The Vintage Luggage Trophy 2009: Reisen will gelernt sein

Reisen will gelernt sein! So lautete das Credo der 1. The Vintage Luggage Trophy 2009. Am Wochenende vom 2. bis zum 4. Oktober begaben sich rund fünfzig Teams auf eine Tour von Hamburg und Berlin in Richtung der „Weißen Stadt am Meer“, dem Grand Hotel Heiligendamm. Classic Driver begleitete die Tour vom Startpunkt Hamburg aus und genoß die kleine Grand Tour hinter dem Steuer eines Rolls-Royce Phantom.

Vor wenigen Wochen landete die vielversprechende Einladung zur 1. Vintage Luggage Trophy auf dem Schreibtisch in der Classic Driver Redaktion. Man lud zu einem „Genuss-Wochenende zwischen Seeluft, Motoren und exklusivem Ambiente“ ein. Die Route und das Starterfeld aus seltenen Klassikern und modernen Luxus-Automobilen begeisterte die Redaktion, so dass wir uns um die Teilnahme bemühten. Dank der freundlichen Unterstützung von Rolls-Royce konnte Classic Driver – dem Anlass angemessen – mit einer schwarzen Phantom-Limousine an der klassischen Tour teilnehmen.

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Freitagmorgen, es regnete! Es schien kein guter Tag für eine Rallye-Premiere zu werden. Um zehn Uhr erreichten wir im Rolls-Royce den Vorstart-Treffpunkt im Hamburger Stadtpark. Dort hatte sich mittlerweile der Parkplatz des Landhauses Walther in einen Open-Air-Showroom verwandelt. In der ersten Reihe drapiert parkte ein himbeerfarbener Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, daneben ein knallroter Jaguar E-Type, der jüngst die Rallye Hamburg-Shanghai überstanden hatte. Etwas weiter hinten war das Heck eines Ferrari 275 GTB in „rosso corsa“ zu sehen, zudem die imposante Motorhaube eines offenen Mercedes-Benz Tourers der Vorkriegsepoche. Wir finden noch eine große Lücke neben einem Ahnen unseres Phantoms, einen 1978 gebauten Rolls-Rolls Silver Shadow II. Nach einem kurzen Fahrerbriefing und der Ausgabe der Roadbooks brach die Hamburger Sektion der Rallye auf zur Wettfahrt um den Kurland Pokal – eine Trophäe, die von der Königlichen Porzellan Manufaktur Berlin zu Ehren der Vintage Luggage Trophy gestiftet wurde.

Die Route führte in den Osten Hamburgs, wo die erste Zeitkontrolle passiert werden musste. Mit dem Durchfahren des Kontrollpunkts sollte sich auch wettertechnisch – vorerst – alles zum Guten wenden. Bei strahlendem Sonnenschein passierten wir die beschaulichen Städtchen Mölln und Ratzeburg in Richtung des zweiten Etappenziels Bad Kleinen. Vor allem den Teams in den offenen Tourenwagen kam der Wetterumschwung zu pass, denn die Strecke von Hamburg nach Heiligendamm ungeschützt im Dauerregen zu absolvieren, hätte so manchem Starter die Laune verdorben. In Bad Kleinen angekommen, erwartete uns ein deftiger Lunch mit Blick über den Schweriner See.

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Gestärkt und gut gelaunt bestiegen wir als erste unsere britische Sänfte, die auch dem Selbstlenker viel Fahrfreude bereiten kann. „Schnelles Fahren bringt zwar Punkte – aber nur in Flensburg…“ mahnt das Roadbook und diesen Rat befolgend, glitten wir fürstlich durch die flachen Ebenen der Mecklenburger Küstenregion. Nach gut dreieinhalb Stunden erreichten wir unser Tagesziel, das Grand Hotel Heiligendamm, wo die in Berlin gestarteten Teilnehmer zu uns stießen. Nach dem Einchecken blieb ein wenig Zeit für etwas Entspannung und einen Rundgang durch das imposante Gebäude-Ensemble des Grand Hotels, bevor zu einem Champagner-Empfang geladen wurden. Der gelungene erste Rallye-Tage schloss mit einem entspannten Grillabend im historischen Ballsaal des ehemaligen Kurhauses.

Der zweite Tag der Vintage Luggage Trophy stand ganz im Zeichen der „Baltic Sea Tour“, die Dank der guten Verbindungen des Veranstalters nach ganz oben, bei herbstlichen Taumwetter startete. Pünktlich um 11 Uhr begab sich das erste Team auf den Weg zur zweiten Etappe entlang der Ostseeküste. Im entspannten Tempo ließen wir Wittenbeck, Bastorf und Blowatz hinter uns, bis wir die malerische Insel Poel erreichten. Nach einer kurzen Pause am Leuchtturm von Timmendorf Strand ging es weiter zum Gut Klein Nienhagen, dem letzen Ziel der Vintage Luggage Trophy, wo man auf uns mit einem gediegenen Picknick wartete.

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Das Ende des fahrerischen Teils der ersten Vintage Luggage Trophy feierten Veranstalter und Teams mit einem Gala-Abend. Einer der Höhepunkte des Abends war die Degustation verschiedener Cuvées des Champagner Hauses Louis Roederer. Im Anschluss der genussvollen Verkostung und des Dinners wurde der Gewinner der ersten Vintage Luggage Trophy bekannt gegeben. Sieger in der Fahrerwertung war das Team Pagel aus Hamburg auf ihrem Mercedes-Benz 300 d Cabriolet, Baujahr 1959.

Am nächsten Morgen lud der Veranstalter zu einem kleinen aber umso feineren Concours d’Elegance auf dem Gelände des Grand Hotels Heiligendamm. Bei strahlenden Sonnenschein präsentierten sich die historischen Automobile und die Klassiker von morgen in perfektem Zustand. Wie von Zauberhand waren sämtliche Spuren des vorangegangenen Rallyetages beseitig worden. Hier gilt ein Dank dem Service-Team von „Stand By Car Services“, das für alle großen und kleinen Probleme während der Tour eine Lösung hatte. Als Sieger des Concours wurde ein 1959er Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer gekürt. Mit der Ehrung des „Best of Show“ endete der erfolgreiche Auftakt der ersten Vintage Luggage Trophy. Wiederholung im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen.

Weitere Informationen zur Vintage Luggage Trophy erhalten Sie unter [email protected].

Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Jürgen Lische - CKS Bilderdienst



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