Rinspeed iChange: Yes we can!

Die schweizerische Exotenmanufaktur Rinspeed nimmt die fundamentalen Umbrüche der Industrie zum Anlass, das Automobil von Grund auf neu zu denken. Wie flexibel, leicht und sauber die Zukunft der Mobilität aussehen könnte, zeigt die Konzeptstudie iChange auf dem Genfer Salon.

Frank Rinderknecht ist eine Institution auf dem Genfer Salon. Jedes Jahr präsentiert der Gründer der Marke Rinspeed einen neuen, überraschenden Prototypen, der alle Gesetze des Marktes auf den Kopf stellt. Vergangenes Jahr war es der U-Boot-Roadster sQuba gewesen, mit dem Rinderknecht das Publikum überrumpelte. In diesem Jahr reist der Automobilvisionär mit einem tropfenförmigen Sportwagenkonzept an den Lac Léman, das die Variabilität des Innenraums in den Mittelpunkt stellt.

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„Der iChange“, so Rinderknecht im Vorfeld der Enthüllung, „ist Symbol für den fundamentalen Umbruch, in dem sich die Automobilindustrie weltweit befindet. Und es ist klar, dass nur die Firmen überleben werden, die mit innovativen Konzepten den Anforderungen einer neuen automobilen Zeit begegnen.“ Im Falle des Rinspeed iChange liegt die Innovationsleistung in der Entwicklung einer adaptiven Karosserie, deren Größe und Fassungsvermögen sich entsprechend der Anforderungen flexibel variieren lässt. Zunächst bietet der kleine, windschlüpfrige Sportwagen nur dem Fahrer Platz. Sollten doch einmal mehr Passagiere transportiert werden müssen, wird das Heck aufgeklappt und somit Raum für zwei Begleiter geschaffen.

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Als Dreisitzer ist der iChange schwerer und weniger aerodynamisch als im Einzelsitz-Modus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Automobilen, deren Form und Gewicht sich immer nach der maximalen Besetzung richtet, wird dieser Zustand aber nur so lange in Kauf genommen, wie tatsächlich Passagiere an Bord sind. Angetrieben wird der wandlungsfähige Prototyp von einem 150 kW starken Elektromotor, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Die Kraft kommt aus zwei Lithium-Ionen-Batteriepaketen, die für den Kurz- oder Langstreckenbetrieb zur Verfügung stehen. Im Sommer können die Akkus auch über die großflächigen Solarpanel auf dem Dach nachgeladen werden.

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Auch die Innenraumkonzeption ist so nachhaltig wie innovativ: Um ins Cockpit zu gelangen, klappt man zunächst die gesamte Dachpartie nach vorne. Statt eines normalen Zündschlüssels zieht man anschließend sein Apple iPhone aus der Tasche, das als Bedieneinheit gleichzeitig auch die Fernsteuerung aller wichtigen Funktionen übernimmt. Sowohl das Harman Infotainmentsystem als auch die Harman Kardon GreenEdge Ausioanlage sind besonders leicht und stromsparend ausgelegt und das Navigationssystem berechnet auf Knopfdruck die energiefreundlichste Strecke. Das Schweizerische Bundesamt für Energie hat den Rinspeed iChange bereits als wegweisendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt unterstützt. Ob das Publikum ebenfalls bereit für den Wechsel ist, wird sich auf dem Genfer Salon zeigen.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Rinspeed


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