Team Classic Driver - Triumph beim 24-Stunden-Rennen

Großer Erfolg in eigenen Reihen: Bei strömendem Regen erkämpfte das Team Classic Driver um Fred, Barney, Dino und Wilma gleich bei seinem Debütantritt zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring einen triumphalen fünften Platz in der Klassenwertung - obwohl der Alfa 147 1.9 JTD auf Grund eines Getriebeschadens am hinteren Ende des Feldes auf Rang 209 gestartet war. Im Gesamtklassement des größten europäischen Motorsport-Ereignisses belegte das Team Classic Driver nach 112 Runden, 24 Stunden und rund 3.000 zurückgelegten Kilometern den 74. Platz; die schnellste Rundenzeit wurde mit 11,01 Minuten gemessen.

Barney war am Samstagnachmittag als erster Fahrer bei wechselhafter Bewölkung in der Dieselklasse S1 neben insgesamt 220 Teilnehmern an den Start gegangen. Die bereits legendären Witterungsverhältnisse an der Nordschleife mit Sonnenschein, sintflutartigen Regenfällen und dickem Nebel im Fünf-Minuten-Wechsel machten es schwer, eine angemessene Bereifung zu wählen. Zunächst setzte das Team Classic Driver auf Intermediate-Reifen, in der Nacht stieg man jedoch prophylaktisch auf Regenreifen um.

Kurz nach dem Boxenstop kamen Teamfahrer Fred die neuen Pneus zu Gute: der Himmel über der Eiffel öffnete seine Schleusen und Fred konnte sich mit dem Team-Alfa im Sekundentakt an der schwimmenden Konkurrenz vorbeiziehen und so bis auf die vorderen Plätze in der Klasse vorrücken. „Es war stockdunkel, regnete wie aus Eimern und die Sicht war ziemlich eingeschränkt. Mehrmals musste ich den Gurt lockern, um die beschlagene Scheibe mit den Handschuhen zu putzen,“ berichtet Fred nach dem Fahrerwechsel. „Unser großes Plus bei diesem Unwetter waren die Regenreifen - am Ende der Döttinger Höhe konnte ich gleich an rund 15 Fahrzeugen auf einmal vorbeiziehen.“

Nachdem das Getriebe im Zeittraining noch Probleme bereitet hatte, lief der grau-grüne Alfa 147 1.9 JTD, dessen 1,9-Liter-Motor mit Common-Rail- Direkteinspritzung in der Rennversion standfeste 160 PS leistet, ohne Zwischenfälle und mit der Zuverlässigkeit eines schweizer Uhrwerks bis zum umjubelten Zieleinlauf am frühen Sonntag Nachmittag. Mit der sportlich sehenswerten Aufholjagd und dem fünften Platz in der Dieselklasse behauptete sich das Newcomer-Team nicht nur gegen das Team von Jaguar Deutschland, das Playstation2 Racing Team und das VW Rallye Team Austria, sondern zur Krönung auch im Gesamtklassement als schnellster Alfa 147 mit einer 1,9 Liter-Maschine.


Foto: Walter Dahm

„Bei der Zieldurchfahrt standen mir die Tränen in den Augen,“ erzählt Wilma nach der Siegerehrung. „Es war ein unglaubliches Glücksgefühl nach der ganzen Strapaze. Ich bin 7,5 Stunden gefahren und der Hammer war der Turn von 0 Uhr bis 2 Uhr 30: Nebel, Wolkenbruch, trockene Strasse. Ich auf Intermediate - Aquaplaning bei Tempo 230 am Flugplatz /Schwedenkreuz. Nebel, Sichtweite 10 Meter am Pflanzgarten. Dann setzte der Regen ein und die Strasse wurde zu Schmierseife. Ich sah aus dem Augenwinkel nur noch Schrott an allen Ecken und im Rückspiegel die Werks-BMW, DTM-Autos, Manthey-996 und so weiter mit jeweils geschätzten 1000 Watt Licht auf mich zu rasen. Aber wir haben unser Auto heil gelassen. Kein Kratzer, kein Defekt, Nichts!“

"Die schnellen Autos stressen die Langsameren – vor allem bei Dunkelheit,“ sagt Wilma auf die Frage nach den Tücken der Nachtfahrt. „Es ist im Rückspiegel verdammt schwer abzuschätzen, wie schnell die anderen sind. Gleichzeitig versucht man zu überlegen, wo und wie man sie vorbeilässt. Bei so einer Gelegenheit hätte ich unseren Alfa auch fast weggeschmissen: Beim Ausgang Kallenhard kommt im einsetzenden Regen um ca. 1 Uhr morgens von hinten ein Werks-BMW im direkten Fight mit einem Werks-Audi. Ich gebe die Ideallinie frei, Blinker links und bleibe links vor der folgenden links-rechts-Schikane. Gerade als beide vorbei sind, lenke ich ein: Aquaplaning. Es geht geradeaus in Richtung Curb. Die letzten drei Meter vorm Curb erwische ich die trockenere Ideallinie, das Auto beginnt einzulenken, aber es ist zu spät. Wer mit eingelenkten Rädern den Curb trifft, dreht sich garantiert. Ich reiße also im letzten Moment das Lenkrad auf geradeaus. Ich schätze, die Räder waren 30 bis 50 cm über dem Gras; ich bin direkt auf die Strecke zurückgesprungen. Glück gehabt”.


Foto: Frank Lehnert

Nach dem erfolgreichen Debüt vom Wochenende planen Fred, Barney, Wilma und Dino, noch öfter in dieser Konstellation an den Start zu gehen - sowohl im Langstreckenbereich, als auch im historischen Motorsport. Doch bevor man sich im Team Classic Driver auf neue Herausforderungen konzentriert, ist in diesen Tagen erstmal Erholung angesagt. Auch Wilma hat mit einem heftigen Muskelkater in der rechten Wade eine bleibende Erinnerung an die Grüne Hölle: „Die Wagebalken-Rennbremse mit Scheiben und Bremssättel vom Porsche 996 hatte keine Servo - beim Bremsen waren mit den harten Langstreckenbelägen sicher 30, vielleicht auch noch mehr Kilogramm Pedaldruck notwendig...“.

Ein besonderer Dank für das vergangene Rennen am Nürburgring gilt desweiteren dem Team BSM, insbesondere Edgar Salewsky, dank deren perfekter Vorbereitung und Leistung kein einziger der elf Boxenstops mißlang.

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Text & Fotos: Jan Baedeker