Shelby Daytona Cobra Coupé: Legende zu verkaufen

An American Legend for Sale: Am 18. Mai 2009 wird das Auktionshaus Mecum in Indianapolis den wohl berühmtesten Rennwagen der US-Rennsport-Geschichte versteigern. Das Shelby Daytona Cobra Coupé mit Chassis-Nummer CSX2601 hatte 1965 in Reims den Weltmeistertitel erkämpft – und damit nach einem Jahrzehnt die Vorherrschaft von Ferrari beendet. Mecum erwartet ein Rekordergebnis um acht Millionen US-Dollar.

Die Industrie taumelt, doch den Auktionshäusern scheint die momentane Weltwirtschaftskrise nichts anhaben zu können, im Gegenteil: Bei der Bonhams Rétromobile-Auktion im Februar wurde ein Scheunenfund für 3,4 Millionen Euro versteigert, der Nachlass von Yves Saint Laurent kam Ende letzten Monats für sagenhafte 370 Millionen Euro unter den Hammer und bei der jährlichen RM Auktion in Maranello im Mai wird für einen Ferrari 250 TR ein neuer Weltrekord erwartet. Die Stimmung scheint gut, die Sammler liquide – und nun prognostiziert auch das amerikanische Auktionshaus Mecum für seine jährliche Spring Classics Auktion in Indianapolis einen Rekordgewinn.

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Rund acht Millionen US-Dollar, zum aktuellen Kurs etwa 6,13 Millionen Euro, könnten für das Shelby Daytona Cobra Coupé mit der Fahrgestellnummer CSX2601 fließen. Damit wäre der Rennwagen von 1965 das teuerste jemals bei einer Privatauktion versteigerte US-Automobil – ein Titel, der bisher einer 5,5 Millionen Dollar teuren Shelby Cobra Super Snake gebührte. Die hohen Erwartungen rechtfertigt das Auktionshaus mit einer sagenhaften Historie: Das angebotene Daytona Coupé ist das vierte von sechs gebauten Exemplaren, mit denen Carroll Shelby Mitte der 1960er Jahre den übermächtigen Ferrari-Rennstall herausforderte. Das von Pete Brock entworfene Experimental Car wurde auf einem vorhandenen Cobra-Chassis aufgebaut und fuhr unter anderem in Daytona, Monza, Spa und auf dem Nürburgring.

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Den wichtigsten Triumph verbuchte der Rennfahrer Bob Bondurand am 4. Juli 1965 im französischen Reims, als er hinter dem Steuer des Daytona die nötigen Punkte für den Konstrukteurs-Weltmeisterschaftstitel einfahren konnte. „Ich habe viele Rennen gewonnen,“ erinnert sich Bondurand im Vorfeld der Auktion, „aber als ich an jenem 4. Juli in Reims die Ziellinie erreichte, konnte ich vor Freude nur noch schreien. Es war ein phantastisches Gefühl.“ Dana Mecum, der Präsident von Mecum Auctions, spricht sogar vom „stolzesten Moment der amerikanischen Rennsport-Geschichte“.

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Typisch amerikanisch ist aber auch die zweite Karriere, die das Daytona-Coupé nach seinem gloriosen Sieg in Frankreich begann: Für eine Zeit war der Wagen im Besitz eines Tankstellen-Besitzers aus North Dakota, der mit dem Rennwagen Tag für Tag über 300 Meilen zurücklegte, um in seinen Filialen die Belege einzusammeln. Später wurde der Daytona auch an die Paramount Studios in Hollywood vermietet und kam in Howard Hawks Filmklassiker „Redline 7000“ zum Einsatz. Laut Auktionshaus ist das Shelby Daytona Cobra Coupé heute in perfektem Zustand, originalgetreu restauriert und trägt wieder sein Rennoutfit aus Reims. Ob der Wagen auch dieses Mal alle Erwartungen übertreffen kann, wird sich im Mai herausstellen. Wir berichten weiter.

Das Shelby Daytona Cobra Coupé und alle weiteren Angebote der Auktion finden Sie im Internet unter mecum.com.

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Text: Jan Baedeker
Fotos: David Newhardt / David Friedman / Bob Bondurand



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