Murciélago-Nachfolger startet 2011 mit brandneuem V12

Im kommenden Frühjahr wird der mit Spannung erwartete Murciélago-Nachfolger seine Weltpremiere feiern. Für angemessenen Vortrieb sorgt ein brandneues 6,5 Liter V12-Triebwerk mit beeindruckenden 700 PS.

Jahrelang musste sich der betagte Murciélago mit stumpfen Waffen gegen den aufstrebenden und dynamischeren Gallardo verteidigen, der aufgrund seiner Konzeption das deutlich bessere Auto war. Der Kampfstier trug derweil allzu viele Gene seines Vorgängers Diablo in sich und konnte daher immer wieder nur sporadisch verbessert werden, ehe der Murciélago LP670-4 SV vor kurzem auslief. Der neue Stier, der den Namen „Aventador“ tragen dürfte, ist eine komplette Neuentwicklung. Die zwei Tonnen Leergewicht des Vorgängers sind verschwunden. Hochfeste und ebenso leichte wie verwindungssteife Kohlefaser-Verbundstoffe beim Karosseriebau sollen dafür sorgen, dass der Supersportler im Renntrimm zukünftig kaum mehr als 1,6 Tonnen auf die Wage bringt.

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Doch die überfällige Abspeckkur ist nur das eine. Obligatorisch bleibt auch beim „Aventador“ das martialische Lamborghini-Design und ein Triebwerk, das einem Supersportwagen gebührt. Während andere Hersteller auch bei den Sportlern zunehmend auf kleinere Hubräume und Turboaufladung setzen, bleibt Lamborghini seiner in den 60er Jahren mit dem 350 GT begonnenen Linie treu. Wie zuletzt auch beim Diablo und Murciélago sorgt ein V12-Triebwerk hinter der Kohlefaser-Fahrgastzelle für wilde Kraftausbrüche, wie es sich für einen potenten Stier gehört. So leistet der komplett neu entwickelte Zwölfzylinder mit der internen Bezeichnung L 539 dank 6,5 Litern Hubraum 700 PS und ein maximales Drehmoment von gewaltigen 690 Nm bei 5.500/min.

Damit dürfte der allradgetriebene Supersportler aus Sant‘ Agata nahe Bologna bis zu 350 km/h Spitze laufen. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft er bei Abruf aller Kraftreserven in deutlich unter vier Sekunden. „Dieses neue Triebwerk ist nicht nur die Krönung unseres Produktprogramms, es ist auch Teil einer enormen Investition in die Zukunft der Marke Lamborghini“, erklärt Stephan Winkelmann, Präsident und CEO von Automobili Lamborghini. Auch beim Verbrauch des Zwölfenders will Lamborghini große Fortschritte gemacht haben.

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Kombiniert wird das V12-Triebwerk mit einem variablen Allradantrieb und einem ebenfalls neu entwickelten Rennsportgetriebe. Das automatisierte Schaltgetriebe ISR mit sieben Fahrstufen soll Zugkraftunterbrechungen weitgehend vergessen machen und die rennsportbegeisterten Kunden ebenso in der Innenstadt wie auch auf den Landstraßen rund um Monza, am Nürburgring oder im Kurvengeschlängel von Laguna Seca begeistern können. Lamborghini verspricht mit seinem knapp 80 Kilogramm schweren Hochleistungsgetriebe im Vergleich zu einer Doppelkupplung deutlich kürzere Schaltzeiten. Das siebenstufige Getriebe verfügt über drei Schaltprogramme für normalen Betrieb, sportliche Gangart und den Rennstreckeneinsatz.

Stephan Winkelmann: „Mit dem neuen V12 leiten wir einen Technologiesprung ein, der alle Bereiche unserer künftigen Modelle und des Unternehmens umfasst. Mit einem einzigartigen Paket an Innovationen wird Lamborghini die Zukunft des Supersportwagens neu definieren. Dieses Triebwerk mit 700 PS bildet zusammen mit dem hoch innovativen Getriebe das starke Herz des Murciélago-Nachfolgers, der im kommenden Jahr erscheinen wird.“ Auf die ersten Testfahrten darf man bereits gespannt sein.

Text: Stefan Grundhoff
Fotos: Lamborghini