Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen

Vom 10. bis zum 13. April 2003 veranstaltet die SIHA die größte Oldtimermesse der Welt – die Techno Classica. Auf einer Fläche von 85.000m2 präsentieren 820 Aussteller aus 15 Nationen alles rund um das klassische Automobil. Neben den Präsentationen von mehr als 130 Klubs (Club Meeting International) und Events, wie z.B. einem „get–together“ mit Legenden des Rennsports oder der Concours d´Elegance World–Tour, ist die Techno Classica auch ein wichtiger Handelsplatz für automobile Klassiker.

Die Techno Classica mal anders – Mehr als 2000 Automobile werden auf der Techno Classica angeboten. Classic Driver hat im Vorfeld der Messe recherchiert, an welchem Stand das eine oder andere Highlight des Automobilbaus zu finden sein wird.

Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen Den ersten Stopp sollten Autobegeisterte am Stand des Münchner Handelsunternehmen Wunscholdtimer machen – denn dort weht der Geist alter Mille Miglia–Tage. Am Stand 55 in Halle 5 präsentiert Wunscholdtimer einen Ferrari 250 TR Testa Rossa. Dieser historische 12-Zylinder Rennwagen wird ohne Zweifel die Blicke der Besucher auf sich lenken. Der Ferrari, der seiner Zeit technisch weit voraus war, zählt mittlerweile zu den wertvollsten Rennwagen aus Maranello. Auch wenn aus Sicherheitsgründen „nur“ die aus originalen Teilen gefertigte Reproduktion gezeigt wird – der Wert liegt bei 300.000 Euro –, bleibt dieser Rennwagen ein absoluter Höhepunkt.

Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen Wer gar nicht genug bekommen kann von italienischen Automobilen, der kann sich gleich auf den Weg in Halle 6 begeben. Der Kölner Classic–Händler Movendi präsentiert etwas ganz Besonderes – einen Alfa Romeo 1900 CSS Touring Convertible. Dieses 1900er Touring Cabriolet ist laut „Carozzeria Touring“ Chef Carl Felice Anderloni ein Prototyp, der nie in Serie ging und somit Zeit seines Lebens ein Einzelstück blieb. Der Wagen diente im Frühjahr 1957 als Ausstellungsfahrzeug auf dem Genfer Automobilsalon. Was nicht allgemein bekannt ist, die Preise für die 1900er Modelle waren indes horrend – sie übertrafen später sogar den des Mercedes Flaggschiffs 300 SL

Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen Very British geht es in Halle 1 direkt am Süd–Eingang bei Pyritz Yellow Racing zu. Der Händler aus Todenbüttel präsentiert einen sehr exotischen Klassiker – einen Rolls–Royce 25/30 Sedanca Coupé. Diese besondere Karosse wurde 1937 mit der Chassisnummer GZR 21 gebaut. Rund fünfzig Jahre nach seiner Fertigstellung wurde der Rolls–Royce nach Amerika verkauft, dort komplett restauriert und gewann 1985 den ersten Preis beim Concours d´ Elegance in Kalifornien. Von den USA ging der Wagen für einige Jahre in eine Sammlung nach Japan, um dann letztendlich über einen Stop in England nach Deutschland zu gelangen. Es ist sehr erstaunlich warum, gerade in England die Sedanca–Bauweise sich großer Beliebtheit erfreute – bei dem angeblich so schlechten Wetter in Groß Britannien.

Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen Einen weiteren ganz traditionellen Briten findet man am Stand von Lukas Hüni aus Zürich. Dort steht ein seltener Lagonda V12 Rapide von 1940. Die Entstehungsgeschichte zu diesem Modell ist sehr interessant. Die Lagonda Ltd. befand sich Mitte der 30er Jahre in einer schweren wirtschaftlichen Krise und wurde an Alan P. Good verkauft. Um dem angeschlagenen Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen, engagierte Good den bekannten Ingenieur W.O. Bentley als technischen Direktor. Der entschied sich dafür, die neue Lagonda Generation sportlicher, leistungsstärker und zugleich luxuriöser zu gestalten. Aus dieser Idee heraus entstand der 4 ½ Liter V12. Neben den anderen Karosserieversionen, die für den V12 entworfen wurden, entstand eine ganz kleine Serie von leichteren und kürzeren Chassis – der Rapide. Der begabte Lagonda Designer Frank Feely schuf mit den Rapide–Modellen eine handvoll Meisterstücke. Dank einer umfassenden Restaurierung unter der Aufsicht von Peter Whenman gilt dieser Rapide als der best erhaltene, noch existierende Rapide.

Vorschau – Techno Classica 2003 in Essen Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah – natürlich darf ein geflügelter Vertreter aus Stuttgart als Highlight nicht fehlen. Ein besonders schöner Mercedes–Benz 300 SL „Flügeltürer“ wird in Halle 6 aus-
gestellt. Das Düsseldorfer Unter-
nehmen Classicon Automobilmarketing zeigt einen perfekten Nachbau eines 300 SL von Gullwing – in der Farbe mit dem bezeichnenden Namen „Petrol“ lackierte übt der SL eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Zwar arbeitet in dem Mercedes kein 300 SL–Motor, aber der verbaute 280er Motor wurde von einer deutschen Meisterwerkstatt optimiert. Um das Erscheinungsbild des SL zu komplettieren, darf natürlich der typische Koffersatz nicht fehlen.

Es gibt etwas zu feiern – 100 Jahre ADAC. Der größte Automobilclub Deutschlands nutzt die Techno Classica, um auf 350m2 (Halle2 Stand 2-30) die Geschichte des Clubs zu erzählen. Wer schon jetzt über die Geschichte des ADAC etwas erfahren möchte, kann dies in der vierteiligen Classic Driver Reportage „100 Jahre ADAC“ lesen.

Um den Besuch der Techno Classica zu komplettieren sollte man unbedingt Bob A. Gathercole an seinem Messestand einen Besuch abstatten. Bob Gathercole ist der Veranstalter des European Concours d´Elegance im Schloß Schwetzingen. Man kann sich sicher sein, dass Bob Gathercole etwas ganz Besonderes aus seiner Concours–Schatzkiste nach Essen mitgebracht hat. Der diesjährige European Concours soll vom 5.– 6. Juli stattfinden.

Text: J. Philip Rathgen