Resort Mount Washington: Sommerbrise in Neuengland

Raue Berge, schattige Wälder mit erfrischenden Wasserfällen, dazu ein Golfplatz auf historisch bedeutsamem Boden. Wer im Hochsommer der stickigen Großstadt den Rücken kehren will, der findet im Grandhotel Mount Washington Resort im US-amerikanischen New Hampshire den süßen Müßiggang – und am 23. Juli 2011 im Rahmen der renommierten Classic Car Parade zahlreiche Oldtimer und Automobile der 50er und 60er Jahre.

Einsam läuft ein Rebhuhn über das satte Grüne des weitläufigen Golfplatzes, der sich in den Ausläufern des Berges Mount Washington verliert. Aus dem beheizten Außenpool, der neben der kleinen Brücke unterhalb des Y-förmigen weißen Hotelgebäudes im spanischen Renaissancestil liegt, ertönt gelegentlich ein Jauchzen – Abendstimmung im Grandhotel Mount Washington Resort, auch unter dem Namen Bretton Woods bekannt. Auf der breiten, 40 Meter langen Holzveranda, die sich um das halbe Haus schlängelt und jederzeit mit Sonne lockt, schmeckt der kühle Drink nach mehr: Nie war Müßiggang schöner und unkomplizierter als in diesem historisch bedeutungsvollen Viersternehotel in New Hampshire.

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Zwei Jahre lang wurde die Grande Dame am Fuße des 1917 Meter hohen Berggipfels Mount Washington gebaut. Eingebettet in die raue Schönheit des White Mountain National Forest, einem der beliebtesten Nationalparks der USA, wirkt das weiße Anwesen mit seinen roten Dächern und kleinen Türmen auch heute noch wie ein Schloss.

Für kulinarische Hochgenüsse sollen zwei hoteleigene Restaurants sorgen: Im The Northall kocht Sternekoch Garry Hollihead, der traditionelle englische Gerichte modern interpretiert. Im Massimo stehen täglich wechselnde Fisch– und Meeresfrüchte–Spezialitäten auf der Karte. Die Oysterbar lädt zum Austernschlürfen ein.

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Der wohlhabende Industrielle Joseph Stickney beauftragte im Jahr 1900 den renommierten Architekten Charles Alling Gifford mit dem Entwurf und heuerte über 200 italienische Arbeiter und Kunsthandwerker an. So importierte er das Goldene Zeitalter Europas mit dessen Künsten, Architektur, Design, Malerei und Musik in die neuenglische Provinz.

Die damaligen Gäste, die mit ihren Hausangestellten und Familien aus den stickig-heißen Großstädten wie New York, Philadelphia oder Boston flüchteten, fühlten sich dank der klugen Gestaltung des Interiors gleich wie zu Hause. Sie genossen die endlosen Sommer mit Ausflügen in Kutschen, abenteuerlichen Eisenbahnfahrten zum Gipfel, exotischer Küche und spektakulären Events wie das ersten Autorennen Nordamerikas, die so genannte „Glidden Tour“.

Noch heute ist das Hotel mit „Zeitzeugen“ dieser Epoche ausgestattet: Die Eingangshalle mit verschiedenen kleinen Sitzgarnituren erinnert noch immer an ein riesiges Wohnzimmer anstatt an eine herkömmliche Hotellobby. Auf den kleinen, zarten Holztischen laden unaufdringlich schön gestaltete Gesellschaftsspiele jederzeit zu einer Partie ein und der Elchkopf über dem großen Kamin, in dem jeden Abend ein Feuer lodert, wirkt wie ein vertrautes Haustier. Auch der große, runde Tisch, an dem 1944 Delegierte aus 44 Nationen die Weltbank und den Internationalen Währungsfond gründeten, ist jederzeit zugänglich.

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Das Haus überlebte die 100 Jahre alte wechselvolle Geschichte – verschiedene Besitzer ruinierten fast das einst so erfolgreiche Haus. Erst 1991 gewann das Hotel – nach zahlreichen Investitionen und einer Generalüberholung sowie Zukauf und Aufbau eines attraktiven Skiressorts – seinen alten Charme zurück. Neben den üblichen sportlichen Betätigungen wie Golfen, Reiten, Wandern, Rafting oder Fliegenfischen gibt es ganz selbstverständlich auch einen Indoor-Pool, Beautybehandlungen im hauseigenen Spa, Kinderbetreuung und sogar historische Führungen. Im Sommer wie im Winter genießen die Gäste heute die großartige Natur, machen Touren und Wanderungen am kühlen Fluss, durch das bunte Laub oder durch den Schnee. Die erholsame Atmosphäre entsteht durch die scheinbar unüberwindbaren Gegensätze: Kultivierte Eleganz auf der einen, lässiger Sporttourismus auf der anderen Seite.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Hotels.

Text: Hannah Bauhoff
Photo: Omni Mount Washington Resort