Peking to Paris Motor Challenge 2010: Alles ist möglich

In einem 1907 gebauten Italia Tourer quer durch den Iran? Keine Chance! Mit einem Aston Martin DB5 die Wüste Gobi durchqueren? Vergessen Sie's! Nichts schien unmöglich bei der 4. Peking to Paris Motor Challenge, die vergangenes Wochenende auf dem Place Vendôme endete. Die Route führte die 107 Teilnehmer auf einer Strecke von rund 15.000 Kilometern von Peking durch die Mongolei, den Iran, die Türkei, Griechenland, Italien und Frankreich bis nach Paris.

An den Start dieses waghalsigen Unternehmens gingen dabei nicht moderne, speziell präparierte Rallyerennwagen, sondern Klassiker der Baujahre 1907 bis 1972. Trotz abenteuerlichen Flussquerungen über marode Brücken und Fahrten auf Straßen, die nicht viel mehr sind als schlaglöchrige Pfade, hat es die Mehrzahl der Starter bis zum Ziel in Paris geschafft.

Punkt 12.47 Uhr rollte das Team Charles und Nellie Bishop in ihrem 1925 gebauten Vauxhall 30/98 als erste über die Ziellinie am vornehmen Place Vendôme. Begleitet vom begeisterten Applaus der rund 700 Zuschauer, feierte das Ehepaar aus Großbritannien seine heile Ankunft gemeinsam mit der wartenden Familie. Auf die Frage, was für sie persönlich der beeindruckendste Moment der Rallye war, antwortet Nellie Bishop: „Die Ankunft hier in Paris – nach sieben Wochen meine Familie wiederzusehen und zu wissen, dass ich etwas Unglaubliches unversehrt überlebt habe.” Auch Adrian Gosden und Andrew Honeycurch, die mit ihrem Team Classic Driver Aston Martin DB5 an den Start gingen, freuten sich über das Wiedersehen mit ihren Lieben. Der von der strapaziösen Tour gezeichnete Aston Martin hat ohne nennenswerte technische Probleme die Tour überstanden. Nur die Türschlösser erwiesen sich als zu unsicher, so dass sich das Classic Driver-Team dazu entschied Vorhängeschlösser an Türen und Kofferraum zu installieren. Die beiden Briten dürfen sich über den Dritten Platz in der Gruppe der vor 1961 gebauten Fahrzeuge freuen.

Gesamtsieger der 4. Paris to Peking Motor Challenge 2010 ist ebenfalls ein Team aus England: Stephen und Janet Hyde kamen in ihrem 1937er Chevrolet Fangio Coupé als Erste ins Ziel. Die nächste Ausgabe der Peking to Paris Challenge findet bereits 2012 statt.

Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Andrew Honychurch / Veranstalter


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