Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3)

Eine der Hauptzielgruppen des Phantom sind Jungunternehmer, die durch ein zündende Idee einen raschen finanziellen Aufstieg erlebt haben, bereits mehrere Autos besitzen, aber auch eine Yacht und ein Privatflugzeug ihr Eigen nennen. Der Phantom soll nun das Flugzeug oder die Yacht für die Straße sein, repräsentativ, Souveränität ausstrahlend und passendes Fahrzeug, um stilvoll zum Golfen oder zu wichtigen Geschäftsterminen zu fahren.

Als Vertriebsangestellter und Vater eines 19 Monate alten Sohnes gehöre ich also nicht zur engeren Zielgruppe, wollte aber dennoch wissen, inwieweit der Phantom als Familienauto zu gebrauchen ist. Die wichtigsten Anforderungen an ein Familienauto sind natürlich voluminöser Art, also wie verstaue ich einen Kinderwagen und kann ich anschließend noch mit Kind und Kegel in Urlaub fahren. Aber auch Unterhaltung und Kommunikation sind wichtige Aspekte, um die Familie unterwegs gut bei Laune zu halten. Um es vorweg zu nehmen: der Phantom hat alle Prüfungen mit Bravour bestanden!

Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3) Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3)

Mag das Kofferraumvolumen des Phantom nur 460 Liter betragen, wichtiger aber als nüchterne Zahlen ist, dass der Kofferraum sehr gut zugänglich ist. Unser Kinderwagen, ein Bertini mit Allradlenkung, ist sehr groß und passt ohne Komplikationen, auch zerlegt, nicht in jedes Auto. Die meisten PKWs – abgesehen natürlich von Kombis – haben eine relativ kleine Kofferraumöffnung, und ein Großteil des Volumens findet sich unter der Heckscheibe. Ist der Kofferraum noch so groß, ein Kinderwagen lässt sich da nur sehr mühsam unterbringen. Beim Phantom hingegen öffnet sich der Kofferraumdeckel weit nach oben und man kann den zerlegten Kinderwagen bequem von oben kommend, ohne Verrenken und Zerren hineinstellen. Dank der Höhe des Kofferabteils kann noch einiges auf dem Kinderwagen verstaut werden. Außerdem befindet sich auf der linken Fahrzeugseite unter dem Kofferraumboden ein größeres Staufach. Zwei große Koffer und eine große Reisetasche passen dann bequem hinter die Vordersitze. Das schmälert den Komfort für die Fondpassagiere dank der üppigen Beinfreiheit nicht im Geringsten.

Unser Kindersitz, ein Römer King, hat noch in kein Auto besser gepasst als in den Rolls-Royce Phantom. Allein das Befestigen ist wegen der weit nach hinten gerückten Sitzbank etwas mühsam, und man muss ins Auto hineinklettern, um den Sitz anschnallen zu können. Dann aber sitzt er absolut rüttelfest. Zur Befestigung von Kindersitzen befindet sich übrigens ein Hinweisschild am hinteren Gurt!

Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3) Familienväter sollten sich für die Ausstattungsvariante „Theatre“ mit Einzelsitzen im Fond – wie abgebildet - entscheiden. Nicht nur wegen der DVD-Anlage zur Unterhaltung der Kleinen, sondern auch die beiden Glashalter in der Mittelarmlehne sind wunderbare Abstellmöglichkeiten für das geliebte Fläschchen. Überhaupt mangelt es nicht an Ablagen. In den breiten Türen ist reichlich Platz für die größten Bilderbücher. Darüber hinaus bietet die Theatre-Variante noch einen wichtigen Sicherheitsaspekt: durch die Verstellmöglichkeit der Fondsitze lassen sie sich optimal jedem Kindersitz anpassen.

Ein letzter wichtiger Aspekt für junge Familien ist der Benzinverbrauch. Auch da weiß der Phantom kräftig zu punkten. Jenes Wochenende bin ich 275 km weit gefahren. Der errechnete Verbrauchsdurchschnitt lag bei 17,45 Litern pro 100 km. Angesichts des Fahrzeuggewichts und den gebotenen Fahrleistungen sicher ein sehr guter Wert. Der kürzlich in Classic Driver erwähnte Verbrauch des allerersten Phantom-Besitzers von 9,9 Litern auf 100 km bei 120 km/h Dauergeschwindigkeit ist geradezu sensationell für solch ein Auto.

Der Rolls-Royce Phantom als Konzertsaal

Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3) Rolls-Royce Phantom: Erste Erfahrungen (3)

Mein Kollege ist Opernfan, dem es besonders die Werke Richard Wagners angetan haben. Da der Phantom ein ausgeklügeltes Soundsystem bekommen hat, das einmalig in der Autowelt sein soll und die Musik Richard Wagners besonders facettenreich ist und daher bei der Wiedergabe nach besonders guten Musikanlagen verlangt, testeten wir das Soundsystem nach Feierabend mit Wagnerschen Klängen. Was für ein einzigartiges musikalisches Erlebnis! In Bayreuth kann es kaum besser klingen. Egal, ob lieblich zart oder im kräftigen Fortissimo, dieses Soundsystem ist in der Tat, was die Wiedergabequalität angeht, einmalig. Nichts klingt schrill oder dröhnt. Alles klingt füllig und unverfälscht.

Das Gesamtfazit:
Als der neue Rolls-Royce Phantom im Januar Premiere in München hatte, sagte Frau Czakert vom Autohaus König zu mir, dass dieses Auto getragen werden müsse wie ein guter Anzug. In der Tat ist man mit dem Phantom bei jeder Gelegenheit richtig gekleidet. Ob in der Stadt, auf der Autobahn, mit Familie oder Geschäftspartnern, der Phantom wird allen Ansprüchen gerecht. Dies ist aber nur eine nüchterne Feststellung, die nur unzureichend das wiedergibt, was einem durch den neuen Rolls-Royce geboten wird.

Dieser Wagen ist einfach unbeschreiblich. Daher sehe ich mich außer Stande ein Resümee zu ziehen, das ihm gerecht würde. Nur soviel sei abschließend gesagt:
Sir Henry wäre stolz auf dieses edle Meisterstück!

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1. Teil – Das Fahrerlebnis
2. Teil – Der Rolls-Royce Phantom ist ein echter Rolls-Royce Phantom

Classic Driver bedankt sich bei dem Gast- Autor und Fotografen Michael Ehrhardt für seine "Erfahrungen mit dem neuen Rolls-Royce Phantom"

Text & Fotos: Michael Ehrhardt