Rolls-Royce Phantom: Kommentiert von Robert A. Gathercole

Als akkurate Antwort auf die Frage:„Was denken Sie über den neuen Rolls-Royce?“, kann ich nur ein Wort sagen: „SehrInteressant.“

Ich bin mir sicher, dass BMW durch seinen Scharfsinn und seine Stärke garantiert, dass die Verarbeitung und die technische Qualität den sehr hohen Ansprüchen eines neuen Automobils, das den Namen Rolls-Royce trägt, gerecht wird. Einzig und allein die Zeit wird zeigen, ob BMW Designer und Ingenieure die magische Formel zum Bau des vornehmsten Automobils der Welt gefunden haben; ein Automobil, dessen Name schon für sich spricht. Ich habe allerdings Bedenken; denn der Wettkampf um den Markt ist weitaus härter als zu den Zeiten der BMW Vorgänger.

Ich weiß, dass die Wahl Ian Camerons als Designchef für dieses äußerst wichtige Projekt zweifellos die Richtige war. Er ist ein Designer mit traditionellen Werten, der offensichtlich das Rolls-Royce Erbe genau studiert hat und versucht, auf das 21 Jahrhundert zu projizieren. Mein erster Eindruck ist, dass der Phantom im Ganzen gelungen ist; er unterscheidet sich komplett von allen Modellen seiner Klasse und hat einen unglaublich hohen Wiedererkennungswert.

Die Wahl des Namens Phantom für das neue Modell gibt mir Vertrauen. Das Designteam weiß die Geschichte des Unternehmens zu würdigen. Schon die Vorkriegs Phantom-Modelle waren richtige Trendsetter. Tatsächlich war der Phantom nur die Weiterentwicklung des bekanntesten unter den Rolls Royce, dem 40/50, besser bekannt als Silver Ghost . Ohne jeden Zweifel war der Silver Ghost zur damaligen Zeit das „Beste Auto der Welt“; bis heute beruht der hervorragende Ruf der Marke Rolls-Royce auf diesem Modell.

Über das neue Automobil weiß ich bis jetzt genau so viel wie jeder andere auch. Meine Informationsquellen sind die vielen Berichte in den bekannten Zeitschriften und Online-Magazinen seit der Premiere auf der Detroit Motorshow. Auf mich wirkt der Phantom sehr groß. Kein Wunder - bei fast sechs Metern Länge und zwei Metern Breite. Die enorm großen Reifen dürften eine sehr komfortable und gute Straßenlage garantieren. Ein großzügig gestalteter Fondbereich und die Wiederentdeckung der hinten angeschlagene Türen (die sogenannten Suizid-Türen) ermöglichen den bequemsten Einstieg in eine Limousine diesen Kalibers. Eine wirklich großartiger Einfall ist, soweit ich das gelesen habe, dass die Türen automatisch verriegeln sobald das Auto anfährt. Die Seitenansicht erinnert an die Periode der Silver Wratihs in den 50er Jahren

Was mich aber nicht überzeugt ist die Front des Phantom. Der typische Kühlergrill ist viel zu groß und wirkt schwer und zu mächtig; er ist eine Übertreibung in Größe und Form. Was mich noch viel weniger überzeugt ist das Arrangement der Scheinwerfer; diese sind komplett falsch konzipiert und platziert. Besser wäre es gewesen, die beiden vorderen Scheinwerfer mehr den geschwungenen des aktuellen Bentley Arnage anzupassen. Ich kann mir nicht helfen - beim Betrachten der Photos erinnern mich diese Scheinwerfer an den vom Pech verfolgten Rolls-Royce Camargue, dessen Design aus dem Hause Pininfarina stammte. Diese Feststellungen beruhen lediglich auf Betrachtungen der Photos. Vielleicht hat der Phantom einfach nur das Pech, nicht fotogen zu sein. In natura sieht er viel besser aus, davon bin ich überzeugt. Ein weiterer Schwachpunkt im Äußeren ist das völlige Fehlen von Chromapplikationen. Das Auto wirkt von vorne und von hinten nicht vollendet.

Technisch dürfte der Phantom sehr fortschrittlich sein; ausgestattet mit den neuesten elektronischen Dingen, die man so braucht. Der neue V12-Motor von BMW entwickelt weit mehr Kraft als wirklich nötig. Meine Meinung, bei einer Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h und einer Beschleunigung von 0- 100 km/h in nur 5.7 Sekunden.

Einen großen Schritt nach vorn haben Ian Cameron und sein Designteam gemacht, indem der Phantom nicht einem Bentley gleicht. Ian hatte das Glück, dass er ohne Rücksicht auf ein anderes Modell den Phantom auf einem unbeschriebenem Blatt entwerfen konnte. Dieser Rolls-Royce hat überhaupt keine Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger dem Silver Seraph und ist nicht nur deswegen ein mutiger Schritt in die Zukunft.

Ob die traditionsbewussten Rolls-Royce Fahrer den „Neuen“ akzeptieren, muss sich erst noch zeigen.

Die Höhe des Preises ist stark beeinflusst durch den des Maybachs. Wie könnte es angehen, dass ein Rolls-Royce billiger ist als ein Daimler? In meinen Augen ist der Maybach kein Konkurrent im Luxusmarkt, doch BMW sollte immer ein wachsames Auge auf Cadillac und ihre fantastisch aussehende V16-Studie richten. Wie man weiß, hat Ihre Majestät Königin Elizabeth II. zu ihrem Kronjubiläum eine Bentley Staatslimousine entgegengenommen. Kenner rechnen damit, dass weitere Staatskarossen aus dem Hause Bentley und nicht Rolls-Royce folgen...