Porsche Boxster Spyder: Leicht gemacht

Als puristischer Mittelmotor-Roadster ging der Porsche 550 Spyder in die Geschichte ein. Auf der Los Angeles Auto Show im Dezember lässt Porsche den Mythos in Form des Boxster Spyder wieder auferstehen. Ab Februar 2010 soll das leichteste Modell im Programm auf die Straße kommen.

Mit den Volumen-Modellen Cayenne und Panamera hat Porsche in den letzten Jahren vor allem in Richtung Komfortzone expandiert – und dafür im Kreis der Markenjünger nicht nur Zustimmung geerntet. Die Puristen unter den Porschefahrern dürfte deshalb diese Nachricht besonders freuen: Das neue Topmodell der Boxster-Baureihe, das im kommenden Frühjahr in den Handel kommt, fällt nicht nur schneller, sondern auch deutlich leichter und sportlicher aus. Mit 1.275 Kilogramm ist der neue Porsche Boxster Spyder ganze 145 Kilogramm leichter als der Boxster. Addiert mit der um 10 PS gesteigerten Motorleistung von 320 PS, die aus dem 3,4-Liter-Motor mit Direkteinspritzung auf die Hinterachse gedrückt werden, dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe PDK und dem Blitzstart-Modus „Launch Control“ errechnet sich eine Beschleunigungszeit von 4,8 Sekunden bis 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 267 km/h – mit offenem Verdeck.

Porsche Boxster Spyder: Leicht gemacht Porsche Boxster Spyder: Leicht gemacht

Doch nicht nur die bloßen Zahlen, auch das Fahrerlebnis soll puristische Sportfahrer der alten Riege begeistern: Mit tieferem Schwerpunkt und einem komplett neuen Sportfahrwerk verspricht der Porsche Boxster Spyder eine neue, asphaltnahe Sportlichkeit. Zum Entwicklungskonzept „weniger ist mehr“ gehört auch die Tatsache, dass der Lightweight-Boxster als Roadster zum konsequenten Offenfahren ausgelegt ist. Das flache, bis weit nach hinten reichende Stoffverdeck dient lediglich als Wind- und Wetterschutz. Wobei der Spyder mit geschlossenem Verdeck, den flachen Seitenscheiben und den zwei markanten Hutzen auf dem Heck durchaus an den Porsche Carrera GT erinnert, was in Fankreisen einem Ritterschlag gleichkommt.

Porsche Boxster Spyder: Leicht gemacht Porsche Boxster Spyder: Leicht gemacht

Das eigentliche Vorbild für das neue Baureihen-Topmodell ist aber natürlich der Porsche 550 Spyder von 1953. Mit Mittelmotor, Roadster-Karosserie, hoher Agilität und einem heute kaum mehr vorstellbaren Gesamtgewicht von nur 550 Kilogramm dominierte der Stuttgarter Zweisitzer zahlreiche Rundstrecken und Straßenrennen seiner Zeit. Dank seiner Straßenzulassung ware der spartanische Rennwagen auch bei sportlichen Alltagsfahrern äußerst begehrt, James Dean ist sicherlich der bekannteste, aber auch tragischste Besitzer eines 550 Spyder. Dem Typ 550 folgten weitere, erfolgreiche Spyder-Rennwagen wie etwa der 718 RS 60 von 1960 und seine bis heute aktiven Nachfolger. In den Jahren 2004 und 2008 hat Porsche dem „Mythos Spyder“ bereits limitierte Sonderserien auf Basis des Boxsters gewidmet. Im Unterschied dazu ist der neue Boxster Spyder allerdings ein eigenständiges, individuell weiter entwickeltes Modell mit deutlichen Änderungen gegenüber Boxster und Boxster S.

Doch nicht überall gibt sich der Spyder spartanisch: Den Benzinverbrauch des neuen Modells beziffert Porsche mit 9,3 Litern auf 100 Kilometer. Und auch beim Preis sollte man nicht auf einen Sparpreis hoffen. Wenn der Roadster im Februar 2010 in den Handel kommt, sollte man zumindest die 63.404 Euro für die Basisversion bereit halten.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Porsche



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