Rückblick – Le Mans Classic 2004

Über 50.000 Besuchern sahen am vergangenen Wochenende die zweite Auflage der Le Mans Classic auf Frankreichs berühmten 24-Stunden-Rundkurs. Mehr Fahrzeuge und ein umfangreicheres Gesamtengagement und –angebot trugen zum Erfolg der diesjährigen Veranstaltung bei. Wer bei diesem Wochenende mit dabei sein durfte, wird mir zustimmen, dass eine Fortsetzung dieses Events 2006 unbedingt stattfinden muss.

Eine Atmosphäre wie keine andere – allein der prachtvolle Anblick einst ruhmreicher Rennwagen, wie beispielsweise der eines Ferrari 512M, während er sich auf der Strecke mit Ford GT 40s duellierte. Aber auch wunderschöne Veteranen, wie der Alfa 8C, entflammten den Enthusiasmus vieler Zuschauer. Besonders bewegend war jedoch die nächtliche Szenerie im Paddock; dort rotierten die Mechaniker auf Hochtouren wie Bienen in ihrem Stock. Darüber hinaus wurde die Atmosphäre durch grelles Scheinwerferlicht und dem Brüllen vielzylindriger Hochleistungsmotoren zusätzlich aufgeheizt.

Von den Insgesamt sechs gestarteten Klassen entwickelten sich – nach Meinung vieler Zuschauer – im dritten Starterfeld (Baujahr 1957-1961) die aufregendsten Positionskämpfe – obgleich auch jedes Rennen auf seine Art spannend war. Die ersten sechs Platzierungen in dieser Klasse verteidigten folgende Fahrer: Tony Dron im 1960er Ferrari 246 S Dino – der im letzten Lauf von Peter Hardman gesteuert wurde (eigentlich sollte Peter Hardman gemeinsam mit Aston Martin CEO Dr Ulrich Bez den Aston Martin DBR1 fahren, doch leider hatte das Auto bereits nach dem ersten Rennen einen Getriebeschaden); Nick Linneys Lister-Jaguar, gefolgt vom Aston Martin-Projekt 212, dahinter Nick Whales in seinem phänomenalen E-Type ‘Cut 7, Vincent Gaye auf Ferrari 250 SWB und zu guter letzt der sehr schnelle und zuverlässige DB4GT vom Team Thornton/Garrett.

Der Dino lief sehr konstant und konnte die Führung lange halten. Doch leider verlor Tony Dron im Nachtrennen (er fuhr diesen Abschnitt allein und hatte ein Polster von 24 Sekunden auf den Zweitplatzierten) während einer Safety-Car-Phase seinen Vorsprung und musste den Gesamtsieg an den Lister abgeben.


Es war fast eine Schande, dass einige Rennen an diesem Wochenende von langatmigen Safety-Car-Phasen gekennzeichnet wurden. Doch Sicherheit geht eben vor und diese Strecke kann nun mal verdammt gefährlich sein – der Jaguar C-Type-Pilot, Neil Hadfield, erlitt bei einem schweren Unfall Verbrennungen und schwere Knochenbrüche, nachdem er auf der Mulsanne-Geraden gegen eine Absperrung geprallt war und das Auto sich überschlagen hatte.

Der ehemalige F1-Faher Johnny Herbert dominierte die Klasse 2 in seinem C-Type. Bei den Vorkriegs-Fahrzeugen hatte der 1937er BMW 328, gefahren von Feierabend und Franssen, ein leichtes Spiel. Bill Binnie gewann im GT 40 das vierte Klassement. In der 5. Klasse (Baujahr 1966-1971) fuhren zahlreiche GT 40 sowie Lola T70 und Porsche 908/3 mit. Schnellster war der Ferrari 512M.

Am schnellsten war jedoch die 2004 neu aufgenommene 6. Klasse, mit Rennwagen der Baujahre von 1972 bis 1978. Die Zuschauer sahen ein Revival der 70er-Jahre-Schlachten zwischen Porsche und Renault. Am Ende gewann Jürgen Barth im Martini Porsche 936.


Weitere Informationen finden Sie unter www.lemansclassic.com.

Text: Steve Wakefield
Fotos: Classic Driver



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