Mini: Safety meets Fun

Unter dem Motto „More Safety. More Fun“ startet MINI am 20. Juni zum ersten Mal weltweit das Mini-Driver-Training in München. Mitkonzipiert wurde das Programm von Rauno Aaltonen, dem Sieger der Rallye Monte Carlo (1967) auf Mini. Redakteurin und bisher Mitfahrerin Ulinka Wagner besuchte ihr erstes Fahrtraining.

Die Hauptleserschaft von Classic Driver ist männlich: Liebhaber exklusiver, oftmals schneller Autos. Ich bin die Beifahrerin eines solchen „Classic Drivers“. Mit meinem Mann habe ich bei Tempo 200 und darüber auf der Autobahn oftmals – milde ausgedrückt - Diskussionen über Schnelligkeit und Sicherheit im Straßenverkehr. Nur zum Verständnis: Ich fahre gerne, allerdings kann ich diese Leidenschaft, stundenlang Auto zu fahren, manchmal nicht ganz nachvollziehen.

Da flattert eines schönen Tages die Presseeinladung zum Mini-Driver-Training ins Haus. „Das ist genau das richtige für dich,“ sagt mein Mann, Absolvent zahlreicher Fahrtrainings. „Spaß pur beim Ausloten des Grenzbereiches von Mensch und Maschine“, verspricht das Programm. „Klar mache ich da mit“, antworte ich lässig, „dann kann ich endlich mitreden.“ Noch ist der Termin ja in weiter Ferne. Der Flug wird gebucht.

Einen Abend vorher erfasst mich leichte Panik. Sprüche meines Mannes wie, er habe sich bestimmt 12-mal bei seinem letzten Fahrertraining gedreht, machen die Sache nicht leichter. Zum Glück kann ich meinen Beruf als Redakteurin auch mit Schleudertrauma ausüben.

Es ist so weit: Der Tag des Trainings. Kaum verlasse ich das Flugzeug am Münchener Flughafen, klingelt mein Handy. Dran ist jedoch nicht mein Liebster, der mir Mut machen will, sondern die BMW Pressestelle. „Frau Wagner, Sie sind in Terminal E gelandet, ein Fahrer holt Sie am Ausgang ab.“ Spätestens jetzt ist die letzte Chance zu kneifen vertan. Kein Ausbüchsen zum Shoppingtag in München, das Fahrer-Programm wartet.

Das Trainingsgelände grenzt direkt an den Flughafen. Hier ist auf jeden Fall genug Platz zum Schleudern und durch die Gegend zu schlittern. Die Kulisse mit Frachtterminal, landenden und abfliegenden Maschinen im Hintergrund ist futuristisch.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und erstem Smalltalk mit anderen Teilnehmern startet der Theorie-Unterricht. Die Instruktoren weisen uns in die Fahrphysik und Kunst der Fahrdynamik ein. Wie lange ist mein Anhalteweg bei einer Vollbremsung aus 30 und aus 50 km/h? Warum fährt man eigentlich immer genau dorthin, wo man hinschaut. Was mache ich, wenn mein Auto in der Kurve untersteuert, und was ist eigentlich Untersteuern?

Die Behandlung dieser Fragen erweitert nicht nur unseren Horizont, sondern macht Lust auf die Praxis. Ich komme mir wie im Skiurlaub vor: Jetzt geht’s auf die „Piste“. Die Minis warten bereits aufgereiht wie bunte Spielzeugautos mit unschuldigen Kulleraugen und einem breiten Grinsen. Über uns der blau-weiße Himmel Bayerns.

Bei den Übungen muss man einzeln vorfahren, jedoch nicht zum Wedeln auf Buckeln, sondern zum Touren zwischen den kleinen Plastikhütchen, den Pylonen. Die Trainer geben uns Anweisungen über Sprechgeräte, die sich in den Autos befinden. So können sie jederzeit unsere Fahrweise kommentieren. Zwischendurch steigen wir immer wieder aus, lassen uns Techniken erklären, machen Trockenübungen. Hin und wieder schaut Rauno Altonnen persönlich vorbei, verrät uns Tipps und Anekdoten aus seinem Rennfahrerleben. Bei einigen „schwierigen Fällen“ (wie mir) setzt er sich mit in den Wagen.

Statt an der Schneebar warten gekühlte Getränke unter einem Zeltdach auf uns. Statt der schwarzen Buckelpisten, lauert auf uns eine harmlos wirkende Ebene mit Hütchenparcours und Bewässerungsanlage. Dennoch eine Herausforderung.

Zuerst zeigen uns die Instruktoren, wie wir richtig im Auto sitzen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Nur wer den richtigen Abstand zu Lenkrad und Pedalen wählt, kann die Kontrolle über sein Fahrzeug richtig ausüben. Das ist ziemlich nah am Lenkrad und sieht reichlich uncool aus. Ist aber einfach sicherer. Die Hände befinden sich in der Drei- und Neun-Uhrstellung am Lenkrad. Ich erfahre außerdem: wer mit Stöckelschuhen die Autopedale tritt, kann im Schadensfall damit rechnen, dass die Versicherung nichts zahlt.

Erste Übung: Vollbremsung. Es kommt mir ewig vor, bis der kleine Mini die geforderten 60 km/h erreicht. Vielleicht traue ich mich nur nicht richtig? Und dann voll in die Pedale. Der Bremsweg ist erstaunlich kurz, ich werde mutiger. Bei den folgenden Übungen entwickelt sich immer mehr Vertrauen in die kleinen Sicherheits-Mobile - und in das eigene Fahrkönnen.

Zweite Übung: Ausweichmanöver. Da sich Herr Aaltonen in mein Auto setzt, bin ich bald ziemlich gut in dieser Disziplin.

Dritte Übung: Ausweichmanöver mit Fahren in eine Notgasse. Wir lernen: immer dahin schauen, wohin man will. Nicht mit dem Oberkörper wackeln!

Beim Lunch tauschen wir Teilnehmer, darunter auch drei andere Frauen, unsere Erfahrungen aus. Meine bisherigen Befürchtungen? Wie weggeblasen. Im Gegenteil: Diese Übungen machen irre Spaß.

Vierte Übung: „Agenten-Wende“. Sie erfordert verschiedene Handgriffe bzw. Pedaltritte innerhalb kürzester Zeit. Das Auto dreht sich nach schneller Rückwärts-Fahrt um 180 Grad, um dann einfach vorwärts weiterzufahren. Mit Rauno Aaltonen laufen wir die Übung erst zu Fuß ab und drehen dabei ein imaginäres Lenkrad. Bei der anschließenden Fahrt im Mini dreht sich alles um mich herum – aber es klappt. Von außen sieht es aus wie bei einem Stunt, das sehe ich bei den anderen.

Fünfte Übung: Fahren im Kreis mit Untersteuerung und wieder Einfangen des Wagens. Wer dabei zuschaut, dem wird schwindelig, wer aber im Mini sitzt, für den ist es großes Fahrvergnügen.

Anschließend kommt das Slalom-Rennen auf Zeit. Die Minis werden noch einmal über die Ebene gepeitscht, einige Pylone müssen daran glauben. Die Reifen lassen ordentlich Gummi.

Nach einem Nachmittagssnack werden die Gewinner nach vorne gebeten. Jeder Teilnehmer erhält unter Klatschen eine Urkunde. Spätestens nach diesem Trainingstag merke ich, wie bei mir ein Funke der Leidenschaft zum Autofahren übergesprungen ist.

Wieder daheim wird mein Mann mit anderen neuen Tatsachen konfrontiert. Erstens: Wir müssen uns auch noch einen Mini anschaffen. Zweitens: Mein Liebster darf nicht mehr so oft fahren – jetzt will ich ans Steuer. Die Agentenwende durfte ich aber nicht vorführen.


Text: Ulinka Wagner

Trainingstermine: vom 20. Juni bis zum 21. September, immer Freitags, Samstags und Sonntags.
Teilnehmerzahl: Zehn Personen pro Gruppe (Zwei Personen pro Fahrzeug)
Trainingsgerät: MINI Cooper, 1,6 Liter, 4 Zylinder/16 V, 85 kW (115 PS)
Trainingsort: Fahrer-Trainings-Zentrum am Flughafen München.
Trainingsdauer: Ein Tag, von 8.00 bis 17.00 Uhr
Preis: 325 Euro

Weitere Informationen: www.MINI.de oder telefonisch unter der Hotline 01805-MINIDRIVE oder 01805-646 437