Super 70s Watches: Bunt, futuristisch, ungewöhnlich

In Stilfragen waren die 1970er Jahre die Dekade des geschmacklichen Grauens: Partnerlook in knallbunten Farben, die Welle geföhnt und ein haariger Oberlippenbalken im Herrengesicht. Die Uhren waren futuristisch bunt und ungewöhnlich. Lesen Sie hier, wie die Uhren in den 70ern tickten.

 

Super 70s Watches: Bunt, futuristisch, ungewöhnlich

Nautilus von Patek Philippe

Obwohl Patek Philippe zu den beharrlich konservativen Manufakturen zählt, kam das Genfer Unternehmen in den Siebzigern an einer gedanklichen Neuorientierung nicht vorbei. 1975 stellte die Nobelmanufaktur die Nautilus vor, ein Modell, das völlig aus dem Patek-Marken-Rahmen fiel. Das Design der Freizeituhr entsprach dem Zeitgeist der 1970er Jahre, hat aber bis heute von ihrer Zeitlosigkeit nichts eingebüsst. Wie auch die Royal Oak von Audemars Piguet stammen die Linien der Nautilus von dem berühmten Uhrengestalter Gérald Genta.





Super 70s Watches: Bunt, futuristisch, ungewöhnlich

Spaceman von Catena Bulle

Kurz nach der Mondlandung 1969 wurde der Architekt und Designer André Le Marquand vom Uhrenhersteller Catena Bulle beauftragt, ein Uhrenmodell zu entwerfen, das sich in Designfragen am aufkommenden Raumfahrt-Hype orientieren sollte. Die erste Serie der sogenannten „Helmet-Watches“ entstanden zwischen 1972 und 1973 und waren an das Design der Raumfahrerhelmen der US-amerikanischen Weltall-Missionen angelehnt. Die Spaceman getaufte Uhr sollte einer der großen Erfolge der Basler Uhrenmesse 1972 werden und verkaufte sich 150.000 Mal.





Super 70s Watches: Bunt, futuristisch, ungewöhnlich



Chronosplit von Heuer

Nicki Lauda, Clay Regazoni oder Gilles Villeneuve sind nur einige der Rennfahrer, die das Heuer-Emblem nicht nur auf ihren Rennanzügen trugen, sondern auch eine der damals futuristischen Chronosplit-Modelle. 1975 stellte Heuer den Chronosplit-Chronographen vor und folgte damit dem Digitaluhren-Trend. Die obere LCD-Anzeige gab die Zeit an, während die untere LED-Anzeige für die Chronographen-Funktion verwendet wurde. Doch leider sollte sich die Uhr aufgrund des hohen Stromverbrauchs der LED-Anzeige schnell als unzuverlässig beweisen. Dennoch orderte Ferrari eine Version (hier abgebildet), ebenso die deutsche Bundeswehr.









Royal Oak von Audemars Piguet

Das Feixen in der Uhrenindustrie war nicht zu überhören, als Audemars Piguet auf der Basler Weltmesse für Uhren und Schmuck 1972 eine sportliche Stahl-Armbanduhr im Bullaugen-Design vorstellte. Verantwortlich für dieses objet de discorde war der legendäre Uhrendesigner Gérald Genta. Nicht nur, dass man eine Uhr in unmöglicher Form präsentierte, die markante Automatik war zudem noch teurer als goldene Modelle mit gleicher Signatur.





Super 70s Watches: Bunt, futuristisch, ungewöhnlich



Mach 2000 Dark Master von Lip

Die französische Uhrenmarke Lip landete Anfang der 1970er Jahre einen Verkaufshit mit der Einführung der Mach 2000 Dark Master. Das Design dieser ungewöhnlichen Uhr stammt aus der Feder des Industriedesigners Roger Tallon, der unter anderem auch den ersten Entwurf für den Hochgeschwindigkeitszug TGV lieferte. Noch heute wird die asymmetrische Uhr mit den markanten bunten Drückern von Lip gefertigt und gilt gerade unter Designern als beliebter Zeitmesser am Handgelenk.





Fotos: Getty Images / Hersteller