Osenat-Auktion Fontainebleau: Von spleenig bis klassisch

Osenat-Auktion Fontainebleau: Von spleenig bis klassisch

Am 18. März kommen bei der Osenat-Auktion am Stammsitz Fontainebleau nahe Paris Automobile, Motorräder, Boote und Accessoires zum Aufruf. Und im unteren bis mittleren Preissegment ist so ziemlich für jeden etwas dabei – vom spleenigen Citroën Méhari 4x4 bis zum klassischen 1968er Maserati Mistral (50.000 bis 60.000 Euro) in eleganter Farbkombination.

Typisch französisch könnte man das Angebot der kommenden Osenat-Versteigerung am Haupsitz Fontainebleau nennen. Das nicht nur, weil so legendäre Ikonen wie Citroën DS, 2CV oder Méhari zum Aufruf kommen, sondern auch weil die Mischung einfach einen gewissen Charme hat – und die ein oder andere Besonderheit mit sich bringt. So etwa ein Ferrari Mondial Cabriolet, das 1988 kurzerhand als „Papa-Mobil“ eingesetzt wurde, als der Heilige Vater Johannes Paul II die Ferrari-Manufaktur besuchte. Erst nach dieser wahrlich ehrenhaften Dienstfahrt wurde der rote Mondial an einen Händler in Monaco ausgeliefert. Heute hat der Sportwagen gerade einmal 31.700 Kilometern auf dem Buckel und ist in Anbetracht dieser Vorgeschichte mit 28.000 bis 34.000 Euro relativ niedrig taxiert. Etwas weniger glamourös ist die Geschichte des angebotenen Ferrari 400, dafür ist seine Farbkombination Silbergrau/Beige umso attraktiver. Schätzpreis: 15.000 bis 20.000 Euro.

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Zu der Kategorie „spleenig“ zählt in jedem Fall der von 1968 bis 1987 gebaute, nach einem nordafrikanischen Renndromedar benannte Citroën Méhari. Weltberühmt wurde das leichte Strand-Cabriolet durch seinen Einsatz in den Louis-de-Funès-Filmen als „Méhari des Gendarmes“. Noch heute ist der Méhari, ebenso wie der Mini Moke, auf den Straßen Südfrankreichs anzutreffen. Bei der Osenat-Auktion stehen gleich zwei Méhari zum Verkauf: Ein allradgetrieber und daher seltener Citroën Méhari 4x4, Baujahr 1980, für 15.000 bis 18.000 und ein Méhari „Azur“ in maritimer Farbkombination aus dem Jahr 1985 für 5.000 bis 8.000 Euro.

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Neben den ganz klassischen Vertretern der Auktion aus Deutschland wie Porsche 911 „G“ und Mercedes SL Pagode wirkt der BMW 2000 CS schon eher ausgefallen. Das Coupé mit der etwas sonderbaren Frontpartie war Mitbegründer der „Neuen Klasse“, sprich der heutigen Mittelklasse von BMW. Das hier angebotene Exemplar von 1969 im Farbton Bristol Grey und Dunkelblauem Interieur hat ebenfalls Filmerfahrung mit einer Rolle im französischen Streifen Coluche. Der Preis des 2000 CS wird nur auf Anfrage bekanntgegeben.

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Auch britische Klassiker sind mit von der Partie – und Youngtimer. So etwa zwei XJS, ein Cabriolet und eine Targa-Variante. Das 1989er Cabrio ist farblich gesehen die etwas stilvollere Variante für 12.000 bis 18.000 Euro. Ein stilvoller Begleiter ist ebenfalls der Jaguar XK 150 FHC mit authentischer Patina. Das britische Coupé wurde 1959 mit dem seltenen Ausstattungsextra „Moonroof“ geordert. Schätzpreis: 40.000 bis 50.000 Euro.

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Das hochdotierteste Fahrzeug der Auktion ist ein Rolls-Royce Phantom II Convertible mit Karosserie von Fernandez et Darrin – der passende Klassiker zum aktuell auf dem Genfer Autosalon enthüllten, modernen Rolls-Royce Phantom II. Die Preiserwartungen für den Vorkriegsklassiker von 1934 liegen zwischen 200.000 und 300.000 Euro.

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Alle Automobile der Auktion finden Sie im Classic Driver Marktplatz, den gesamten Online-Katalog unter osenat.fr.

Text: Jan Richter
Fotos: Osenat