Salon Privé: Zukunft der Autoschau?

Klasse statt Masse – die Organisatoren des renommierten Londoner Salon Privé sehen in dieser simplen Faustformel die Zukunft der automobilen Events. Denn mit sinkenden Absätzen steigt für alle Marken die Notwendigkeit, sich auch beim einstmals vollen Veranstaltungskalender auf das Wesentliche zu reduzieren. Für das Luxus-Segment könnten damit maßgeschneiderte „Boutique Motor Shows“ an Einfluss gewinnen.

Nachdem im März die traditionsreiche British Motor Show für das Jahr 2010 abgesagt wurde, weil kaum ein Hersteller sich zu einer verbindlichen Zusage durchringen konnte, war klar: Die Automobilkrise hat auch die Eventveranstalter erreicht. Während die Industrie mit dem Rotstift den traditionellen Jahresplan zusammenstreicht und weitere Großevents wie die IAA in Frankfurt um jeden Aussteller feilschen, bekommen kleine, stark fokussierte und streng limitierte Events wie der Salon Privé in London immer mehr Bedeutung. David Bragley, Gründer und Veranstalter der britischen Autoschau für Superreiche, sieht sich mit seinem Konzept voll im Trend: „In diesen Zeiten können sich die Hersteller einfach nicht mehr erlauben, ihre Marketing-Budgets zu verspielen“, so Bragley. „Die Industrie hat einfach den Punkt überschritten, an dem man die Teilnahme an einer Veranstaltung mit bloßer Eitelkeit rechtfertigen kann.“

Salon Privé: Zukunft der Autoschau? Salon Privé: Zukunft der Autoschau?

Als Lackmustest für eine Show kann nach Bragleys Meinung nur noch die Zahl der vielversprechenden Kundenkontakte gelten, mit der die Hersteller von der Veranstaltung zurückkehren. So gilt es gerade im Segment der Luxus- und Sportwagen, in dem es um wenige aber hochpreisige Verkäufe geht, als wahrscheinlich, dass kleine Society-Treffen die großen Massenschauen auf Dauer ablösen werden. Elitäre „Gartenparties“ wie der Salon Privé, der vom 22. Bis 24. Juli zum vierten Mal im prestigereichen Londoner Hurlingham Club gehalten wird und bereits einen festen Platz im britischen Society-Kalender einnimmt, sind das beste Beispiel für diesen Trend. In Krisenzeiten, so könnte man spöttisch sagen, muss der Markenchef seinen Kunden schon persönlich das Geld für einen neuen Rolls-Royce, Ferrari oder Bugatti aus der Tasche ziehen. Und das gelingt wohl am besten in der gelösten Atmosphäre einer glamourösen Cocktail-Party.

Salon Privé: Zukunft der Autoschau? Salon Privé: Zukunft der Autoschau?

David Bragley erwartet deshalb, bei der diesjährigen Ausstellung auch eine ganze Reihe von England-Premieren ganz besonderer Sportwagen präsentieren zu können. „Wir versprechen eine größere Show als im Vorjahr – und das können im Jahr 2009 nicht viele Veranstalter behaupten.“ Auch die Zahl der zu erwartenden Gäste habe um 75 Prozent zugelegt. Tickets für den Salon Privé VIP Launch Day und das Sportsmen’s Dinner am Mittwoch, den Salon Privé Ladies Day und den Summer Ball am Donnerstag und den Concours d’Elegance nebst Awards Dinner am Freitag kann man zu entsprechenden Preisen auf der Website salonprivelondon.com buchen. Dort findet sich auch eine große Bildergalerie mit den Impressionen aus dem vergangenen Jahr.

Das folgende, vom Salon Privé produzierte Video gibt ebenfalls einen Einblick in den Rahmen der Veranstaltung:

Text: Jan Baedeker
Fotos/Video: Salon Privé


ClassicInside - Der Classic Driver Newsletter
Jetzt kostenlos abonnieren!