Legendäre Grand Hotels am Mittelmeer, in denen man gewohnt haben muss

Einst nur als Zufluchtsort während der Wintermonate bekannt, wurde die Côte d'Azur im 20. Jahrhundert zum Paradies der Schönen und Reichen. In den Grand Hotels entlang der französischen Riviera trafen sich Hollywoodstars, Fürsten und Milliardäre.

The Carlton, Cannes

Gibt es einen glamouröseren Ort als das Carlton in Cannes? Unzählige Stars und Sternchen sind seit der Eröffnung im Jahr 1911 im Grand Hotel an der Croisette abgestiegen – die meisten während der Filmfestspiele. Doch auch sonst ging es in den Fluren des Carlton stets heiß her: 1955 drehte Alfred Hitchcock hier mit Cary Grant und Grace Kelly seinen Klassiker „Über den Dächern von Nizza“ – die Hauptdarstellerin soll im Carlton übrigens ihren späteren Mann, Prince Rainier von Monaco, kennengelernt haben. Auch von Juwelendieben wurde das 343-Zimmer-Haus immer wieder heimgesucht – zuletzt wurden im Jahr 2013 von einer Diebesbande Schmuck und Juwelen im Wert von 137 Millionen Dollar gestohlen.

Als Inspiration für die beiden Türmchen des Hotels, so flüsterte man es nach der Eröffnung des Hauses in Cannes, soll dem Architekten übrigens das Dékoltée von Caroline „La Belle“ Otero gedient haben, die während des Ersten Weltkriegs als berühmteste Kurtisane der französischen Riviera galt. Auch der elegante Speisesaal im siebten Stock wurde nach der umtriebigen Dame benannt.

Hôtel de Paris, Monaco

Nicht nur die Nähe zur Spielbank hat das 1863 eröffnete Hôtel de Paris im Stadtteil Monte Carlo berühmt gemacht – der Balkon der Garnier Suite mit Blick über den berühmten Casino Square ist einer besten Orte der Stadt, um die Formel-1-Rennen beim Großen Preis von Monaco zu beobachten. Hier stehen jedes Jahr am Rennwochenende die schönsten und vor allem reichsten Grand-Prix-Besucher mit einem Glas Champagner in der Hand, während die Rennwagen am Casino vorbei und um den Platz hinunter in Richting der Mirabeau-Kurve rasen. Doch auch abseits der Formel 1 konnten  sich die Hoteliers nicht über fehlenden Glamour beklagen: Eroll Flynn feierte seine Hochzeit im Hôtel de Paris mit einer 50.000 Franc teuren Torte, Fürstin Gracia Patricia von Monaco lud zu legendären Empfängen – und Sir Winston Churchill verbrachte ganze Winter in einer Sechs-Zimmer-Suite, die er sich mit seinem Papageien Charlie teilte.

Derzeit wird das Hôtel de Paris renoviert, ein Großteil des Inventars kam im Januar beim Auktionshaus Artcurial unter den Hammer. Im Auktionskatalog erinnerte sich Stammgast Sir Roger Moore an zahlreiche wunderbare Abendessen, lange Nächte an der Bar – und einen ganz bestimmten Morgen danach: „Eines morgens saß ich mit Frank und Barbara Sinatra an der Bar, als der Pianist plötzlich „Strangers in the Night“ zu spielen begann. Frank rief scherzend: Ich singe ja auch nicht Ihre Songs, also bitte singen Sie nicht die meinen.“

Hôtel du Cap-Eden-Roc, Antibes

Als das Anwesen am Cap d’Antibes im Jahr 1863 fertig gestellt wurde, hörte es noch auf den schlichten wie vielversprechenden Namen „Villa Soleil“. Jean Hippolyte Auguste Delaunay de Villemessant, der Gründer der französischen Tageszeitung „Le Figaro“, hatte das herrschaftliche Haus als private Residenz und Rückzugsort für Schriftsteller geplant – und mit Hilfe russischer Aristokraten finanziert. Schon 1970 wurde es zum Hotel umfunktioniert, doch der große Erfolg blieb zunächst aus. Erst im 20. Jahrhundert wurde das Hôtel du Cap zum Treffpunkt der High Society: Zu den bekannten Gästen zählten Ernest Hemingway und Pablo Picasso, Marlene Dietrich und Gatsby-Autor F. Scott Fitzgerald, der das Hotel in seinem Roman „Tender is the Night“ verewigte. Vor allem der Salzwasserpool am Meer wurde zu einer Berühmtheit; in ihm schwamm der 21-jährigen John F. Kennedy während seiner Sommerferien, während Elizabeth Taylor und Richard Burton ihre Flitterwochen wahrscheinlich großteils auf dem Zimmer verbrachten. Bis 2006 wurden im Hôtel du Cap-Eden-Roc übrigens keine Kreditkarten akzeptiert – man musste die Übernachtungskosten im Voraus überweisen.

Fotos: Getty / Rex