Neuer AMG-V8-Saugmotor: Sparsam dank Zylinderabschaltung

Neuer AMG-V8-Saugmotor: Sparsam dank Zylinderabschaltung

Mit dem kommenden Mercedes-Benz SLK 55 AMG, der auf der IAA im September Premiere feiert, wird auch ein neuer AMG-Achtzylinder eingeführt. Mit 422 PS soll der neue Saugmotor im Schnitt unter neun Liter Kraftstoff verbrauchen.

Ola Källenius macht es sich einfach: „Wir wollen in jeder Disziplin die Besten sein“, sagt der Chef der schnellen Mercedes-Schwester AMG. Das soll nicht nur für Leistung und Performance gelten, sondern auch für den Verbrauch. Wie ernst es ihm damit ist, zeigt ein Projekt mit dem internen Kürzel M152. Dahinter verbirgt sich der neue V8-Saugmotor für den nächsten SLK 55 AMG. Der Roadster, der seine Weltpremiere im September auf der IAA in Frankfurt feiern wird, legt in der Leistung zwar etwa 60 PS zu und kommt dann auf 422 PS. Zugleich geht aber der Verbrauch um über 30 Prozent oder 3,5 Liter auf 8,5 Liter zurück. „Das macht ihn zum effizientesten Achtzylinder der Welt“, sagt Källenius und spricht stolz vom ersten AMG-Modell mit einem CO2-Ausstoß von unter 200 – exakt 199 – Gramm je Kilometer.

Möglich wird dieser Quantensprung nicht allein durch die Direkteinspritzung und die Beschränkung auf einen Block mit 5,5 Liter Hubraum, den die Ingenieure vom neuen Biturbo aus E- und S-Klasse übernommen haben. Der eigentliche Grund ist vielmehr das Comeback einer Technik, die Källenius als Leiter der Formel-1-Motorenentwicklung schon vor fast zehn Jahren in Arbeit hatte: der Zylinderabschaltung. Wann immer man den Motor im Teillastbetrieb bewegt und den Fuß nur leicht vom Pedal lupft, läuft er nur als Vierzylinder und verbraucht deshalb auch entsprechend weniger Sprit. Das funktioniert auf der Autobahn locker bis 150, 160 Sachen, versprechen die Entwickler bei der Premiere des Motors. Und auch im Prüfzyklus für den Normverbrauch läuft der Achtzylinder über die Hälfte der Zeit nur auf vier Töpfen.

„Spaß mit acht und sparen mit vier“ nennt Källenius das Prinzip, von dem die Kunden allerdings nur an der Tankstelle etwas spüren sollen. Denn mit speziellen Ausgleichswellen beruhigen die Ingenieure den Motorlauf. Pneumatische Federn garantieren einen schnellen Neustart, Schallklappen im Auspuff sorgen auch im Vierzylinder-Betrieb für kernigen Klang, und wenn man plötzlich doch kräftiger aufs Pedal tritt, sind binnen 30 Millisekunden wieder alle acht Zylinder da. Der Wechsel zwischen vier und acht Zylindern läuft laut AMG-Motorenchef Friedrich Eichler so reibungslos, dass selbst Profis den Unterschied kaum hören oder spüren werden. Damit man am Steuer trotzdem weiß, wie der Motor gerade tickt, haben sich die Entwickler einen kleinen Kunstgriff einfallen lassen: Die aktuelle Zylinderzahl wird kurzerhand im Kombiinstrument eingeblendet.

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Text: Benjamin Bessinger
Fotos: Mercedes-Benz