Die Genfer Herbstauktionen 2014: Tickende Investitionsobjekte bringen Millionen

Traditionell laden die Auktionshäuser Antiquorum, Christie's und Sotheby's im Herbst zu ihren Uhrenauktionen nach Genf. In diesem Jahr konnten die großen drei erneut die Ergebnisse des Vorjahres übertreffen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammengestellt.

Bei den Preisen für seltene Vintage-Uhren ist weiterhin kein Ende des bisherigen Aufwärtstrends absehbar. Den jüngsten Beweis liefern die äußerst erfolgreichen Verkaufsergebnisse der diesjährigen Herbstauktionen in Genf. Mit zum Teil einhunderprozentigen Verkaufsquoten wie bei Sotheby's blicken die großen Auktionshäuser zufrieden auf die Session zurück. 

Sotheby's: "Supercomplication" schlägt eigenes Rekordergebnis

Uhrenauktionator Tim Bourne zeigte Nervenstärke und wollte sich während des 15-minütigem Bieterkampf zweier Interessenten im überfüllten Auktionssaal in Genf nicht mit dem Gebot von 19.650.000 Schweizer Franken zufrieden geben. Er wollte vermeiden, dass die bis dato teuerste Uhr der Welt, die 1933 gefertigte Patek Philippe Graves Supercomplication, in 50.000-Franken-Schritten "verscherbelt" wird. Letztendlich sollte seine Strategie aufgehen und die Taschenuhr einen Hammerpreis von 20,6 Millionen Schweizer Franken erzielen. Mit diesem Ergebnis vom 11. November 2014 bleibt und ist das goldenen Einzelstück, das über 24 Komplikationen in sich vereint, die teuerste Uhr der Welt. Schon 1999 wurde, ebenfalls auf einer Sotheby's-Auktion, die für Henry Graves Jr. gefertigte Uhr für elf Millionen US-Dollar verkauft. 

Das höchste Gebot kam nun von Aurel Bacs, dem ehemaligen Uhrenchef von Christie's. Für wen der jetzt als Berater tätige Bacs die Uhr erwarb, ist allerdings nicht bekannt. Es besteht die Chance, dass Patek Philippe selbst die Uhr ersteigert hat, um damit die hauseigene Sammlung im Patek Museum zu komplettieren, in der bereits ein Großteil der Graves-Sammlung zu sehen ist.

Christie's: Vintage-Rolex erzielen hohe Preise

A new trend or just a "lucky punch"? This Rolex Prince sold for 100.000 Swiss Francs

Während Sotheby's seinen Fokus natürlich auf die Supercomplication von Patek Philippe richtete, waren es die Vintage-Uhren von Rolex, welche bei Christie's die Preise in die Höhe schnellen liessen. Am Abend des 10. November konnte das britische Auktionshaus insgesamt 14.704.062 Schweizer Franken einnehmen. Für einen Verkaufspreis inklusive Prämie von 100.000 Schweizer Franken konnte eine extrem seltenen Rolex Prince verkauft werden. Der Klassiker aus der Rolex-Kollektion soll in den 1930er Jahren gefertigt worden sein. Eher ungewöhnlich ist das Gehäuse aus Platin, ein Werkstoff dessen Bearbeitung als aufwändig gilt. Neben dem Uhrenklassiker mit seinem rechteckigen Gehäuse, erzielte eine Rolex Daytona Paul Newman den gleichen Auktionspreis. Das Besondere an dieser Daytona ist ihr erster Kunde: Der Cosmograph mit der Referenz 6262 wurde Anfang der 1970er Jahre an die peruanische Luftwaffe geliefert. Die Ergebnisse der Christie's-Auktion belegen, dass auch die Preisentwicklung für historische Rolex-Uhren nicht stagnieren. 

Antiquorum: Patek, Blancpain und Rolex waren die Stars

Auch bei Antiquroum dürfte man mit dem Erbegnis der Herbstauktion sehr zufrieden sein. Während bei Christie's Rolex die Marke der Stunde war, sah das Bild beim Uhrenauktionator Antiqourum heterogener aus. Mit einem Verkaufspreis von 381.750 Schweizer Franken inklusive Prämie wurde eine im April 1981 beim Zürcher Juwelier Beyer verkaufte Patek Philippe verkauft. Der goldene Chronograph mit ewigem Kalender und Mondphase gehört mitterlweile zu den beliebtesten Sammlerstücken der Genfer Manufaktur. Für 315.750 Schweizer Franken inklusive Prämie fand sich für die auf lediglich 30 Exemplare limitierte 1735 - Grande Complication von Blancpain ein neuer Besitzer. Dieses Ergebnis ist deshalb erfreulich, da es zeigt, dass auch für Uhren anderer Marken als Rolex und Patek Philipe ein Marktinteresse besteht. Auf der Antiquorum-Auktion hatten Sammler die seltene Gelegenheit, eine Audemars-Piguet-Konzeptuhr zu ersteigern. Für die Royal Oak Concept CW1  wurde ein neuer Rekordpreis von 225.750 Schweizer Franken inklusive Prämie gezahlt. Ein hoher Preis für eine Konzeptstudie, von der 150 Exemplare gefertigt wurden.

Fotos: Sotheby's / Christie's / Antiquorum
Videos: Sotheby's 

Alle Ergebnisse der Genfer Herbstauktionen finden Sie auf den Internetseiten von Sotheby'sChristie's und Antiquorum. Wer auf den Genfer Herbstauktionen nicht das richtige gefunden hat, dem empfehlen wir, bei uns in den Katalogen der kommende Bonhams-Auktion für Uhren und Schreibgeräte und der nächsten Fellows-Auktion zu stöbern.