Sportec SP 380



Der Jungathlet aus Zuffenhausen Porsche Cayman S muss frühzeitig unters Messer. Im Schweizer Sanatorium diagnostizierte der Porsche-Spezialist Sportec ein schwaches Herz. Kurzerhand wurde der 911 Carrera S als Organspender ausgewählt und sein 3,8-Liter-S-Triebwerk transplantiert. Nach einer erfolgreichen Rehabilitation haben wir das Coupé mit dem neuen Namen SP 380 auf Landstraßen und Autobahnen getestet…

Sportec SP 380Sportec SP 380

Obwohl der Cayman S bereits von Haus aus mit der kraftvolleren S-Motorisierung ausgestattet ist, bot für Sportec lediglich das „Drumherum“ die Basis für den SP 380. Denn im Innern verbirgt der junge Zuffenhausener einen potenten Fremdkörper: den 355 PS starken 3,8-Liter-Sechzylinder des Carrera S. Beim Motortausch allein blieb es allerdings nicht. Die Spezialisten für Feintuning modifizierten zudem die Motorsteuerung, optimierten die Ansaugluftführung und ersetzten die Serienabgasanlage durch einen strömungsoptimierten Fächerkrümmern und eine Sportabgasanlage inklusive Hochleistungskatalysatoren. Die Messungen ergaben anschließend 380 PS bei 6750/min. und 425 Nm bei 4700/min!



Der schon serienmäßig auf pure Fahrdynamik und optimales Handling getrimmte Cayman S schluckt das neue Antriebsmanagement routiniert. Bei ersten Gasstößen erinnern allein die hochtönenden Abgasrohre daran, dass der SP 380 fast 100 PS mehr als der Basis-Cayman S zur Verfügung stellt. Statt brachial und unkontrolliert wird die Kraft souverän an die Hinterräder geleitet. Auch das um 85 Nm gesteigerte Drehmoment presst selbst bei schnellen Kurvenfahrten weich auf die Hinterräder. Das harmonische Zusammenspiel von Motor und Fahrwerk katapultiert den rund 1350 kg (Serie) leichten SP 380 in nur 4,3 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Den gleichen Sprint absolviert der Cayman S in 5,4 Sekunden; der 911 Carrera S benötigt 4,8 Sekunden.

Sportec SP 380Sportec SP 380

Optisch setzen die Schweizer mit nur weinigen Details eigene Akzente. Auffällig sind hierbei lediglich die hochglanzpolierten 19“-Leichtmetallräder. Unter ihrem Speichenkranz bieten sie freien Blick auf die Sportec-Bremsanlage, die durch silberfarbene Sechskolben-Bremssättel vorn und Vierkolbenzangen hinten sowie dem eingestanzten Firmenlogo gekennzeichnet ist. Um den Abtrieb des Cayman S nochmals zu steigern, wurde die Karosserie um 30 Millimeter abgesenkt, eine Spoilerlippe am Frontstoßfänger sowie ein Carbon-Flügel am Heck montiert. Bei unserem Testobjekt war der dezente Auftritt allerdings von Beginn an zum Scheitern verurteilt, hatte Sportec das Coupé doch vor der Ausgabe sorgfältig mit Eigenwerbung beklebt.

Das Porsche-Interieur verfeinert Sportec mit einem Mix aus Leder, Aluminium und Carbon, jedoch ebenfalls nur im Detail. Statt Großprojekten wie etwa neue Sitzbezüge widmen sich die Veredler kleineren Objekten wie dem Schalt- und Handbremshebel oder der Pedalerie. Das passende Velours-Fußmattenset mit Sportec-Schriftzug darf allerdings auch hier nicht fehlen.



Im Freiflug auf der Landstraße und später auf der Autobahn wird es richtig heiß im sonst so coolen Schweizer. Die zwei Endrohre der Abgasanlage blasen je nach Drehzahl zwei unterschiedliche Töne, bei denen man entweder ein leichtes Massagegefühl in der Sitzlehne assoziiert oder schlichtweg sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Will der SP 380 doch auffallen? Irgendwo muss schließlich der hohe Druck entweichen. Bei circa 295 km/h läutet der grollenden Sechszylinder die Höchstgeschwindigkeit ein. Diesem Wert schenken wir bei unserem Turn jedoch weniger Beachtung, sind wir doch längst von der Performance des SP 380 überzeugt. Wenn Sie mehr über Sportec erfahren wollen, klicken Sie auf www.sportec.ch.

Text: Jan Richter
Foto: Jan Baedeker



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