Rallye Histo-Monte

Zuverlässigkeit und Ausdauer zählten zu den wichtigsten Eigenschaften, um bei der Rallye Monte Carlo, die im Jahr 1911 erstmals ausgetragen wurde, antreten zu können. Die liebevoll „Monte“ genannte Rallye war bis Mitte der 90er Jahre eine Sternfahrt. Demnach starteten die Fahrzeuge in verschiedenen europäischen Städten mit dem Ziel Monte Carlo. Die aktuelle Ausgabe der Veranstaltung wird rund um das Fürstentum an der Riviera ausgetragen. Nach mehrjähriger Pause hat Manfred Triefenbach die Histo-Monte wieder aufleben lassen. Mehrere Jahre hat der erfahrene Rallye-Leiter die Fahrtleitung für den AvD durchgeführt. Im Jahr 2006 war er selbst Veranstalter, wurde aber tatkräftig von dem Automobilclub unterstützt, so dass auch der Name blieb.

Am 9. Februar 2006 wagten 63 Teams das Abenteuer 12. AvD-Histo-Monte ab Bad Homburg, um drei Tage später – nach rund 2.000 Kilometern – im Hafen von Monte Carlo den Zielbogen passieren zu können. Trotz der guten Vorbereitungen machte das Schneechaos am ersten Tag vielen Teilnehmern zu schaffen, und zwar bereits im Odenwald und im Rhein-Neckar-Kreis, wo auch auf den Verbindungsetappen eine geschlossene Schneedecke vorzufinden war. In der Südwestpfalz überquerte das bereits dezimierte Teilnehmerfeld die Grenze nach Frankreich in das Departement Bas-Rhin. Bei der Gleichmäßigkeitsprüfung 8 (GLP), dem „Col de Fouchy“, der mit durchschnittlich 43 km/h befahren werden musste, hagelten die Strafpunkte. Auf Eis und Schnee war die Einhaltung der Tempovorgabe nicht allen möglich. Die daran anschließende Verbindungsetappe zum Ziel des ersten Tages in Bollwiller hingegen war purer Fahrspaß, da es so gut wie keinen Gegenverkehr auf den gefälligen Landstraßen gab.

Rallye Histo-Monte

Den zweiten Tag bestimmten kleine Sträßchen durch die Regionen Doubs, Jura mit dem Naturpark Hoch-Jura, Ain und Haute Savoie. Bevor die Teilnehmer den Abend in Archamps südlich von Genf ausklingen lassen konnten, wurde noch eine 30 Kilometer lange Nachtetappe gefahren. An diesem zweiten Rallye-Tag wurden insgesamt sechs Sonderprüfungen gefahren, die Fahrtzeit insgesamt betrug 562 Minuten. Am Samstag führte die über 620 Kilometer lange Route schließlich nach St. Raphael, gespickt mit sieben Prüfungen. Dabei war die GLP 17, die „Chartreuse“ die schwerste Prüfung der gesamten Veranstaltung. Bei Schnee und Eis musste auf 11,9 Kilometer bei einem Schnitt von 38 km/h auf engsten Straßen auch noch navigiert werden. Nach der Mittagspause in Villard de Lans konnten die Teilnehmer auf den Verbindungsetappen die wunderschöne Berglandschaft der Chartreuse und die schönen Passstraßen auf der D 518 bei Chamaloc genießen.

Der Sonntag wurde mit großer Spannung erwartet. Schließlich standen die großen Namen der Rallye Monte Carlo auf dem Programm, nämlich der „Col de la Madonne“, der von beiden Seiten befahren wurde und vor allem der „Col de Turini“ mit einer 21,24 Kilometer langen Sonderprüfung. Die letzte Verbindungsetappe führte zum Hafen von Monte Carlo. 52 Teams kamen dort an und Veranstalter Manfred Triefenbach betonte zu recht: „Sie alle sind Sieger, diese rund 2.000 Kilometer gemeistert zu haben.“ Allerdings kann es nur ein Gewinnerteam geben. Karlheinz Schott und Matthias Pfister auf einem BMW 2002 Baur Cabrio von 1972 siegten vor Klaus Günther und Johannes Burgbacher auf einem Mercedes-Benz 300 SEL 2,5 und Peter Steinfurth und Wulf Biebinger auf dem Werks Opel Kadett B Rallye Gruppe 1.

Alle Ergebnisse finden Sie unter www.avd-histo-monte.com.

Text: Classic Driver
Fotos: Thomas Jannicke / Andreas Kremer


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