Rauno Aaltonen im Mini zurück bei der Monte

Rallye-Professor Rauno Aaltonen wollte es noch einmal wissen und startete in Marokko zur diesjährigen Rallye Monte Carlo Historique – wie bei seinem legendären Sieg von 1967 in einem klassischen Mini Cooper S.

Die Rallye Monte Carlo Historique ist die Neuauflage jenes historischen Rennens, das Rauno Aaltonen 1967 auf einem Mini Cooper S gewann. Bei der Jubiläumsausgabe zum 100. Geburtstag der Rallye startete der Finne in Marrakesch in Richtung des Fürstentums. Gemeinsam mit seinem Co-Piloten Helmut Artacker legte Aaltonen die über 4.500 Kilometer lange Strecke sechs Tagen auf eigener Achse in zurück. Als "Reisewagen" diente ein speziell präparierter Mini Cooper S von 1969.

Der zugewiesene Start in Marrakesch stellte das Rallye-Duo und das vierköpfige Service-Team vor besondere Herausforderungen, beginnend mit den chaotischen Straßenverhältnissen in Marokko und den nur sehr spärlichen Unterkünften. Dennoch sorgte der Start in der nordafrikanischen Millionenstadt bei dem 73-jährigen Rennfahrer für Begeisterung: „Die ganze Atmosphäre war sehr angenehm und freundlich, sowohl bei den Marokkanern als auch bei der Organisation und den anderen Teilnehmern – ein wenig wie 1001 Nacht.“

Rauno Aaltonen im Mini zurück bei der Monte Rauno Aaltonen im Mini zurück bei der Monte

Die Route führte die Rallye-Abenteurer in Richtung des spanischen Algeciras nach Alicante. Dort erwartete das Mini-Team eine 30-stündige Etappe, die – ohne nennenswerte Zwischenstopps – über Barcelona und die Pyrenäen in die Seealpen und bis nach Monte Carlo führte. Bereits die Fahrt durch die Pyrenäen hätte fast das Aus für die Jubiläumstour bedeutet, da die Steigungen wegen heftigen Schneefalls kaum zu bewältigen waren und leider einige Rallye-Rivalen zum Aufgeben zwangen. Auch der bis dahin sehr gutmütige Mini wollte nicht so recht der vorgegebenen Spur folgen. „Es war eigentlich egal welches Pedal ich drückte“, scherzte Aaltonen nach dem Zieleinlauf am Quai Albert I.

Am ersten „offiziellen“ Wertungstag stand zunächst die Etappe nach Valence auf dem Programm. Auch diese wurde von Schneefall begleitet und sorgte für Schwierigkeiten. Ein Teil der Route ist die berüchtigte Rundtour um Valence, die wegen ihrer kurvenreichen Streckenführung besonders bei den Zuschauern beliebt ist. Doch Höhepunkt der "Monte" ist und bleibt die Nachtetappe über den Turini-Pass. Seit jeher ist diese Etappe rennentscheidend. Entsprechend sah Aaltoonen hier auch gute Chancen, vergebene Plätze aufzuholen – nicht umsonst ist dieser Rallyeabschnitt als „Die Nacht der langen Messer“ bekannt. Leider ging der Plan nicht auf, Aaltonen und Artacker mussten sich mit dem 109. von 383 Plätzen zufrieden geben.

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Auch wenn die finnische Rallyelegende nicht an den Sieg von 1967 anknüpfen konnte, war die Teilnahme für Aaltonen eine große Freude: „Es ist eine Ehre für mich, auf diese Art der Rallye Monte Carlo zum Hundertsten zu gratulieren.“ Auf die Frage, ob er sich eine Teilnahme an der aktuelle Rallye Monte Carlo als Teil der WRC-Meisterschaft im neuen Mini-Rallyewagen vorstellen könne, antwortete Aaltonen mit einem vielsagenden Augenzwinkern – für einen echten Rallye-Professor ist eben nichts ausgeschlossen.

Rauno Aaltonen im Mini zurück bei der Monte Rauno Aaltonen im Mini zurück bei der Monte
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Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Hardy Mutschler