Noble M600: Zahlenspielchen

Modellbezifferungen, Preise und Leistungsdaten ändern sich bei Noble Automotive Ltd. fast so sprunghaft wie Aktienkurse an der Börse. Anders als auf den globalen Märkten ist bei den Briten allerdings seit Jahren ein positiver Trend festzustellen. Denn auch beim Neuankömmling, dem Noble M600, verbuchen genannte Werte wieder ein ordentlich Plus. Allein die Motorleistung wurde im Vergleich zum Vorgänger von 455 PS auf maximale 650 PS gesteigert.

Noble bringt wieder einen neuen Sportwagen! Nach dem M14 und M15, deren Produktion bereits eingestellt wurde, folgt nun der M600. Insgesamt stehen jedoch noch rund 70 Bestellungen aus, die allesamt mit Vorauszahlungen verbunden waren. Um den Schaden einzugrenzen, ermöglicht Noble seiner wartenden Kundschaft entweder von ihrer Bestellung zurück zu treten oder alternativ auf den neuen M600 zu warten. Einen gravierenden Unterschied zwischen den Modellen gibt es – zumindest konzeptionell gesehen – ohnehin nicht, es handelt sich vielmehr um eine sukzessive Weiterentwicklung.

Noble M600: Zahlenspielchen Noble M600: Zahlenspielchen

Die Nummerierung im Modellschriftzug wurde – an dieser Stelle blicken wir ins Jahr 2005 zurück – jedoch nicht von den direkten Vorgängern, sondern vom Noble M400 abgeleitet. Dieser kam als Nachfolger des Noble M12 und sollte seiner Kundschaft schlichtweg mehr Performance offerieren. Der Beginn der Noble-Wachstumsstrategie. Konzeptionell basiert der M600 allerdings auf dem M14 beziehungsweise dem M15. Mit dem M14 reagierte Noble erstmals auf die erhöhte Nachfrage nach mehr Komfort. Zuvor wurden Noble-Sportwagen nach dem Vorbild karger Leichtbausportwagen wie Lotus Elise konzipiert. Beim M14 neigte sich die Leistungskurve erstmals wieder nach unten auf runde 400 PS, mit dem neuen Design und der üppigen Ausstattung stieg jedoch der Preis weiter an. Dieser wurde beim M15 wieder nach unten korrigiert und das, obwohl erneut die Leistung von 400 auf nun 455 PS gesteigert wurde.

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Der Noble M600 markiert nun vorerst die Spitze des Eisberges – und zwar in jeder Hinsicht: Sein neuer 4,4 Liter Volvo-V8 leistet dank Bi-Turboaufladung wahlweise zwischen 450 und 650 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei fast 840 Nm. Dank einer Kohlefaser-Karosserie wiegt der Sportwagen nur 1.270 Kilogramm. So soll der M600 in knapp drei Sekunden den Sprint von Null auf 100 km/h absolvieren, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 360 km/h.

Trotz einiger Komfortfeatures bleibt der Noble M600 eine puristische Fahrmaschine: Die Traktionskontrolle kann auf Wunsch komplett abgeschaltet werden, es gibt weder ESP noch ABS. Die Fahrstufen werden ganz klassisch per manuellem Schaltgetriebe eingelegt.

Für die Kunden, die noch auf einen rund 100.000 Euro teuren M14 oder M15 warten und nun auf Wunsch auf den M600 upgraden können, mag der enorme Leistungszuwachs ein willkommenes Trostpflaster sein, denken Sie. Nicht ganz, denn der M600 ist mehr als doppelt so teuer wie seine Vorgänger – etwa 200.000 britische Pfund, also rund 230.000 Euro, soll das Geschoss kosten. Beim diesjährigen Goodwood Revival, vom 19. bis 21. September, soll der Noble M600 Publikumspremiere feiern und neue Kunden anlocken. Unser Tipp: Beobachten Sie vor dem Kauf eventuelle Kursschwankungen.

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Text: Jan Richter
Fotos: Noble Automotive Ltd.



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