Rückenwind aus Japan: Toyota steigt bei Tesla ein

Neuer Schwung für Tesla Motors: In einem umfassenden Joint Venture wird Toyota das kalifornische Auto-Startup Tesla Motors bei der Produktion einer Elektro-Limousine unterstützen. Neben einer ehemaligen Fabrik planen die Japaner, auch Finanzmittel und technisches Know-How zur Verfügung zu stellen.

Nach zahlreichen Berichten, in denen die Massenproduktionspläne von Tesla Motors als überambitioniert, gar unrealisierbar kritisiert wurden, ist es eine hoffnungsvolle Nachricht: Toyota, der größte Automobilkonzern der Welt, steigt bei Tesla ein. Im Zuge der Kooperation soll dem Elektro-Startup zunächst die Fertigungsstätte Nummi im nordkalifornischen Fremont überlassen werden. Tesla, die momentan nur wenige hundert Elektro-Roadster produzieren, werden in der Fabrik das Model S, eine ausschließlich elektrisch betriebene Limousine produzieren. Bis zu 20.000 Exemplare könnten in dem Werk, das Toyota zusammen mit Autobauer GM bis zu dessen Insolvenz im April 2010 bewirtschaftet hatte, jährlich vom Band rollen. Zu Beginn der Produktion sollen rund eintausend Mitarbeiter in die Fertigung involviert sein, langfristig könnten bis zu 10.000 Beschäftigte werden.

Bei einer Pressekonferenz in Palo Alto, dem Sitz von Tesla Motors im Silicon Valley, bestätigte Toyota-Chef Akio Toyoda, das Unternehmen auch bei der Entwicklung der Produktionstechnik unterstützen zu wollen. Toyota verfügt über eines der weltweit fortgeschrittensten Systeme zur Massenfertigung. Zudem wird Toyota die Kalifornier beim Aufbau ihrer Marke auch finanziell Unterstützen. Im Gegenzug erhalten die Japaner die Möglichkeit, vor dem geplanten Börsengang Tesla-Aktien zu günstigem Kurs zu erwerben. Tesla-Vorstand Elon Musk und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger begrüßten das Engagement, sichert es doch die Zukunft der grünen Vorzeigemarke. Für Toyota verspricht das Joint Venture nach dem Rückruf-Desaster der vergangenen Monate ein Aufwertung des Markenimages – aber auch technisch könnte die Zusammenarbeit zu einer Win-Win-Situation werden: Daimler, die bereits im letzten Jahr bei Tesla eingestiegen waren, nutzen die kalifornische Batterie- und Elektrotechnik mittlerweile in Vorserien-Fahrzeugen wie dem Smart Fortwo Electric Drive.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Tesla Motors



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