Monterey Week 2009: Die Auktions-Highlights

Zur Monterey Classic Car Week gehören nicht nur eine Reihe von automobilen Schönheitswettbewerben, Ausstellungen und historischen Rennen, sondern auch die Auktionen. Für die „üblichen Verdächtigen“ unter den Sammlern ist Monterey einer der wichtigsten Termine im alljährlichen Auktionskalendern. Mecum, RM, Bonhams oder Gooding & Company reisten auch in diesem Jahr mit einem wertvollem Portfolio nach Kalifornien und hofften auf Rekordergebnisse.

Die Top-Ten der Monterey-Auktionen führt das Auktionshaus Mecum an. Für stattliche 7.250.000 US-Dollar wurde das 1965er Shelby Daytona Cobra Coupé zum „Teuerste Monterey Lot 2009“. Die Summe von über sieben Millionen US-Dollar ist gleichzeitig das höchste Ergebnis, dass ein Auto aus amerikanischer Produktion jemals auf einer Auktion erzielt hat. Für den stolzen Preis hat der neue Eigentümer sich ein Stück amerikanische Renngeschichte gekauft. Das in Monterey verkaufte Shelby Coupé ist einer von sechs gefertigten Rennwagen, die in den FIA-Rennen Mitte der Sechziger Jahre den dominierenden Ferrari das Fürchten lehrten.

Gleich über mehrere Millionen-Ergebnisse konnte sich das Auktionshaus Godding & Company freuen. Top-Car des Verkaufs war ein 1962 gefertigter Ferrari 250 GT SWB Spider. Erstbesitzer war ein wohlhabender Italiener, der sein Vermögen mit der Produktion von Omnibussen erlangte. Nach mehreren Eigentümerwechseln landete der offene Ferrari mit der Chassisnummer 3163GT schließlich in Anchorage, Alsaka – einem eher zugigen Ort für offene Touren. In welchen Gefilden der schöne 12-Zylinder zukünftig zu Hause ist, bleibt leider unklar. Für etwa eine Million US-Dollar weniger (4.180.000 US-Dollar) konnte Gooding & Co. den Alfa Romeo 8C 2300 Drophead Coupé verkaufen. Dieser 1933 gebaute 8C ist mit einer klassischen Karosserie der Mailänder Schmiede Castagna versehen, was den Seltenheitswert dieses Klassikers erhöht. Für eine Überraschung sorgte der spontane Aufruf eines nachgemeldeten Lots: Die Chassisnummer #1 des neuen Bentley Mulsanne wurde zu Gunsten der Phil Hill-Stiftung für 500.000 US-Dollar versteigert werden.

Große Hoffnungen setzte derweil Bonhams in den Verkauf des Auto Union 3-Liter Typ-D V12, Baujahr 1939. Zwischen acht bis zehn Millionen US-Dollar sollte diese Rennsportlegende erzielen, doch leider fand sich kein Käufer. Trotz dieses erneuten Rückschlags gab es auch Grund zu Zuversicht: So konnte das Duesenberg Model J Torpedo Victoria Cabriolet des Westernstars William Boys alias Hopalong Cassidy für 1.437.000 US-Dollar verkauft werden. Der 1933 gefertigte US-Klassiker war nicht nur das teuerste Lot der Bonhams-Quail-Lodge-Auktion, sondern auch der Bestseller der angebotenen Sid-Craig-Kollektion. Der wahrscheinlich schönste Wagen des umfangreichen Auktionskatalogs, der Ferrari 212 Inter Vignale Coupe „Bumblebee“, wechselte ebenfalls für einen angemessenen Betrag den Besitzer: Der wunderschöne, in Zweitonlackierung gefertigte Ferrari konnte 804.500 US-Dollar erzielen.

Beim dreitägigen RM-Auktionsmarathon gab es hinsichtlich des Verkaufspreises einen Doppelsieg für Großbritannien. Für den 1952 gebauten Jaguar C-Type mit der passenden Fahrgestellnummer XKC-007 war ein Sammler bereit, den Betrag von 2.530.000 US-Dollar zu zahlen. Den zweiten Platz im RM-Erlösranking belegte ein Aston Martin DB3S. Der 1955 gebaute Supersportler wurde für 1.980.000 US-Dollar verkauft. Beide Rennwagenklassiker stehen für einen der erfolgreichsten Zeitabschnitte im britischen Rennsport.

In der englischen Ausgabe von Classic Driver finden Sie weitere, ausführliche Nachberichte zu den Auktionen von Bonhams, Gooding & Co und RM Auctions.

Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Auktionshäuser


ClassicInside - Der Classic Driver Newsletter
Jetzt kostenlos abonnieren!