Augsburg. The suspension was adjusted by tight stabilizers, BILSTEIN shock absorbers and subtle elevation the claim of a functional, historic rally vehicle with serious ambitions on front seats. The GETRAG - 5-speed gearbox with perfect gear ratio was sent to the new environment i.V. m. shortened, balanced propeller shaft replaced with the original, still existing 4-speed manual transmission.

Regarding the pilot's comfort, two RECARO SLS seats with contemporary leather / fabric checks (like the former prototypes of the fifties and sixties) have been designed for a perfect sitting position, in which one can effortlessly endure even long-distance stages , Similarly, the large tank of the 6.3 liter SEL was installed with enormous 105 liters content to drive carefree 600-800 km without interruption. The factory-installed, completely revised and refilled original air conditioning system ensures both the cool head of the pilots and the chilled drinks supply, which is curve-proof in designated bottle holders of the box. Of course, this multi-box is within reach instead of the usual rear seat bench. In it you will also find the extensive tool kit, replacement V-belt, wiper blades to the caffeine-containing chocolate-A-Kola bittersweet box for fitness during long night stages. 6-point straps round off the feel-good effect perfectly. The tire size grew on the one hand affordable, but on the other hand, compared to the standard tires significantly more effective width of 205/65 R15 V, which should be just enough for the achievable Vmax. According to the speedometer, this is around 250 km / h, for which neither incline nor tailwind are necessary. The installed GPS odometer - one of 3, of which 2 work mechanically - shows real 238 km / h. (At least for us a frontier experience in a nearly 50-year-old Mercedes, especially as you can drive with one hand and drink a coffee)

The servo steering has been renewed in conjunction with all relevant axle bearings, struts, stabilizers and handlebars of the front and rear axles.

The lighting equipment at the front and rear is prepared for emergencies: in total, provide 600 watts of light in every dark night stage, which supplies by appropriate placement and setting both bundling, and wide-ranging scattering on the road.

The measuring devices of the distance indexes are set up both on transmission, as well as on tire rotation to monitor each other (keyword: air pressure / slip / speed difference between front and rear axle / inside-outside lane). The above-mentioned GPS counter was again installed to monitor the two mechanical drives, but also to display other functions such as the real speed and average speed.

Countless other devices from eyelets for the sandbags, canisters, spare wheels, etc. up to the permanently installed hydraulic jack show a clear handwriting - nothing was left to chance in the construction. Every detail is thought through to the smallest detail and so functionally integrated that you inevitably suddenly understand the size of the vehicle itself self-explanatory: these dimensions are necessary to just integrate all the aforementioned facilities so that they always take their intended place again and again, despite constant use without creating clutter and thus pre-programmed chaos in the interior.

Despite all these modifications - in the end, however, it is still a "Benz".

This soothing feeling does not convey any known limousine from this period. Sit in, drive off, and jump out 1000 km later with the question "that's it?"

That works in the Benz. And in our opinion only in a "Benz".

Do you want to drive seriously and ambitious historical rallies? With this "driving instrument" you can concentrate confidently on your own talent and the harmonious interaction with the co-pilot. Better yet, you train and improve these key success factors, because one thing you can count on is your "Benz". In this case, the much-quoted egg-laying whool-milk-pig wears the color white, comes from Untertürkheim, and copes with you every eventuality: summer? 35 ° in the shade at the summer Monte Carlo Rallye? Autumn or winter? Mist and cold of the Scottish moor near John o´Groates at the LeJog? Day-long rainy weather in the Alps? In the "Benz" there is order, best climate, warm feet and always cool head. Even on the circuits of Salzburg, Hockenheim or Stuttgart Solitude he feels well and can - courageously driven - even racing cars of past epochs make life hell ... because it works constantly and smoothly under all conceivable conditions.

This is the real secret of success of all masters of this historic motorsport type - unconditional function under all circumstances.

Many thanks again to the previous owner and builder of this motor car!

Trust us please, when we say -This is a masterpiece.