Spring-Meeting der Rolls-Royce-Enthusiasten



Vom 28. April bis 1. Mai trafen sich in diesem Jahr die Mitglieder des
Rolls-Royce Enthusiasts' Club, kurz RREC, in Mülheim am Main. Zum Frühjahrstreffen der Sektion Germany lud kein geringerer als Hans-Günter Zach, der wohl bekannteste Rolls-Royce- und Bentley-Sammler Europas. Als Clubmitglied und Gebietsleiter Mitte organisierte er am letzten Aprilwochenende eines der größten Clubtreffen der letzten Jahre in Deutschland.


Insgesamt 106 Teilnehmer und 60 Fahrzeuge zählte das Treffen. Viele der Gäste waren teilweise auf eigener Achse aus Belgien, Österreich, England und Frankreich angereist. Die große Mehrheit kam bereits am Freitagnachmittag nach Mülheim-Lämmerspiel.



Wie immer bei den Treffen des RREC waren alle Baujahre vertreten: Fahrzeuge aus den 30er-Jahren bis zu aktuellen Rolls-Royce- und Bentley-Modellen. Durch die große Zahl an Automobilen waren auch einige Exemplare zu sehen, die sonst eher selten gemeinsam zu bewundern sind. Das Spektrum reichte etwa vom RR 20/25 HP Sport Saloon aus dem Jahr 1933, über Phantom II, Baujahr 1936, Bentley 'R' Drophead Coupé von 1953 oder Bentley S3 Cabrio, Baujahr 1960, über RR Corniche von 1970 und RR Carmargue, Baujahr 1975, bis hin zum neuen Rolls-Royce Phantom und Bentley GT. Von allen Fahrzeugen waren circa 40 Prozent Bentleys ein Beleg für den Zusammenhalt der Liebhaber beider britischer Marken im RREC.

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Für die in- und ausländischen Teilnehmer war es eine besondere Ehre, Ian Rimmer, den Chairman des britischen RREC-Mutterclubs, als Gast willkommen zu heißen. Den Begrüßungsansprachen von Organisator H.-G. Zach und des Chairman H. Koch folgte eine kurze Rede Ian Rimmers. Er verband seinen ersten Besuch bei dem RREC Germany stilecht mit einem Toast auf den Club und später auf die Queen und ihren 80. Geburtstag.



Mit Unterstützung der Polizei und vieler Helfer begann kurz nach 10.00 Uhr am nächsten Morgen die große Ausfahrt durch den Kreis Offenbach. Chairman Rimmer fuhr mit dem Bentley Arnage von Clubmitglied Zach, da er mit dem Flugzeug angereist war. Er hatte sich in seiner Begrüßung schon für die Bereitstellung des Bentleys bedankt, bedauerte allerdings mit britischer Ironie, dass er als ehemaliger Mitarbeiter von Rolls-Royce auf seiner ersten Fahrt in Deutschland Bentley fahren „musste“. Die mit 80 Kilometern ausgesprochen lange Tour führte mit sehr guter und detaillierter Wegbeschreibung sowie kurzer „Kühlerwasser“-Pause neben vielen kleineren Orten und längeren schönen Überlandstrecken über Seligenstadt und Dieburg bis zum Schloss Heusenstamm. Wegen der Streckenführung riss der Konvoi rasch auseinander, doch auch trotz des ausgesprochenen Aprilwetters zog die Ausfahrt bis zum Ende viele Schaulustige an.

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Während der Großteil der Fahrzeuge im Schlosshof geparkt war, nutzten viele Schlossbesucher trotz Regenschauern die Chance, so ungewöhnlich viele Rolls-Royce und Bentleys aus der Nähe sehen zu können. Highlight war hier für viele der RR „Stern von Indien“, das Prunkstück der H.G. Zach-Sammlung. Beeindruckt und erfreut zeigte sich auch der Bürgermeister des Ortes, Peter Jakoby, der vor Fernsehen, Presse und vielen Zuschauern die Teilnehmer der Ausfahrt im Schloss offiziell empfing.



Um 17.30 begann der Bustransfer zum RR-Privatmuseum von H.-G. Zach. Seine spezielle Sammlung bestehend aus 21 Rolls-Royce und zwei Bentleys beeindruckte die Besucher. Was mit einer Leidenschaft für das Sammeln von Automobilen begann, ist nun zu einer Institution geworden, die Autointeressierten die seltene Möglichkeit gibt, eine private Sammlung einzusehen. Die Bekanntheit von H.-G. Zachs Aktivitäten haben dazu geführt, dass so viele Teilnehmer eine weite Anreise in Kauf nahmen und das Treffen ein großer Erfolg wurde.

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Neben dem ausgedehnten Abendbuffet bildete die große Preisverleihung, die von Herrn Zach selbst gestiftet wurde, einen weiteren Höhepunkt des Abends. So wurden der älteste Teilnehmer, das älteste Auto und derjenige mit der längsten Anreise ebenso gewürdigt, wie die Mitglieder der angereisten Sektionen aus dem benachbarten Ausland. Für Belgien, Österreich und Frankreich wurde je ein Freundschaftspokal verliehen. Chairman Ian Rimmer bekam einen Extrapokal. Im Anschluss wurden noch die drei schönsten Autos der Veranstaltung prämiert:

1. Preis – Bentley 'R' Drophead Coupe, Baujahr 1953
2. Preis – Rolls-Royce Phantom II Open Tourer, Baujahr 1934
3. Preis – Rolls-Royce Silver Cloud III Cabriolet, Baujahr 1963

Der deutsche Chairman H. Koch dankte im Namen des Clubs dem Veranstalter ganz herzlich und überreichte dem hocherfreuten und strahlenden H.-G. Zach einen silbernen Riesenpokal.

Rückblickend war dieses mit viel Liebe und großem Aufwand vorbereitete Treffen ein großer Erfolg für H.-G. Zach, alle Teilnehmer und den Club selbst. Ein fulminanter Start des Clubs in die Saison 2006.

Text: Thomas und Valeska Parpart
Bilder: Michael Ehrhardt



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