Techno Classica 2002: Rückblick

Bereits zum 14. Male lud die S.I.H.A. Enthusiasten, Händler, Käufer und Schaulustige zur größten Oldtimer Messe der Welt ein – der Techno Classica in Essen. Die Dimensionen dieser Messe sind unglaublich. 108.000 Besucher aus 30 Ländern besuchten innerhalb von nur vier Tagen die Ausstellung. Dafür, dass der Besuch der Techno Classica ein lohnendes Erlebnis wurde, sorgten 820 Aussteller, die das Beste, was sie zu bieten hatten, in Essen zeigten. Nicht nur seltene Automobile und Motorräder konnten auf der Techno Classica bewundert werden, sondern auch eine Vielzahl von Ideen und Projekten rund um das Thema „klassische Mobilität“ wurden vorgestellt.

Classic Driver besuchte während der Messetage Kunden, Partner und interessante Menschen, um mit ihnen über Ihre Ideen und Eindrücke der Techno Classica zu sprechen.

Auf der Techno Classica geht es natürlich in erster Linie um Autos, die nicht das alltägliche Straßenbild prägen. Classic Driver hat sich auf den langen Marsch durch 19 vollbelegte Messehallen gemacht, um einen kleinen Ausschnitt an automobilen Raritäten zu präsentieren. Unseren ersten Besuch statten wir Lothar Roder ab, der mit seiner Firma CPI-Sportwagen in Halle 7 Quartier bezogen hat. Auf seinem Stand findet sich eine große Anzahl von interessanten Automobilen, zum Beispiel ein Alfa Romeo 6C 1750 GS aus dem Jahr 1931. Dieser rote Sportwagen in bester Alfa Tradition, zieht viele Blicke auf sich. Doch das Highlight der Ausstellung von CPI-Sportwagen bildet ohne Zweifel ebenfalls ein Italiener, der silberne Ferrari 275 GTB – ein wahres Schmuckstück. „Die Techno Classica ist ein Treffpunkt aller wichtigen europäischen Händler“, so der Geschäftsführer von CPI-Sportwagen Lothar Roder. „ Das Publikum der Techno Classica wird immer fachkundiger und was mit am wichtigsten ist, die internationale Zusammensetzung der Besucher.“ Wir würden gerne noch ein wenig bleiben, doch die Zeit drängt.

Auf dem Stand von PS Automobile ist die automobile Hölle los. Um die vielen verschiedenen Porsche Sport- und Rennwagen, die Dirk Sadlowski aus Geseke mitgebracht hat, tummelt sich eine wahre Menschenmenge. Das ist nicht weiter verwunderlich bei so vielen Schmuckstücken aus Zuffenhausen. Trotz des geschäftigen Treibens nimmt Dirk Sadlowski sich die Zeit, mit uns kurz über die Techno Classica zu reden. „Ich muss zum Glück feststellen, dass Porsche gefragt sind wie nie zuvor“, sagt er in einem glücklichen Tonfall.„ Die Techno Classica ist absolute Weltspitze bei den Indoor-Veranstaltungen. Das Publikum ist gut durchmischt und hat zum größten Teil absolut Ahnung von der Materie. Das ist auch einer der Gründe, weswegen diese Messe so wichtig für mich ist“. Die Ausstellungsfläche wurde von PS-Automobile mit 27 Porsche aufgefüllt, von denen bis zum Samstag bereits 14 verkauft waren.

Ein Handelsplatz ist die Techno Classica natürlich auch, doch durch die große Auswahl an verschiedenen Klassikern ist jeder der Stände eine kleine Museumsausstellung, die jeden, ob Käufer oder nur Besucher, in ihren Bann zieht. Eine besondere Attraktion war die Sonderausstellung 50 Jahre Mercedes-Benz SL. Auf einem Zeitstrahl wurde jedes Modell der SL-Familie ausgestellt. Der Mercedes-Benz Klassikstand war einer der großen Anziehungspunkte der Messe. Darüber freute sich natürlich Wolfgang Rolli ganz besonders, der einen großen Anteil an der Umsetzung der Ausstellung hatte. „Dass Mercedes-Benz Klassik auf der Techno Classica nicht fehlen darf, versteht sich von selbst“, so Rolli. Dies zeigt, wie wichtig solche Messen auch für die großen Automobilhersteller sind.

Großes Interesse erweckten aber nicht nur die Autos, sondern auch Veranstaltungen rund um das klassisches Automobil. Eine der wohl wichtigsten historischen Rennveranstaltungen ist zweifelsohne die „Eifel Klassik“. Seit 1988 treffen sich jedes Jahr einige tausend Motorsportfreunde am Nürburgring, um dabei zu sein, wenn sich über 550 historische Rennwagen durch die „Grüne Hölle“ kämpfen. Dieses Jahr feiert man bei der Eifel Klassik ein ganz besonderes Jubiläum – „75 Jahre Faszination Nürburgring“. Wir werden noch ausführlich über diesen Event berichten.

Auf der Techno Classica findet man wirklich alles rund um das klassische Automobil, ob Blinker für einen Mercedes-Benz 540k oder eine Stoßstange für einen Wartburg aus den Fünfzigern. Die Kunst rund um das Automobil ist natürlich auch zahlreich vertreten, so wundert es nicht, dass wir George Vrastaminos ebenfalls auf der Techno Classica getroffen haben. George, dessen Arbeit wir Ihnen in einer Reportage bereits vorgestellt haben, war sehr zufrieden mit der Messe.“ „Ich habe viele neue Kontakte knüpfen können. Außerdem sitze ich natürlich hier direkt an der Quelle zu den Menschen, die sich für meine Kunst interessieren“. In der Tat kann man davon ausgehen, dass jeder der zahlreichen Messebesucher eine gewisse „Liebe“ für klassische Automobile entwickelt hat. Wer sich keinen teuren Oldtimer im Original leisten kann, hat die Möglichkeit, ein Abbild seines Traumwagens zu erwerben.

Aber es waren nicht nur die Künstler anzutreffen, die mit Ölfarbe und Pinsel automobile Kunstwerke erschaffen, sondern auch die Art von Künstlern, die es schaffen, mit einem Photoapparat und der richtigen Beleuchtung die Klassiker unseres Jahrhunderts ins rechte Licht zu rücken. Einer von ihnen ist René Staud, der Begründer der gleichnamigen Studios. René Staud hat das Glück, seine beiden großen Passionen, Automobile und das Photographieren, in seinem Beruf vereinen zu können. Auch er war auf der Techno Classica vertreten. Wir werden Ihnen diesen Ausnahmekünstler und erfolgreichen Geschäftsmann in den nächsten Wochen noch genauer vorstellen.

Die 15.Techno Classica sollte auf jeden Fall einen festen Eintrag in Ihrem Terminplaner 2003 finden.

Wer eine virtuelle Tour durch die Hallen der Techno Classica „erlesen“ möchte, sollte unbedingt die Reportage der Oldie Car Cover Wochenschau lesen.

Photos: Steve Wakefield