Mid-Century Ads - Advertising from the Mad Men Era

Mid-Century Ads - Advertising from the Mad Men Era

Seit dem Erfolg der US-Serie „Mad Men“ feiern die Werbewelten der 50er und 60er Jahre ihr großes Revival. Die Wartezeit bis zum Europastart der fünften Staffel lässt sich jetzt mit einem großen Bildband vertreiben, der die schönsten Anzeigen der goldenen Werbe-Ära zusammenbringt.

Aufbruch in die Konsumkultur: Der Optimismus, mit dem ganz Amerika in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts einen unschuldigen und bunten Kapitalismus feierte, ist heute kaum mehr vorstellbar. Umso größer ist deshalb wahrscheinlich die Faszination für diese sorglose Ära, von der die TV-Serie „Mad Men“ profitiert. Das Lebensgefühl war geprägt von Alkohol, Zigaretten, knappen Röcken und schnellen Autos – und in den Kreativabteilungen der Werbeagenturen suchte man nach jener „Big Idea“, um den Konkurrenzkampf der Marken mit einer einzigen Printanzeige zu entscheiden. Wer damals in Life oder Playboy blätterte, wurde von cleveren, nicht selten auch politisch inkorrekten oder provokanten Slogans und Motiven umworben, die geniale Kreative wie Don Draper mithilfe von reichlich Bourbon und weiblicher Inspiration in ihren New Yorker Büros entsonnen hatten.

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Die wichtigsten Werbekampagnen dieser Zeit hat der Taschen Verlag nun digital aufgefrischt und in einem zweibändigen Buch versammelt, das auf keinem Eames-Tischchen neben Whiskyschwenker und Vintage-Aschenbecher fehlen darf. Der Kulturantropologe, Grafikdesign-Experte und Kuriositätensammler Jim Heimann, der bei Taschen in Los Angeles als Executive Editor arbeitet, hat das 720 Seiten starke Vorzeigewerk „Mid-Century Ads – Advertising from the Man Men Era“ zusammen mit Steven Heller herausgebracht, der immerhin 33 Jahre lang als Art Director die New York Times gestaltete. Aus heutiger Sicht wirken viele der Anzeigen zwar etwas naiver, aber deutlich unterhaltsamer als die immergleichen Hochglanz-Inszenierungen heutiger Kampagnen. Auch der Stellenwert des Copy-Textes ist heute ein anderer – während die Vorteile eines Produktes damals noch in Kurzgeschichten-Form ausformuliert wurde, mutet man heutigen Lesern kaum noch mehr als einen kurzen Claim und eine Web-Adresse zu.

Weitere Informationen zu „Mid-Century Ads – Advertising from the Man Men Era“ finden sich unter www.taschen.com.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Taschen