Wir zeigen's Ihnen: Fiat 850 Spider

„Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt der Eigentümer, Henry Kolhoff, wenn er an seinen Fiat 850 Spider denkt. Dabei begann die Beziehung alles andere als harmonisch: Auf den Kauf folgte zunächst eine Restaurationsarie, die sich über Jahre hinzog. Fehlende oder schwer verfügbare Ersatzteile verzögerten die Reparaturen erheblich und obendrein brannte der Spider nach der ersten Vollrestauration beinah vollständig aus. Davon ließ sich der „Freizeitmechaniker“ Kolhoff jedoch nicht entmutigen. Heute ist von Brandwunden und Rostlöchern nichts mehr zu sehen, nur noch einige Bilder erinnern an den einst traurigen Zustand des Zweisitzers…

„Das Fahrzeug entdeckte ich in einer Garage unter den S-Bahn Bögen von Berlin, wo es zwischen bis unter die Decke gestapeltem Autoschrott schlummerte. Heraus schaute nur das Heckteil. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nach fünf Jahren zähen Verhandlungen war der Spider endlich mein Eigentum und stand wieder im Sonnenlicht. Es folgte eine aufwändige Restauration, die mich sieben Jahre lang beschäftigten sollte. Von Autoreparaturen hatte ich bis dato keine Ahnung, trotzdem musste ich etwas gegen den 20 Cent großen Rostfleck unternehmen, der sich nach genauerem Inspizieren als Großbaustelle entpuppte. Es kostete Unmengen an Geld, Energie und Mühe, um Informationen über das Auto zu bekommen. Mein ganzer Tagesrhythmus bestand aus diesen Aufgaben.

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Entgegen meines wichtigsten Wunsches, das Fahrzeug so originalgetreu wie nur möglich zu gestalten, erfuhr es doch einige Modifikationen. So wurde nach dem Brand zum Beispiel das ursprünglich mit einer Holzdekorfolie beklebte Armaturenbrett sowie innere Armlehnen und Schaltknauf gegen echtes Holz (westafrikanisches Tropenholz) in Einzelanfertigung ersetzt.“

Heute, unzählige Reparaturstunden später, erstrahlt der treue Italiener von Henry Kolhoff wieder in seinem ursprünglichen Glanz und zeigt sich als echtes Spassmobil:

„Mein Fiat 850 Spider hat mir schnell seine gute Seele offenbart. Er ist ein absolut sympathisches Spassmobil ohne Überraschungen und garantiert ohne bitteren Nachgeschmack. Er hat nie den Anspruch erhoben, die Haute Couture der Cabriolets aufzumischen oder in ihren Revieren zu wildern. Er schmiegt sich jedoch mittlerweile als Oldtimer, so dass mich oft strahlende Augen verfolgen, wenn ich mit ihm unterwegs bin. So manche Person erinnert sich wehmütig an das Fahrzeug, welches er in seiner Jugend gefahren hat und trauert diesem nunmehr nach.

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Der kleine Fiat ist kein luxuriöses Reisecabriolet, mit dem man bequem in einem Rutsch von Berlin bis nach Italien donnert. „Kleine, geschwungene Strassen mit engen Kehren gehören zu seinem Lieblingsterrain. Sportlich fahren, ja! Doch das heißt nicht rasen, sondern einfach Spass haben und genießen. Immerhin schafft der 850er Serie II (35 KW) eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde. Mit viel Anlauf, versteht sich. Dabei begnügt er sich mit gut 7 Litern auf 100 Kilometern.“

Interessierte finden viele Informationen zum Fiat 850 Spider unter www.fiat850spider.info sowie auf der Clubseite www.fiat850spider.de.

Text: Jan Richter
Fotos: Henry Kolhoff


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