Die SuperYacht Galerie verriet die Regeln für das 71-Prozent-Spiel

Wie pries ein Ausstellungsplakat: „Es ist ein 71-Prozent-Spiel. Diese Fläche nehmen die Ozeane ein und eine Yacht ist Ihr Pass für Entdeckungstouren.“ Nur gut, dass die SuperYacht Show in der Saatchi Galerie nicht nur verriet, wie man das Spiel spielt, sondern es auch dominiert.

Die SuperYacht Galerie entstand nach einem Konzept von Merijn de Waard und Marijn Smit. Beide Niederländer sind innerhalb der Superyacht-Szene aktiv – de Waard als Geschäftsführer der SuperYacht Werft und Smit als früherer Manager für Events und Multimedia bei Feadship. Beide trieb der Gedanke um, dass es doch andere und neue Möglichkeiten geben müsste, um Superyachten zu präsentieren. Die dann nicht nur Interesse innerhalb der bekannten Kundschaft, sondern weit darüber hinaus erzeugen würden. Aus diesen Gedankenspielen heraus wurde die SuperYacht Galerie geboren. 

Vordenker

„Der Unterschied zu allen anderen Yachtevents liegt darin, dass es sich nicht um eine Verkaufsmesse handelt. Es geht nicht darum, einzelne Marken vorzustellen, sondern darum, die Geschichte der Yachtindustrie zu erzählen. Wir haben die Saatchi Galerie gewählt, um die Welt der Yachten mit der Kunstwelt zu verbinden. Als eine holistischere Art der Präsentation, begleitet von Kunstwerken“, erklärt de Waard. „Durch die Zusammenarbeit mit Jamie Edmiston vom Maklerunternehmen Edmiston Company erreichten wir so ein maßgeschneidertes und aufklärerisch wirkendes Erlebnis für den Superyacht-Käufer und ein unterhaltsames, die Augen öffnendes Erlebnis für jene, die gerade erst mehr über die Yacht Community erfahren wollen.“ 

Zwangloses Come together

Die dreitägige Ausstellung (vom 1. bis 3. Juni) bestand aus sieben unterschiedlichen Themen zum Gesamtkomplex Superyachten: Das Geschäft mit Yachten, Imagination, Handwerkskunst, Innovation, Exploration, Lifestyle und Performance. Mangels Ständen kam gar nicht erst das Gefühl einer üblichen Handelsmesse auf; stattdessen mischten sich Yachthersteller, Broker, Designer und Künstler wie bei einer authentischen Kunstausstellung ungezwungen auf dem Parkett. Um ehrlich zu sein, wurde auch das ein oder andere dezente Verkaufsgespräche geführt - wohl nicht ganz zu vermeiden, wenn man im gleichen Markt rivalisierende Marken in auf engem Raum zusammenführt. Dank des offenen und einladenden Ambientes ähnelte das Ganze dann aber doch eher einem freundlichen Smalltalk unter Freunden, zumal offenbar jeder vom anderen dessen Funktion und Bedeutung kannte. Und selbst wenn man wie ich völlig unbedarft war, gab es sehr viel zu sehen und zu lernen. 

Alles an Bord

Die Schiffsbauer und Designer ließen es sich nehmen, ihre neuesten und großartigsten Konzepte zu zeigen: Wie Studio Indigo die Southern Right Explorer, Rossinavi und Pininfarina die Aurea und Lürssen die zur Zeit weltgrößte Yacht überhaupt, die Azzam. Zugleich konnte man einen Künstler dabei beobachten, wie er seinen Pinsel über eine große Leinwand streichen ließ, um nach einer Nummernreihenfolge eine in einer verschwiegenen Bucht vor Anker gegangene Superyacht zu malen. Nebenan skizzierte ein junger Designer von Winch Design live und mit leichter Hand Entwürfe für neue Studien, während ein Marinechronometer von Thomas Mercer mitten im Raum vor sich hin tickerte. Damit nicht genug, gab es ein voll elektronisches Armaturenbrett und einen Simulator von Radio Zeeland DMP, einen auf maritime Zwecke ausgelegten Rolls Royce V12 Merlin-Motor von Aeroboat by Claydon Reeves, Samsung Gear Glas-Brillen mit 360-Grad-Rundumansichten von Sarp Yacht's Adouda 63, nautisch inspirierte Skulpturen von Arik Levy, Kristallglas von Lalique, eine Baccarat Kristallflasche mit einem 35.000 Euro teuren Cognac von Hennessy und vieles mehr zu sehen.

Partydeck

Für die wirklich allerwichtigsten VIPs gab es dann noch ein Top Deck oberhalb der Galerien. Wo man bei einem Glas Champagner und Canapés über das wirklich beste Boot für den nächsten Mittelmeer-Trip trefflich fachsimpeln konnte.... 

Fotos: Tim Brown für Classic Driver © 2017 

Sie finden ein breites Angebot an Segel- und Motoryachten sowie eine kleine Auswahl an Superyachten im Classic Driver MarktEndFragment